Archiv vom Februar 2008


Achte Staffel für “Scrubs” auf ABC?

Freitag, 29. Februar, 2008

Als ich diese Meldung im Hollywood Reporter las, die eine mögliche erneute Verlängerung der Comedy-Serie um 18 Episoden in Aussicht stellt, dachte ich zunächst: “Wow, klasse!”. Mehr Zach Braff & Co. im Network-TV kann doch gar nicht verkehrt sein. Der proklamierte Wechsel der von ABC Studios produzierten Serie zum Schwesterkonzern ABC in der kommenden Season wäre zudem ein richtig schöner Tritt in NBCs Hintern für die stiefmütterliche Behandlung der Show in den letzten Jahren (und insbesondere dieses Jahr).

Aber der zweite Gedanke war dann: “Trägt die Show wirklich noch 18 weitere Episoden?”. Ich meine, hat die Serie sich nicht schon komplett ausgereizt, alle Stories erzählt und alle Charakter-Quirks mehrmals durchexerziert? Ich bleibe also im Moment mal noch unentschieden. Aber immerhin dürfte damit auch feststehen, dass sich “Scrubs” nicht ohne richtiges Finale verabschieden muss – egal ob auf ABC, NBC oder DVD.

P.S.: Happy February 29th!

NBC setzt “quarterlife” nach einer Episode ab

Donnerstag, 28. Februar, 2008

Das war ein sehr kurzer Auftritt: Nach lediglich einer Episode hat NBC die TV-Ausstrahlung der neuen Internet-Serie aus der Feder von Zwick/Herskovitz schon wieder abgesetzt. Das war nach den fürchterlichen Rekord-Negativ-Quoten vom Dienstag (3,1 Millionen Zuschauer, 1,3/4 Share) auch zu erwarten gewesen.

Nach der Ausstrahlung auf NBC musste Marshall Herskovitz allerdings auch einräumen, dass die ursprünglich für das Medium Internet konzipierte Show auf einem TV-Network überhaupt nicht funktioniert hatte. Bereits nach drei Minuten hätte er gemerkt, dass die Art und Weise, wie die Serie gedreht worden war, rein gar nicht zu einem Broadcast-Network gepasst hätte. (Was mir aber doch wohl ernsthaft niemand erklären will — ein erfahrener Hase wie Herskovitz merkt erst während der Ausstrahlung, dass die Show inkompatibel zu NBC ist? Ich glaube eher, dass er nie so richtig begeistert davon war, dass NBC Universal die vertragliche Option auf eine Ausstrahlung wahrgenommen hatte).

Was das für die Zukunft der Show bedeutet, ist noch unklar. Die erste Staffel kann man logischerweise auch weiterhin auf quarterlife.com und myspace.com anschauen, aber für eine geplante zweite Staffel sucht man noch nach Investoren.

“This one is for the writers!”

Montag, 25. Februar, 2008

Juno (von Diablo Cody)

No Country For Old Men (von Joel und Ethan Cohen)

Buchtipp: “The Rise and Fall of the WB and UPN”

Samstag, 23. Februar, 2008

Es werden noch ein paar Wochen bis zum Neustart der TV-Season ins Land gehen, wie wäre es in der Zeit mit einer kleinen Lektüre? Wie es sich für einen gestandenen Serien-Junkie gehört, muss das natürlich auch irgendwas mit Serien und TV zu tun haben. Nachdem ich vor einigen Monaten mit “The Billion Dollar Kiss” schon mal einen Blick hinter die Kulissen des amerikanischen TV-Entertainment-Zirkus aus der Sicht eines Serienautors vorstellte, kommt nun sozusagen die “andere Seite” dran: Ende 2007 erschien bei HarperCollins “Season Finale: The Unexpected Rise & Fall of The WB and UPN” aus der Feder von Susanne Daniels (ehemals President of Entertainment beim WB) und Cynthia Littleton (Autorin für Variety). Das Buch dokumentiert die bewegte Entstehung und den schleichenden Untergang zweier kleiner Start-Ups, die mitten in einer grundlegenden Umwälzung der Medienlandschaft TV-Geschichte schrieben.

Ein gefundenes Fressen für Serienfans wie mich, die zumindest die populären Jahre des WB eng verfolgten und immer mal wieder gerne als Couch-Programmplaner die Entscheidungen des Networks kritisierten, aber nie wussten, was eigentlich wirklich hinter den Kulissen ablief.

seasonfinale.jpgAuf knapp 380 Seiten wird der Leser durch die spannende Geschichte der beiden Networks geführt, beginnend bei den fundamentalen Veränderungen durch das Ende der FinSyn-Regelungen Anfang der 90er und den Plänen der großen Medienunternehmen Turner/WB sowie Chris-Craft/Paramount, eigene Abspielstationen für ihre Serien zu besitzen. Daraus resultierte der Start der beiden “Netlets” UPN und WB im Jahre 1995, bei dem es sich um nichts anderes als den überstürzten Beginn zwei kleiner Start-Ups mit einer Handvoll sehr junger Mitarbeiter handelte. “Season Finale” führt den Leser durch die chaotischen ersten Jahre, die von einem knappen Budget und hartem Konkurrenzkampf auch innerhalb der Unternehmen und ihren Muttergesellschaften geprägt waren.

UPN und WB bekämpften sich von der ersten Minute mit harten Bandagen und lange sah es so aus, als würde UPN als Sieger vom Platz gehen. Mit “Voyager” gelang dem Network ein sensationeller Start, während die vermeintliche Totgeburt WB eine Pleitenserie produzierte und verzweifelt nach einem klaren Image suchte. Man erlebt in “Season Finale” die emotionale Achterbahnfahrt bei den Mitarbeitern, als mit “Savannah” und “7th Heaven” die ersten definierenden WB-Hits entstanden und jemand das Potential in dem Skript zu “Dawson’s Creek” erkannte sowie Gail Berman beharrlich ihre Idee einer “Buffy the Vampire Slayer”-TV-Serie bei Joss Whedon und beim WB bewarb.

Dann die Jahre als UPN in einer desaströsen und orientierungslosen Flopreihe wie “Love Boat” den Anschluss verlor und das WB spätestens mit “Felicity” und “Charmed” in den Jahren 1998/99 zum “it”-Network wurde und der Aufstieg unaufhaltsam schien. Wie sich erste dunkle Wolken am Horizont andeuteten, der AOL/TimeWarner-Merger und die Dotcom-Blase für Wirbel sorgten und die erbitterte Auseinandersetzung mit 20th Century Fox und Joss Whedon um die Zukunft von “Buffy” schwere Risse im WB verursachten. Wie die große Hoffnung “Grosse Pointe” floppte und niemand ernsthaft mit einem Erfolg von “Gilmore Girls” rechnete. Wie die langjährigen WB-Mitarbeiter fassungslos mitansehen mussten, dass “ihr” Kind “Buffy” zur Konkurrenz UPN wechselte und das Anfang vom Ende einläutete. Wie ein Flop nach dem anderen (“Tarzan”, “Birds of Prey”, “The Mountain”, “Jack & Bobby”, “Just Legal”) und zahlreiche personelle Veränderungen das WB ins Schwanken brachte und das Ende des WB-Networks nur noch eine Frage der Zeit war, während Dawn Ostroff das UPN-Network vor dem Kollaps bewahrte. Schließlich der CW-Merger 2006, der in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen eigentlich schon seit 10 Jahren immer wieder versuchten Schlussstrich unter die Geschichte beider Networks setzte.

“Season Finale” stellt verständlicherweise vor allem die Entwicklung des WB in den Vordergrund, da die Co-Autorin Susanne Daniels fast 10 Jahre eine führende Rolle in diesem Unternehmen innehatte. Die andere Seite der Geschichte (insbesondere die UPN-Entwicklung) wurde hauptsächlich durch Recherchen und Interviews mit den damalig beteiligten Personen aufgearbeitet. Man erfährt dabei nicht nur einige Details zu den Abhängigkeiten zwischen den großen Medienkonglomeraten, sondern bekommt auch einen Einblick in die “politische” Dimension und die Fallstricke von Personalentscheidungen in der amerikanischen Medienindustrie. Auf Details zum Lebenszyklus aller WB-Serien können die Autorinnen natürlich nicht eingehen, aber es gibt einige Informationen und Anekdoten vor allem zur Genese der großen “Leuchttürme” Buffy, Dawson’s Creek und Felicity.

Ich fand das Buch hochinteressant und ich hätte nicht erwartet, dass eine Dokumentation der Entstehung und Untergang zweier konkurrierender TV-Unternehmen derart spannend und emotional faszinierend sein kann. Vor allem für jene Serienfans, die auch eine Menge Erinnerungen an eine Dekade von WB-Serien verbinden, bietet “Season Finale” einen Blick hinter die Kulissen und eine unterhaltsame Reise in die Vergangenheit. Stellenweise können die Beschreibungen der finanziellen und wirtschaftlichen Verflechtungen für Nicht-BWLer vielleicht etwas unübersichtlich und trocken erscheinen, aber den beiden Autorinnen gelingt immer wieder eine sehr persönliche und spannende Sichtweise auf die Geschehnisse. Sie beschreiben eindrucksvoll, wie vor allem das WB eine Handvoll Menschen unter der Führung von CEO Jamie Kellner quasi zu einer Familie zusammenschweißte und die Mitarbeiter bis zum Rande des Zusammenbruchs für “ihr” Unternehmen arbeiteten, weil sie an die Idee und das Konzept des Networks glaubten.

Dabei waschen die Autorinnen nicht viel schmutzige Wäsche, auch wenn zwischen den Zeilen so manche Kritik an den Managemententscheidungen bei Warner/WB und Viacom/Paramount/UPN zu erkennen ist. In erster Linie ist es eben eine persönliche Aufarbeitung der Ereignisse aus der Sicht von Susanne Daniels, die seitdem Programmchefin bei Lifetime wurde. Ich kann die Lektüre nur empfehlen. Die spannende Frage wird sein, wann mit dem Ende des CW wohl das finale Kapitel in dieser Geschichte geschrieben werden kann.

Das Buch gibt es (natürlich nur auf englisch) bei amazon.de für knapp 20 Euro.

Und spätestens wenn man den Epilog des Buchs gelesen hat wird man automatisch bei youtube noch mal nach dem Schwanengesang des WB suchen — daher sei er hier schon mal verlinkt:

ETA: Oder dieses “Best of WB”-Video von den Upfronts 2004

Könnte “Friday Night Lights” zum CW wechseln?

Donnerstag, 21. Februar, 2008

Solche Meldungen gibt es typischerweise bei fast jeder drohenden Absetzung einer TV-Serie: Könnte nicht vielleicht Network XY die Serie VZ von Network ZY übernehmen und so vor dem Ende bewahren? Es ist der sprichwörtliche letzte Strohhalm von Fans und Autoren, der in schöner Regelmäßigkeit auf seine Belastbarkeit durchgetestet wird und vielen Gerüchte-Händlern wie Kristin/Wanda und Ausiello (und ich geb’s ja zu, auch dem sablog ;-) ) ein paar weitere Webseiten-Abrufe einbringt.

Nun ist eben “Friday Night Lights” (FNL) dran. Dass der neue Entertainment Chef Ben Silverman die Show eigentlich im Herbst nicht wieder ins NBC-Programm bringen will, hat sich bereits in seinen Äußerungen der letzten Tagen abgezeichnet. Nun wird aber ein “neues” Vermarktungsmodell für die Serie diskutiert: Demnach wäre NBC möglicherweise bereit, die Serie mit einem anderen (Cable-)Network zu “teilen”. Als Vorbild wird hierfür “Law & Order: Criminal Intent” angeführt, das im Herbst zunächst auf der NBC-Universal-Tochter USA Network mit neuen Episoden startete und deren Wiederholung während der autorenlosen Zeit zu Beginn des Jahres auf dem Muttersender NBC ebenfalls wieder überraschend solide Quoten einbrachte. NBC würde auf die Serie also nicht komplett verzichten, müsste aber auch die Lizenzkosten der von Imagine Television produzierten Show nicht mehr alleine tragen. Die Serie hat zwar vergleichsweise wenig Zuschauer (im Schnitt 6 Millionen), aber diese sind ihrer Serie besonders treu und stammen in der Regel aus einer bei Werbekunden begehrten Zielgruppe von gut verdienenden jungen Leuten.

Für FNL habe NBC angeblich auch mit Networks außerhalb der Universal-Firmenfamilie erste Sondierungsgespräche aufgenommen. Auf der kurzen Liste stehen demnach Comcast Entertainment Networks (E!/G4), TNT und DirecTV — aber auch das junge CW.

Bei aktuell etwa 6 Millionen Zuschauern wäre FNL auf Anhieb der größte Quotenhit des CW und somit also eine sehr verlockende Beute für das kurz vor dem Kollaps stehende Mini-Network. Eigentlich wollen die meisten Networks jedoch gerade das Image eines “Resteverwerters” vermeiden. Zudem: Wäre eine Allianz zwischen NBC/Universal und der im CW repräsentierten Konkurrenz CBS/Paramount/Warner “politisch” überhaupt durchsetzbar? Inhaltlich wäre es natürlich ein Traum — die Serie würde perfekt zum Image des WB..ehm..CW passen und könnte dort ihre letzte Ruhestätte finden. NBC wiederum hätte Material für die Sommermonate ihres “neuen” 52-Wochen-Sendeplans 2009.

Naja, man wird ja noch träumen dürfen.

Auf der anderen Seite hat die Vergangenheit leider schon zu oft gezeigt, dass Serien, die (egal bei welchem Network) unter hohem Quotendruck und kurz vor der Absetzung stehen, einen Großteil ihrer hohen Qualität zugunsten von aufmerksamkeitheischenden Storytwists opfern. Da stellt sich natürlich die Frage, ob ein Gnadenstoß nicht besser für die Show wäre. Schon die zweite Staffel von “Friday Night Lights” war über weite Strecken ein gutes Beispiel für diese unglückliche Situation.

“Big Bang Theory” als Lead-In für HIMYM

Mittwoch, 20. Februar, 2008

Und wieder einmal verliert “How I Met Your Mother” seine Position als CBS-Lead-In am Montag Abend. Wenn der Comedy-Block von CBS am 17. März mit neuen Episoden zurückkommt, werden auch HIMYM und “The Big Bang Theory” ihre Plätze tauschen. Schon seit dem Start 2005 hat HIMYM öfters die Position in dem 20 Uhr-Slot gewechselt: Zunächst in Kombination mit “King of Queens”, später mit “The Class”, derzeit mit “The Big Bang Theory”. Während “King of Queens” und  “The Class” mittlerweile Geschichte sind und “The Big Bang Theory” einige Zuschauer gewinnen konnte, dümpelt HIMYM immer noch im Quoten-Niemandsland vor sich hin. Obwohl viele Kritiker die Show höher schätzen als den Klassiker “Friends”, scheint die Show dennoch nur ein Nischenpublikum zu finden — und nach drei Jahren tickt die Absetzungsuhr da schon deutlich lauter.

Aber dieser jüngste Wechsel von HIMYM und “Big Bang Theory” zeigt zumindest, dass CBS noch Hoffnung für die Show hat und ihr eine weitere (letzte?) Chance gibt, zumindest aus den “Big Bang”-Zuschauern neue Fans zu gewinnen. Sollte HIMYM allerdings die Zahlen von “Big Bang” nicht halten können, dürfte eine Absetzung am Ende der Staffel sicher sein. Und auch dann werden wieder die Fragen beginnen: Warum wurde “How I Met Your Mother” kein Hit?

Knight Rider 2008

Dienstag, 19. Februar, 2008

Ich habe eigentlich nicht viel zu sagen zu dieser lauen Neuauflage aus dem Hause Ford und NBC. Platte Story mit “Twists” direkt aus 1987 sowie gigantischen Löchern und halbgaren Schauspielerleistungen. Einfach nur 08/15-TV, das man noch nicht mal großzügig der Kategorie “so schlecht, dass es schon wieder gut ist” zuordnen kann.

Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ich die Ur-Serie mit dem “Hoff” aus den 80ern heute nicht genauso beurteilen würde. Für eine ganze Generation hat “Knight Rider” wohl vor allem als prominente Kindheitserinnerung heute noch Kultfaktor. Man war jedesmal stolz wie Oskar wenn man zur besten Vorabend-Zeit nach “7 vor 7″ mit Hans Meiser und “Karlchen”(!!) mit der popeligen Zimmerantenne RTLplus so halbwegs rauschfrei ‘reinbekommen konnte und dann die Abenteuer von Michael Knight und seinem sprechenden Auto verfolgen durfte.

But 2008, not so much. An solche Originale mit hohem nostalgischen Erinnerungswert kommen Neuauflagen nur sehr selten heran — die Wiedererfindung von “Battlestar Galactica” hat zwar eindrucksvoll Maßstäbe gesetzt, aber steht in dieser Hinsicht auch weiterhin allein auf weiter Flur.

Vielleicht müsste man den neuen “Knight Rider” auch durch Kinderaugen sehen, um ihn gut zu finden. Es gibt ja immerhin schnelle Autos, klassische böse Buben, wundersame wissenschaftliche Errungenschaften (aber kein Turbo Boost mehr! Und wo ist der Kommunikator in der Armbanduhr?! *heul*), reichlich hölzerne Dialoge, ein Happy End … und eine lesbische FBI-Agentin (?!?!) — diese Mixtur dürfte viele TV-Konsumenten bereits zufrieden stellen.

Vielleicht hätten sie die Selbstironie-Schraube ein gutes Stückchen weiterdrehen sollen und dann zumindest in der eingangs erwähnten “so schlecht, dass es schon wieder gut ist”-Schublade punkten können. David Hasselhoffs Auftritt am Ende war jedenfalls schon nahe dran.

Die Stimme von KITT hört sich so an, als hätte Val Kilmer die Texte kurz nach dem Aufstehen schlaftrunken und todernst in den Anrufbeantworter diktiert. Man kommt gar nicht umhin, als sich fast in jeder Szene vorzustellen, wie viel besser wohl die erste Fassung mit Will Arnett geklungen haben mag — in seine Stimme ist ein unverwechselbarer schelmischer Unterton quasi gleich “miteingebaut” (und ich glaube genau deshalb wurde er ursprünglich von den Machern auch als Sprecher ausgewählt).

Die Quoten sehen trotz allem recht gut aus, von 12 Mio Zuschauern in der ersten Stunde kletterten sie noch auf 13 Mio — also keineswegs ein Flop (aber auch kein Blockbuster obwohl der Film die besten Quoten für einen Spielfilm im US-TV in den letzten drei Jahren eingefahren hat). Sofern die Show nicht allzu teuer zu produzieren ist und NBC noch ein paar Slots im Herbst frei hat (und Ford seinen Fuhrpark zur Verfügung stellt), wird eine 13-Episode-Order dabei rumkommen. Ich verzichte aber und warte gespannt auf die nächsten Zombies der 80er-Revival-Welle. (Ich nominiere: Riptide! Simon&Simon! The A-Team! Magnum! The Fall Guy! Alf! Roseanne!…)

“Dead Like Me” in Deutschland ab April bei SciFi

Freitag, 15. Februar, 2008

Dank an KC für den Tipp in der Shoutbox: Der PayTV-Sender SciFi zeigt ab 1. April 2008 die US-Serie “Dead Like Me” unter dem deutschen Titel “So gut wie tot”. Wunschliste.de meldet, dass die Serie wohl sogar täglich verheizt wird — die Pilotfolge läuft am 1.4. um 22 Uhr, danach jeden Tag um 18:35 eine weitere Folge. Buh.

Naja, immerhin zeigen sie die Serie mal.  Bei täglicher Ausstrahlung auf einem nahezu unbekannten PayTV-Ableger dürften auch Absetzungssorgen keine Rolle spielen. Ebensowenig Werbeunterbrechungen (hoffe ich mal). Allerdings dürfte sich der Kreis der Fangemeinde dadurch auch nicht sonderlich vergrößern.

RTL2 hingegen hat die Serie zwar schon gefühlte hundert Mal auf vorläufigen Programmplänen angekündigt, aber dann doch immer wieder auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben. Auch wenn SciFi die Serie jetzt als Deutschlandpremiere zeigt, müsste RTL2 theoretisch auch weiterhin die Rechte für die FreeTV-Ausstrahlung behalten. Vielleicht warten sie ja auch nur auf den Spielfilm… ;-)

Colbert tritt Pocher in den Hintern

Freitag, 15. Februar, 2008

Schön wär’s. Leider blieb es gestern bei einer “fernmündlichen” und einseitigen Auseinandersetzung, in der (der “temporäre Host des Colbert Report”) Stephen Colbert dem deutschen “Comedian” Oliver Pocher wegen eines nachgeahmten GQ-Covers die Meinung geigt (oder in seinen Worten: “Olewar Pockar auf Nackrickt” setzt).

Man würde sich jetzt ja wünschen, dass der Redaktion von “Schmidt & Pocher” bis nächste Woche eine halbwegs schlagkräftige Antwort darauf einfällt, aber damit ist wohl nicht zu rechnen. Bis auf eine einzige Folge direkt nach der Winterpause war/ist “Schmidt & Pocher” ein zähes Trauerspiel. Die beiden kommen so gut wie gar nicht miteinander in Spiel, zerhauen sich gegenseitig die mäßigen Gags und müssen sich durch miserabel vorbereitetes Material und Einspieler durchkämpfen (auch wenn man es nicht glauben mag, aber die Show hat tatsächlich mehrere Autoren unter Vertrag). Ich hatte ursprünglich große Hoffnungen in die Schlagfertigkeit Schmidts und das Aufeinandertreffen der beiden unterschiedlichen Charaktere Pocher und Schmidt, aber selbst nach einer gefühlten Ewigkeit auf Sendung fühlt sich das Duo immer noch holprig und zerfahren an als wäre es die erste Show. Nur ganz selten (vor allem im Gespräch mit Gästen) schimmern die zweifelsohne vorhandenen Qualitäten der beiden durch. Sie können sehr schnell bei einem Gesprächspartner erkennen, wo seine verletzliche Stelle ist und wie sie mit einem knappen Kommentar seine Maskerade durchdringen können.

Wenn man bedenkt, dass Schmidt vor langer, langer Zeit mal Jon Stewart als mögliches Vorbild für seine ARD-Late-Night-Show nannte… *seufz*. Davon ist in “Schmidt & Pocher” nicht viel zu spüren. Nun gut, auch das frisch aus dem Streik zurückgekehrte Autorenteam von Colbert greift bei den Stichwörtern “Comedy” und “Deutschland” prompt reflexartig nur zur billigen Punchline in Form einer Hitler-Imitation. Apropos Hitler, immerhin gibt mir dieses Posting einen dürftigen Grund, mal dieses Video zu verlinken (Oder vielleicht hätte es besser in ein Posting zum Thema “die Macht der Untertitel” gepasst).

/rant.

(siehe auch bei Wortvogel)

“skins” II.

Freitag, 15. Februar, 2008

Wollte nur mal kurz anmerken/erinnern, dass die zweite Staffel von “skins” am Montag auf E4 in Großbritannien angelaufen ist. Und wie bereits die erste Staffel neue Maßstäbe auf der nach oben offenen Bizarr-o-Meter-Skala setzte, so macht die Seasonpremiere genau dort weiter: Tanzende Hunde, Dudelsäcke, die Funktionsvielfalt von Behindertentoiletten und weitere Skurrilitäten pflastern das Skript der ersten Hälfte der Episode. Die zweite Hälfte schaltet dann einen Gang zurück und ist zwar immer noch reichlich “over-the-top”, aber leider nicht mehr so unterhaltsam.

Upfronts finden statt

Freitag, 15. Februar, 2008

Durch den Autorenstreik und die abgekürzte Pilot-Season war es bis zuletzt noch unklar, ob die diesjährigen Präsentationen der neuen Herbst-Programmpläne der Networks überhaupt stattfinden würden. Die “Upfronts”, bei denen in erster Linie Werbezeit an die Werbeindustrie verkauft werden soll, stehen natürlich vor allem bei Serienfans alljährlich unter genauer Beobachtung, da dort in der Regel auch definitive Aussagen über Neustarts und Absetzungen getroffen werden.

Die meisten Broadcast-Networks haben inzwischen bestätigt, dass sie auch 2008 die Upfront-Präsentationen im gewohntem Umfang durchführen wollen. So findet die ABC-Veranstaltung am 13.Mai im Lincoln Center statt, CBS plant für den 14. Mai in der Carnegie Hall, Fox und das CW am 15. Mai im New York City Center bzw. Madison Square Garden. Nur NBC will nicht mitspielen. Jeff Zucker bleibt bei seinen während dem Autorenstreik verkündeten Plänen, lediglich spezielle Einzel-Präsentationen für ausgewählte Werbekunden durchzuführen. (Bin mal gespannt, wie lange Zucker noch auf seinem Stuhl sitzt).

Viele Produktionen können aber bereits jetzt für die kommende Season planen: NBC, CBS und ABC haben diese Woche schon eine Menge Produktionen für weitere Staffeln verlängert — Details dazu im Serienwiki. Wie jedes Jahr stehen aber noch einige Shows auf der Kippe und werden eventuell gar wieder bis Mai auf eine endgültige Entscheidung warten müssen. Auch “How I Met Your Mother” gehört leider wieder in diese Gruppe.

“2/8life”

Mittwoch, 13. Februar, 2008

Eine wie ich finde durchaus amüsante und technisch saubere Parodie auf diverse (Internet-)Twenserien (vor allem natürlich “quarterlife”) kann man sich auf dem Portal des “Independent Comedy Network” anschauen. Bisher sind zwei Episoden der Serie “2/8life” verfügbar. Sie nehmen recht unterhaltsam die typischen Storyelemente von Teen- und Twen-Serien auf die Schippe. Schon die Namen der Hauptcharaktere (“Angela”, “Brian”, “Rayanne” und “Jordan”) unterstreichen zudem die Anspielung vor allem auf Produktionen aus dem Hause Zwick/Herskovitz…

Die Autoren schreiben wieder

Mittwoch, 13. Februar, 2008

Nachdem die meisten Showrunner bereits am Montag ihre Arbeit wieder aufgenommen haben, werden am heutigen Mittwoch nach knapp 100 Tagen Streik auch die meisten anderen Autoren wieder in die Normalität zurückkehren. Über 92% der Gewerkschaftsmitglieder stimmten in den vergangenen zwei Tagen für ein Ende des Streiks. Nun steht noch die Urabstimmung über die Annahme des neuen Vetragswerks aus, aber sie dürfte wohl eine ähnlich hohe Zustimmung finden.

Wirklich “normal” dürften die kommenden Arbeitswochen für viele Autoren jedoch dennoch nicht sein. Das Verhältnis zwischen Studios und Autoren ist nach dem erbitterten Arbeitskampf angespannt und zudem wurden zahlreiche langfristige Verträge von den Studios unter Berufung auf höhere Gewalt in den vergangenen Wochen gekündigt (was für die Studios natürlich ein finanziell lukrativer Nebeneffekt des Streiks war). Es gibt zwar eine Absprache zwischen Autorengewerkschaft WGA und den Studios, dass alle während dem Streik gekündigten Autoren wieder eingestellt werden sollen, aber inwieweit davon auch diese “development deals” betroffen sind, ist fraglich.

Anderen Autoren und TV-Produktionen steht jetzt eine Menge Stress bevor: Innerhalb kürzester Zeit muss nun die TV-Serien-Maschinerie wieder in Schwung gebracht werden, denn das Ende der Season ist nur noch drei Monate entfernt. Der Futoncritic hat eine sehr ausführliche Übersicht über die Planungen der einzelnen Networks. Man kann in etwa folgenden Trend erkennen: Neue Serien mit einigermassen guten Quoten (“Chuck”, “Pushing Daisies”, “Sarah Connor”, “Dirty Sexy Money” etc.) werden diese Season keine neuen Episoden mehr zeigen, aber bereits für den Herbst vorproduzieren. Neue Serien mit schwachen Quoten (“Bionic Woman”, “Journeyman” etc) kommen nicht wieder zurück (duh! ;-) . Ältere Serien werden in der Regel noch 4 bis 7 Episoden bis Mitte Mai ausstrahlen (Ausnahmen wie “Heroes” bestätigen die Regel). Mit den ersten Episoden kann man im Laufe des März rechnen.

Und ich hoffe, dass das nun der letzte Eintrag zum Thema “Autorenstreik” im sablog war ;-) . We’ll return to our regularly scheduled programming any moment now.

Streik am Mittwoch zu Ende?

Sonntag, 10. Februar, 2008

Noch gibt es recht wenig Informationen zum Ergebnis der gestrigen Vollversammlungen der Autorengewerkschaft WGA in Los Angeles und New York. Unbestätigten Gerüchten zufolge sollen die Eckpunkte des Entwurfs für den Tarifvertrag von den Gewerkschaftsmitgliedern aber recht positiv aufgenommen worden sein.

Entgegen früheren Plänen soll in den nächsten zwei Tagen aber zunächst nun doch noch eine Abstimmung aller Mitglieder nur über die Frage der Beendigung des Streiks stattfinden (ursprünglich sollte nur der Gewerkschaftsvorstand diese Entscheidung treffen). Damit könnte der Streik frühestens am Mittwoch enden. Variety berichtet allerdings, dass viele Autoren wohl bereits am Montag inoffiziell wieder ihre Arbeit aufnehmen werden, da ein Ende des Streiks mehr als wahrscheinlich ist.

Erst nach dieser ersten Abstimmung käme es dann zur eigentlichen (meist 10 Tage dauernden) schriftlichen Urabstimmung über die Annahme des Tarifvertrages.

Aber hurrah, es sieht wirklich so aus, als wäre der Autorenstreik nach knapp 15 Wochen beendet. Die nächste spannende Frage wird sein, wie schnell die TV-Produktionen ihre Arbeit wieder aufnehmen können und wieviele Episoden noch bis Ende der Season Mitte Mai produziert werden können. Die “Dürre” auf den Programmplänen dürfte wohl mindestens noch drei bis vier Wochen andauern. Aber die Oscars sind gerettet ;-) .

Autorenstreik: Entwurf für Tarifvertrag liegt vor

Samstag, 9. Februar, 2008

Variety meldet, dass der Entwurf für einen neuen Tarifvertrag zwischen den Autoren und den Studios endlich vorliegt. Er ist inzwischen auch im Web verfügbar (PDF). Die Veröffentlichung findet regelrecht in letzter Minute statt — beide Parteien haben bis spät in die Nacht an den Details gefeilt und das Dokument wurde um 3 Uhr (Ortszeit) per E-Mail an alle Mitglieder verschickt.

Am heutigen Samstag will das Verhandlungsteam der Autorengewerkschaft die Mitglieder auf Vollversammlungen über den Deal informieren und eventuell bereits eine erste Abstimmung durchführen. Dann könnte das Streikorganisations-Team bereits morgen den Streik offiziell beenden. Endgültig angenommen wird der Vertrag in jedem Fall aber erst in einer späteren Urabstimmung.

Einige der wesentlichen Eckpunkte:

- Autoren erhalten 1,2% der Einnahmen der Distributoren (nicht der Produzenten) für zeitbeschränkte Miet-Downloads (Rentals)
- Bei zeitlich unbeschränkten Downloads: 0,36% der Einnahmen der Distributoren für die ersten 100.000 Downloads, danach 0,7%.
- Streaming von Filmen: 1,2% der Werbe-Einnahmen der Distributoren
- Streaming von alten Serien (älter als 1 Jahr): 2% der Werbe-Einnahmen der Distributoren
- Streaming von neuen PrimeTime-Serien: in den ersten 17 Tagen (24 Tage für Pilotepisoden) nach Ausstrahlung im TV gibt es keine Zahlungen. Danach wird’s kompliziert. 2008 und 2009 erhalten die Autoren eine feste Summe von $654 (2008) bzw $677 (2009) pro 26-Wochen-Zeitraum für Full-Hour-Serien. Ab 2010 erhalten die Autoren ab dem 18. Tag direkt 2% der Einnahmen der Distributoren. Dabei werden im Tarifvertrag allerdings seltsamerweise die Einnahmen der Distributoren mit $40.000 bei einer Full-Hour-Serie vorweggenommen: Die Autoren erhalten also in diesem Fall $800 pro 26-Wochen-Zeitraum. Kein Ahnung, ob das nur ein Beispiel sein soll oder eine Art Mindestbetrag. Bei Half-Hour-Serien gibt es in der Regel jeweils die Hälfte.
- Werbe-Materialien: Studios können maximal 5 Minuten einer Serienepisode beliebig als Werbemittel verwenden ohne dass Zahlungen fällig werden. Falls Clips nicht zu Werbemittel eingesetzt werden, sind aber Zahlungen von bis zu 1,2% fällig. Ausdrücklich ausgeschlossen werden von dieser kostenlosen Promotions-Regel Archiv-Websites, die komplette Episoden zum Anschauen anbieten, auch wenn die einzelnen Clips nicht die Fünf-Minuten-Regel überschreiten. Als Beispiel wird sogar dailyshow.com genannt — dieses Angebot ist demnach kein Werbematerial, sondern fällt unter die Rubrik “Streaming von Serien”.
- Es gibt nun genaue Regelungen auch für “Made-For-New-Media“-Produktionen (also Serien wie “Quarterlife”). Auch diese Produktionen fallen ausdrücklich unter den Einflussbereich der WGA.
- Es gibt keine Erwähnung von Animated oder Reality TV.

Weitere Details:
- Product Integration: The company will consult with the showrunner when a commercial product is to be integrated into the storyline of an episode of a dramatic series.
- Television Recap Clips: The total length of clips that can be used to recap the story in a 60-minute or longer program is extended from 90 seconds to 3 minutes before requiring payment.

Erster Eindruck:
Zumindest die finanziellen Absprachen bzgl. Internet-Downloads und -Streams ähneln sehr stark dem neuen Tarifvertrag der Regisseure (DGA). Das 17-Tage-Fenster beim Internet-Streaming wird wohl der größte Brocken sein, den die WGA-Mitglieder zu schlucken haben. In diesen ersten ein bis zwei Wochen dürfte eine Serie im Internet am populärsten sein und die größten Einnahmen bringen. Gerade in diesem Zeitraum gehen die Autoren aber komplett leer aus. Zwar ist die komplexe Regelung nach diesem 17-Tage-Fenster etwas lukrativer als die der Regisseure (die bekommen nur knapp $600), aber dennoch dürfte das viele Autoren nicht zufriedenstellen. Immerhin hat man sich auf klare Regelungen bzgl. Verwendung von Serienepisoden als vermeintliches Werbematerial geeinigt. Ganz fallen gelassen wurde wohl jeglicher Anspruch der WGA auf Autoren-Leistung im Animated- und Reality TV.

Once More… (With Feeling)

Samstag, 9. Februar, 2008

Es ist wieder soweit: Nach einer gut zweimonatigen Pause habe ich wieder meinen “Buffython” aufgenommen — hoffentlich der letzte große Block bis zum TV-Serienfinale. Es ist schon erstaunlich, dass ich eine ganze Staffel “Lost” in drei Tagen durchkriege aber für sieben Staffeln “Buffy the Vampire Slayer” nahezu acht Monate brauche. Das ging wirklich bei weitem nicht so schnell wie ich mir das vorgestellt hatte. Aber das mag auch daran liegen, dass ich bei “Buffy” die “volle Tour” mitnehme, das heißt alle Extras, Audio-Kommentare und sonstiges Bonus-Material wird auch konsumiert. Dadurch schaut man so manche Episode zweimal (und quält sich durch einige sinnlose Audiokommentare). Zudem hält das Schreiben der Mini-Reviews auch etwas auf.

Und die sechste Staffel ist auch um einiges düsterer und schwerer zu verdauen als die vorherigen Jahrgänge. Buffy ist nun erwachsen und sieht sich mit sehr ernsten Problemen konfrontiert — diese Staffel ist bei weitem nicht mehr eine “locker-leichte” Highschool-Serie. Ich will die letzten beiden Staffeln auch unbedingt möglichst zeitnah in einem Rutsch anschauen, um zu sehen, ob man auch vier Jahre später noch der Meinung ist, dass diese beiden Staffeln nicht nur düsterer, sondern auch schwächer waren.

Aber ich habe auch ein festes Ziel vor Augen: Denn nach dem Ende der siebten Staffel ist ja nicht Schluss, sondern dann geht es gleich mit Season 8 weiter– ich habe den ersten (Sammel-)Band von Buffy Season 8 – The Long Way Home schon seit Wochen auf meinem Schreibtisch liegen (und nächste Woche soll der Comic sogar auf deutsch erscheinen). Das Heftchen liegt da wie eine ständige Ermahnung, endlich mit dem Buffython fertig zu werden ;-) .

“Fringe” holt sich “Pacey”

Freitag, 8. Februar, 2008

FOX hatte bereits im Oktober das neue J.J. Abrams-Projekt “Fringe” bestellt. Die Serie klingt wie ein “X-Files Reopened”-Format mit einer Portion “Threshold”, “House” und “Invasion”: Eine junge FBI-Agentin arbeitet mit einem Wissenschaftler und seinem Vater zusammen, um unerklärlichen und mysteriösen Phänomenen auf die Spur zu kommen. Die Besetzung steht bereits seit einigen Wochen weitestgehend fest, nur die männliche Hauptrolle war noch vakant. Nun wurde endlich diese Lücke gefüllt und es ist ein alter Bekannter: Joshua Jackson (“Dawson’s Creek”).

Er spielt den Eigenbrötler Peter Bishop, der zwar ein Genie ist, aber im Leben nicht zurechtkommt und eigentlich nur einen Berg Spielschulden und ein kaputtes Verhältnis zu seinem Vater vorweisen kann. Aber genau diese Beziehung muss Peter nun aufbessern um der FBI-Agentin Olivia zu helfen, die wiederum die Hilfe von Peters Vater benötigt um ihren Partner zu retten. Peters Vater war in den 1970er und 80er Jahren ein begabter Wissenschaftler, der sich mit Themen am Rande des Vorstellbaren und Unerklärlichen beschäftigt hat (daher der Titel “Fringe”) aber mittlerweile in einer Irrenanstalt einsitzt. Dort können ihn jedoch nur Familienangehörige besuchen und somit ist Olivia auf Peter angewiesen…

Offenbar hat man bei FOX eine proppevolle Portokasse und hat der zweistündigen Pilot-Episode (bereits vor dem Streik) ein Budget von üppigen 10 Millionen Dollar eingeräumt. Naja, von nix kommt halt nix, wird man sich bei FOX denken. Das letzte Mal, dass eine Pilot-Episode (allerdings nur einstündig) die 10-Mio-Marke knackte, war bei einer Show namens “Studio 60″. Auch “Bionic Woman”, “Viva Laughlin” und “Mrs. and Mr. Smith” waren mit angeblich jeweils mindestens 7 Millionen Dollar nicht gerade billig. Und an diese Shows erinnern wir uns doch alle noch, oder? Oder? ;-)
Okay, das war vielleicht eine etwas einseitig ausgewählte Liste ;-) . Auch “Lost”, “Pushing Daisies” und die neue “Terminator”-Serie waren deutlich jenseits des üblichen 5-Millionen-Dollar-Budgets und die scheinen die immensen Kosten mittlerweile auch durch halbwegs akzeptable Quoten zu rechtfertigen.

Aber alleine der Name “Abrams” oder “Bad Robot” reicht derweil wohl schon aus, dass Studios und Investoren bereitwillig ihre Portemonnaies öffnen — Abrams hat bekannterweise einen selbst für Hollywood-Verhätnisse finanziell extrem lukrativen Deal mit Paramount und Warner.

Zwar hatte er jüngst mit “Six Degrees” und “What about Brian” zwei formidable TV-Flops, aber das wird schnell damit entschuldigt, dass er da eigentlich sowieso gar nicht so intensiv involviert gewesen sei wie beispielsweise bei “Alias” und “Lost”. Zudem hat er Anfang 2008 mit “Cloverfield” einen respektablen Kino-Kult-Hit produziert, den man entweder hasst oder liebt.

Und wo wir schon bei J.J.Abrams sind, hier noch ein interessanter und ausgesprochen sympathischer Vortrag von ihm ihm Rahmen der TEDTalks. Sein humoriger Stil erinnert mich ein wenig an Joss Whedon (dessen neue Show “Dollhouse” ja auch in der kommenden Season bei FOX an den Start gehen soll — wow, da hat FOX bereits jetzt zwei Must-See-Events).

Was passiert nach dem Streik?

Freitag, 8. Februar, 2008

Aber bevor man sich nun in “was wäre wenn”-Planungen ergeht, sollte man erst einmal den Samstag abwarten” schrieb ich noch vor zwei Tagen, aber Ausiello & Co. sind wie üblich schon einen Schritt weiter. Bei TVGuide.com wurde flugs eine Liste mit Vermutungen zusammengestellt, aus der hervorgeht wie einzelne Serienproduktionen bei einem Streikende in der nächsten Woche wohl die restliche Season abschließen dürften.

Die meisten Shows werden nach Ausiellos Schätzungen noch 4-7 Episoden drehen, von denen aber in einigen Fällen in dieser Season nur noch drei gezeigt werden. Man sollte seine Angaben aber wirklich sehr, sehr vorsichtig behandeln — noch ist der Streik ja nicht mal beendet (Allerdings artet das langsam zu einem PR-Alptraum für die Autorengewerkschaft aus, denn man kann mittlerweile überall lesen, dass der Streik schon so gut wie zu Ende sei).

Hier die “wichtigsten” Shows von Ausiellos Liste:

30 Rock
Expected to shoot 5 to 10 new episodes to air in April/May.

Chuck
No new episodes until fall.

Friday Night Lights
No new episodes expected for this season. Future TBD. (Wird wohl nicht wieder zurückkommen. Seufz.)

Heroes
TBD.

How I Met Your Mother
Expected to shoot 5 to 7 new episodes to air in April/May.

Life
No new episodes expected until fall.

Lost
Six pre-strike episodes remain. Six additional episodes could air this season.

The Office
Expected to shoot 5 to 10 new episodes to air in April/May.

Pushing Daisies
No new episodes until fall.

Scrubs
Four pre-strike episodes remain. Four additional episodes will likely be shot; unclear whether they’ll air on NBC or go straight to DVD.

Smallville & Supernatural
Four pre-strike episodes remain. Expected to shoot 3 to 5 additional episodes to air in April/May.

Terminator: The Sarah Connor Chronicles
Five pre-strike episodes remain. Future beyond that TBD.

ProSieben setzt “Doctor Who” ab

Mittwoch, 6. Februar, 2008

Am Samstag werden noch zwei Episoden ausgestrahlt, aber danach ist erstmal Schluß.

Das war ja ein kurzer Auftritt für den Doctor. Sehr, sehr schade. Ich hatte gehofft, dass ihm zumindest auf diesem Sendeplatz auch bei schwachen Quoten mehr Zeit gelassen wird als in der PrimeTime.

Ich hatte schon mit mauen Quoten gerechnet, weil den meisten deutschen Zuschauern der Background der jahrzehntelangen Entstehungsgeschichte des Doctors fehlte. Ohne diesen Zusammenhang im Hinterkopf wirkt doch einiges im Who-Universum etwas seltsam und bizarr. Einige Special-Effects dürften wiederum SciFi-Fans enttäuschen.

Auch Michael von Fernsehlexikon.de hat ja kürzlich schon beschrieben, wie “Who” auf “Aussenstehende” wirkt — ich konnte seine fehlende Begeisterung auch durchaus nachvollziehen (auch wenn ich sie nicht teile ;-) ). Bis man zu solchen losgelösten  Storytelling-Goldstückchen wie “Blink!” kommt, dauert es ja einige Folgen.

WGA-Vollversammlung am Samstag

Mittwoch, 6. Februar, 2008

Was die Spatzen in den letzen Tagen von den Dächern pfiffen hat sich heute bestätigt: Das Verhandlungsteam der Autorengewerkschaft WGA hat gemeinsam mit den Vertretern der Studios die Eckpunkte für einen neuen Tarifvertrag herausgearbeitet.

Man hofft bis Samstag konkretere Daten vorlegen zu können und hat daher für diesen Tag jeweils in New York und Los Angeles Vollversammlungen der Gewerkschafts-Mitglieder einberufen. Dort könnte es eventuell sogar schon zu einer Abstimmung über die Annahme des neuen Vertragswerks kommen — möglicherweise würden die Autoren dann bereits am Montag wieder ihre Arbeit aufnehmen (das wäre aber ein sehr optimistisches Best-Case-Szenario).

Da aber noch rein gar nichts an Details zu den neuen Tarifbedingungen an die Öffentlichkeit gelangt ist, dominiert derweil auch weiterhin Skepsis und bestenfalls vorsichtiger Optimismus in Hollywood. Selbst falls wirklich ein neuer Vetragsvorschlag auf dem Tisch liegt, bleibt die wichtige Frage, ob die Gewerkschafts-Mitglieder dem auch zustimmen werden.

Die aktuelle TV-Season steht im Moment jedenfalls ganz knapp auf der Kippe. Der 14. Februar wurde in den letzten Wochen oftmals als “Cut-off”-Termin angegeben, an dem die Season 07/08 endgültig abgeschrieben werden müsste. Käme es wirklich in den nächsten Tagen praktisch in letzter Minute zu einer Einigung, würde wohl in Hollywood auf jeden Fall hektische Betriebssamkeit ausbrechen. Man kann aber davon ausgehen, dass nicht alle Serien noch vor dem Sommer mit neuen Episoden auf den Bildschirm zurückkehren werden — die Networks und Studios werden über jede Show einzeln entscheiden. Aber bevor man sich nun in “was wäre wenn”-Planungen ergeht, sollte man erst einmal den Samstag abwarten. Danach dürfte die Situation hoffentlich etwas klarer werden.