Archiv vom November 2008


The Girl Who Leapt Through Time (2006)

Freitag, 28. November, 2008

Was gibt es besseres an einem kalten, grauen November-Abend zu tun als vor den Fernseher zu flüchten und ein melancholisches Anime zu schauen? Gut, mir fallen einige bessere Dinge ein (mindestens 50), aber dennoch will ich auch mal wieder eine Lanze für das japanische Zeichentrick-Genre brechen.

The Girl Who Leapt Through Time” / “Toki o Kakeru Shōjo” basiert ursprünglich auf einer bereits 40 Jahre alten Erzählung, die seither schon mehrmals in Mangas, Anime oder “Real-Life”-Filmen umgesetzt wurde. Für viele Kinder (und Erwachsene) in Japan ist diese Geschichte aus den 1960er Jahren ein bekanntes Teen-Märchen und die Soundtracks (und deren Performer) der diversen Film-Inkarnationen der letzten Jahrzehnte sind mancherorts ein Teil der Popkultur. Die hier erwähnte Fassung stammt aus dem Jahr 2006 und ist eine Art Fortsetzung des Original-Romans, ohne aber die Kenntnis des Originals vorauszusetzen.

Der Film erzählt die Coming-of-Age-Geschichte der 17-jährigen Schülerin Makoto, die eines Tages bemerkt, dass sie Zeitsprünge machen kann. Zuerst nutzt sie ihre neue Fähigkeit für allerlei Dummheiten und Kleinigkeiten, doch wie es in Zeitreisen-Filmen nun mal so üblich ist, drohen bald üble Konsequenzen ihrer Taten und mit jeden Zeitsprung scheint ihre Umwelt und ihr Leben immer mehr aus den Fugen zu geraten. Zudem entdeckt sie ihre Zuneigung für einen ihrer Schulfreunde und kommt mit diesen Empfindungen zunächst gar nicht zurecht.

“The Girl Who Leapt Through Time” ist eine gelungene Anime-Produktion mit grandiosen Background-Zeichnungen und einer amüsanten, zuweilen aber auch nachdenklichen Story, verpackt in ein Märchen mit einem Touch SciFi. Aber in erster Linie ist der Film auch eine zuweilen dick auftragende Teenage-Love-Story. Das hat mich auch etwas auf dem falschen Fuß erwischt, der Film richtet sich eindeutig vor allem an ein jüngeres Publikum im Teenie-Alter. Ältere Generationen dürften sich bei dem Film zeitweise etwas fehlplatziert vorkommen. Aber trotz der leichten Zielgruppen-Dissonanz: “The Girl Who Leapt Through Time” ist ein bezaubernder und technisch hervorragender Anime, der vor allem die junggebliebenen Romantiker ansprechen dürfte.

Den Film gibt es bereits seit längerem in Deutschland in erstaunlichen drei Editionen und seit ein paar Tagen auch in den USA auf DVD.

Und wem diese Produktion noch nicht genug melancholisch-romantisch ist, dem sei bei dieser Gelegenheit auch noch der Anime “5 centimeters per second” ans Herz gelegt. Der Film ist in Europa etwas schwieriger zu beziehen, aber erfreut sich stattdessen zahlreicher Bootleg-Kopien auf Videoportalen wie Youtube. Der Film besteht aus drei Teilen mit insgesamt etwa 60 Minuten Laufzeit und erzählt die Geschichte von einem Mädchen und einem Jungen, die sich als Schulkinder kennenlernen. Im Lauf von knapp zwanzig Jahre leben sie sich dann aber allmählich auseinander. Dieser Anime hat ein etwas schwieriges Ende (zumindest für Nicht-Anime-gewohnte Leute wie mich) und bedient sich wirklich recht üppig aus dem Kitschig-Melancholie-Topf, aber dennoch kann man dem Streifen eine gewisse Schönheit und Faszination nicht absprechen. Ebenfalls beeindruckend ist die hohe technische Qualität dieser modernen Anime.

“Freaks & Geeks” Yearbook Edition: $68

Mittwoch, 26. November, 2008

Ich verliere bereits jetzt die Übersicht über all die Black Wednesday, Black Friday und “Even More Black Monday”-Sonderangebote, die allmählich eintrudeln.

Eines möchte ich aber schon mal herausheben: Amazon.com hat heute die (unveränderte) Neuauflage des Deluxe-”Freaks & Geeks”-DVD-Sets mit Yearbook und 2 Extra-Bonus-DVDs (also insgesamt 8 DVDs) für $67.99 im Angebot. In den letzten Tagen war der Preis noch dreistellig(!). Wer das einfache Set schon hat, muss aber wohl schon ein Hard-Core-Fan der Serie sein, um sich auch noch diese DVD-Packung zusätzlich anzuschaffen. Aber wer die Serie noch gar nicht im Regal stehen hat (du meine Güte, ihr lest diesen Blog und habt F&G noch nicht? ;-) , der hat mit $68 ein sehr gutes Angebot. Das normale Set mit sechs DVDs kostet immerhin noch $56.

Aber für all die treuen Fans, die für die Yearbook-Edition bis zu $130 bezahlt haben, ist diese drastische Preissenkung wohl eine gewisse Enttäuschung. Bei der ursprünglichen Veröffentlichung der Yearbook-Edition vor einigen Jahren wurde ihnen mal versprochen, es handle sich um eine limitierte, exklusive Ausgabe. Dem war wohl nicht so.

Die Zukunft der US-TV-Networks

Montag, 24. November, 2008

Lesenswerter Artikel in Variety: Im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise tauchen auch mal wieder die Schwarzmaler auf, die alle paar Jahre das Ende der US-Networks prophezeien. Immer weniger (Live-)Zuschauer führen zu immer weniger Werbekunden und zu weniger Werbeeinnahmen und schließlich zu einer finanziellen Schieflage eines ganzen Networks. Michael Schneider führt in dem Artikel einige mögliche Lösungs-Szenarien für die betroffenen Networks auf: Rückgabe der 22Uhr-Sendeplätze an die Affiliates, Untervermietung von Sendezeit an Drittanbieter, Wandel eines Networks in einen Cable-Sender oder schließlich komplette Einstellung aller Aktivitäten.

“I’ve been doing this for 30 years now, and that same question has been asked for 30 years: At what point does the audience get so small that advertisers won’t show up?” says Fox Networks Group chairman Tony Vinciquerra. “It hasn’t gotten there yet.”

Man beachte das Wörtchen “yet”.

Auch wenn insbesondere die aggressiveren Modelle (bspw. Umwandlung in einen Cable-Sender) für die Big Four (ABC, CBS, FOX, NBC) trotz der aktuellen Krisen-Zeit noch nicht sonderlich wahrscheinlich erscheinen, wird aber auch deutlich, dass die “Schwarzmaler” in der letzten Dekade immer öfters mit ihren düsteren Prognosen auf offene Ohren stießen. Vielleicht ist es wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis ein großes Network wie NBC oder ABC seine Geschäftsstrategie fundamental umstellen muss.

Sollte es jetzt auch noch tatsächlich zu einem Schauspieler-Streik kommen, würde das die Situation möglicherweise erneut verschärfen und diesen Prozess beschleunigen. Ich glaube aber immer noch nicht, dass es zu einem Streik kommen wird, denn die Screen Actors Guild wird es bei dem gegenwärtigen Wirtschaftsklima sehr schwer haben, erneut einen Ausstand in der Filmindustrie zu rechtfertigen und sich so PR-technisch auf sehr dünnes Eis manövrieren (Automatisch wird die Öffentlichkeit vor allem die Multi-Millionäre wie Tom Cruise, Will Smith als die vermeintlich typischen Schauspieler identifizieren, was die “gute” Sache für die SAG sehr schwer macht). Sie hätten sich wohl wirklich besser im Frühjahr den Autoren anschließen sollen.

Es kam wie es kommen musste

Freitag, 21. November, 2008

Eine Überraschung ist es wohl nicht mehr, aber eine gewisse Enttäuschung lässt sich nicht verbergen. ABC wird keine weitere Episoden von “Dirty Sexy Money”, “Eli Stone” und “Pushing Daisies” bestellen — nach der Ausstrahlung der jeweils abgedrehten 13 Episoden ist somit für diese Serien Schluss. “Life on Mars”, von dem eigentlich auch erwartet wurde, dass es auf dieser “Opferliste” stehen würde, hat noch einen Gnadenaufschub bekommen und darf vier weitere Episoden produzieren.

“Dirty Sexy Money” war mir seit dem Ende der ersten Staffel eigentlich recht egal, aber “Eli Stone” und “Pushing Daisies” waren charmante Produktionen, die den Serienalltag etwas bunter machten. Ein dramatischer Verlust sind beide dennoch nicht in meinen Augen, denn so richtig konnten beide Serien ihre Potentiale auch nicht ausnutzen und waren dann doch auf Dauer etwas zu schräg oder zu “zuckersüß”. Dennoch ist es schade, dass solch ungewöhnliche Konzepte bei den TV-Zuschauern immer noch nicht richtig Fuß fassen können und oft nach einer kurzen Staffel scheitern. Bedauerlich ist ferner die Tatsache, dass die finale Episode von “Pushing Daisies” aus einem Cliffhanger besteht und somit mal wieder eine Serie ohne vernünftigen Abschluss aus dem Diesseits scheidet. Bryan Fuller hofft auf eine Fortsetzung als Comic, aber leider liegen Hoffnung und Realität bekanntermaßen oftmals weit auseinander.

Aber immerhin gibt es heute auch noch gute Nachrichten: “Scrubs” startet auf ABC am 6. Januar, ein “Arrested Development”-Film erscheint erneut eine winzige Nuance wahrscheinlicher und es gibt einen ersten (aber leider nicht sonderlich überzeugenden) “Cupid”-Trailer.

So ist das im “Serienland”: Shows werden abgesetzt, neue kommen nach.

The King of California (2007)

Montag, 17. November, 2008

Nach der jüngsten “Wiederentdeckung” von Evan Rachel Wood in “Across the Universe” bin ich bei einer IMDb-Suche noch an ein anderes Gem aus ihrer Filmographie erinnert worden: “The King of California”. Dabei handelt es sich um eine kleine Pseudo-Independent-Produktion mit einem grandiosen Michael Douglas und einer nicht minder exzellenten Evan Rachel Wood (die sich vor einigen Tagen wohl auch offiziell nach mehrjähriger Beziehung von Marilyn Manson getrennt hat. Man kann die “Free Evan!”-T-Shirts also wieder einpacken ;-) ). Ich hatte zwar irgendwann mal den Kino-Trailer gesehen, aber bis zum (von mir unbemerkten) deutschen Kinostart dann doch wieder aus den Augen verloren. Das hatte auch ‘was positives, denn mittlerweile steht die DVD schon in den Läden. Im Stil von “Sideways” und “Little Miss Sunshine” ist auch dieser Film weit entfernt von Hollywoods Big-Budget-Action-Krachern und vielmehr eine gelungene Mischung aus vermeintlich oberflächlicher Komödie und im Kern ernsterem Familien-Drama, verpackt als charmantes Gegenwarts-Märchen.

“The King of California” erzählt eine kleine Vater-Tocher-Geschichte: Die 16jährige Miranda (Evan Rachel Wood) muss seit Jahren alleine zurecht kommen nachdem ihre Mutter die Familie verlassen hatte und ihr Vater in eine Psychiatrie eingewiesen wurde. Irgendwie hat Miranda es geschafft, sich an den Jugendämtern vorbeizumogeln, hat die Schule geschmissen und arbeitet in einer McDonalds-Filiale, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie hat ihr einsames Leben soweit im Griff, doch eines Tages steht ihr Vater Charlie (Michael Douglas mit “Catweazel”-Look) wieder vor der Tür: Entlassen aus der Anstalt, aber nicht unbedingt vollständig geheilt, versucht er sich wieder in das Leben seiner Tochter zu integrieren. Miranda ist davon alles andere als begeistert. Schon bald fällt Charlie scheinbar wieder in alte, anormale Verhaltensmuster zurück: Besessen von der Idee, dass in der Nähe ein 300 Jahre alter Goldschatz vergraben sei, macht sich Charlie mit Metalldetektor und schwerem Gerät auf Schatzsuche. Seiner Tochter Miranda bleibt trotz anfänglichen Widerstands nichts anderes übrig, als Babysitter für ihren Vater zu spielen. Während sich die beiden allmählich wieder besser kennen lernen und gar Gemeinsamkeiten entdecken, wird auch Miranda in den Bann der Schatzsuche gezogen, die schließlich ausgerechnet in/unter einem Supermarkt ihren Höhepunkt findet.

Michael Douglas ist brillant in seiner Rolle als liebenswürdiger, aber zerstreuter und der Realität entrückter Vater. Seit “Falling Down” habe ich ihn nicht mehr derart in einer Rolle aufgehen sehen. Auch über seine bizarre Gesichtsbehaarung hinaus sprüht er vor einer packenden Mischung aus Wahn und Vaterliebe. Seine wortlose Reaktion auf die eigentlich rhetorisch gemeinte Frage seiner Tochter “Are you nuts!?” ist einer der vielen kleinen Szenen-Highlights des Films. Charlie ahnt, dass er drauf und dran ist, seine Tochter für immer zu verlieren, doch gleichzeitig ist er komplett im Bann seines eigenen grenzenlosen Optimismus und Tatendrangs. Evan Rachel Wood spielt mit gewohnter Souveränität die emotional distanzierte und viel zu schnell erwachsen gewordene Tochter, die sich zwar einerseits von ihrem Vater abkoppeln möchte, aber ihn trotz allem immer noch zu sehr liebt.

Ich habe im Web zahlreiche harsche Kritiken gelesen, die teilweise sogar bis in de Kategorie “Worst Movie Ever!” reichten. Was mir im Grunde nur deutlich machte, dass man (ich) auf Online-Kritiken wirklich rein gar nix geben sollte (und ihr auch nicht, also ignoriert meine Lobhudelei für diesen Film! ;-) ). Klar hat “King of California” hie und da ein paar kleinere Macken. Sonderlich realistisch mag er nicht unbedingt sein. Der Film fällt eher in die Rubrik “amüsantes Alltags-Märchen”, ohne allerdings eine platte Schenkelklopfer-Comedy zu sein (die viele wohl nach dem ersten Trailer erwartet hatten) und mit dementsprechend vorsichtigen Erwartungen sollte man wohl auch an den Film herangehen.

Zu den anderen “Macken” gehört vielleicht auch der etwas zu umfangreich eingesetzte Voice-Over im Film, der vor allem aus der Sicht von Miranda erzählt wird. Bei manchen Kritikern wurde gar polemisch spekuliert, dass nur deshalb Voice-Over verwendet wurden, um das Geld für einen weiteren Darsteller einzusparen. Ganz so kritisch sehe ich das allerdings nicht — der Fokus des Films soll auf der schwierigen Beziehung zwischen Vater und Tochter liegen, ein weiterer Charakter, dem Miranda dann brav all ihre Gefühle und Gedanken erzählt, hätte nur unnötig von diesem Schwerpunkt abgelenkt. Zwar mag nicht jeder Voice-Over so brillant eingesetzt sein wie der in “Juno” (im Sinne einer Kommunikation mit dem Zuschauer), aber ich bin ohnehin ein Freund von (moderat eingesetzten) Voice-Overs, insofern fand ich den Einsatz dieser Technik in “King of California” nicht sonderlich störend.

“King of California” ist in meinen Augen eine charmante, kleine Geschichte mit viel Herz, die ausgesprochen geschickt einen dünnen Pfad zwischen ernstem Drama und bizarrer Komödie beschreitet. Der Film bietet neben erstklassigen Schauspieler-Leistungen (insbesondere Michael Douglas in einer für ihn sehr ungewöhnlichen Rolle) viele kleine emotionale Momente zwischen Vater und Tochter, aber auch einige herrlich schräge und komische Momente (bspw. Miranda beim Swinger-BBQ). Auch das bezaubernde Ende, das nach Belieben interpretiert werden darf und bei weitem nicht so eindeutig ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, trägt zum rundum guten Eindruck bei.

Sicherlich mag “King of California” nicht jedermanns Geschmack treffen. Man sollte wohl Gefallen an kleinen, ungewöhnlichen (wenn auch nicht ganz perfekten) Geschichten haben und sich auch an etwas weitschweifigen Voice-Overs nicht schon aus Prinzip stören. Der Trailer repräsentiert den Film etwas zu “upbeat” und legt einen Schwerpunkt vor allem auf die Comedy-Elemente, was ein falsches Bild vermitteln kann. Wer “Sideways” mochte, wird wohl auch an diesem Film Gefallen finden.

Mein persönliches Fazit zu “King of California” lautet aber einfach nur: Es könnte ruhig mehr solcher Filme geben :)

“King of California”-DVD bei amazon.de.

Volle Kanne, Hoschi!

Montag, 17. November, 2008

Eigentlich wollte ich nur meinen VDR neu aufsetzen und bin dann beim Test-Zappen bei “Bill & Ted’s Excellent Adventure” hängengeblieben. Erst durch einen Werbeblock konnte ich mich von dieser Reise in die Vergangenheit (im doppelten Sinne) wieder losreißen. Ein Blick in die IMDb bestätigt, dass der Film bereits satte zwanzig Jahre auf dem Buckel hat. *schluck*

Kaum ein Satz ging seinerzeit über die Lippen, in dem nicht “Hoschi” oder “Volle Kanne” vorkam. Good Times.

Und der Rest…

Sonntag, 16. November, 2008

Einige ausgewählte Serien(-Neustarts) habe ich in den letzten Tagen abgehandelt, nun gibt es in der Schnellzusammenfassung noch ein paar Worte zu anderen Produktionen:

The Office
Immer noch exzellente Comedy-Unterhaltung mit einem formidablen Ensemble. In der fünften Staffel! Wer hätte das beim Start der Serie gedacht? Immer weider gelingt es den Autoren, die Zuschauer auf die falsche Fährte zu locken, insbesondere bei den Jim&Pam-Storylines.

Sanctuary (neu)
Es gibt Show-Konzepte, die man einfach nicht anpacken sollte, wenn man nicht das nötige Kleingeld hat, um vernünftige und HD-taugliche CGI-Effekte zu produzieren. Insbesondere dann, wenn im Grunde die komplette Serie vor Greenscreens produziert wird. Ansonsten typische Monster-Jäger-Story mit Logik-Löchern.

Merlin (neu)
Die haben doch tatsächlich aus dem jahrhundertealtem “Merlin”-Material eine Teen-Soap gebastelt. Naja, die Briten lieben nun mal ihre Kostümdramen. Da wird alles genehmigt, was auch nur im Entferntesten Burgen, Schlösser, Könige sowie reiche Prinzessinnen in Gefahr beinhaltet.

Fringe (neu)
Bin immer noch nicht überzeugt. Ähnlich wie bei “Sarah Connor Chronicles” gibt es immer mal wieder Anzeichen, dass die Show doch noch durchstarten könnte, aber dann kommt doch wieder nur ein laues Lüftchen. Die “Fälle-der-Woche” sind zwar hübsch bizarr und out-of-this-world, aber das reicht einfach nicht. Auch der besondere Unterhaltungswert für deutsche Zuschauer (“Wissenschaft Prison”) kann nur kurzzeitig über die gestelzten Stories und uninteressanten Charaktere hinwegtäuschen. Noch habe ich aber die Hoffnung nicht aufgegeben, wenn “Fringe” im Frühjahr den Timeslot nach “American Idol” bekommt, dürfte die Serie eh noch mal einen kleinen “Reboot” hinlegen.

Friday Night Lights
Beste aktuelle Drama-Serie (“Mad Men” läuft ja nicht mehr) und vielleicht die beste Teen-/Parent-Serie seit “My So-Called Life”. Ich habe es noch selten erlebt, dass eine Drama-Serie nach einer recht verbockten zweiten Staffel dann in Season 3 wieder so vehement durchstartet und sogar neue Maßstäbe setzt — trotz geringem Budget und dadurch bedingtem Aderlass bei den Darstellern. In der jüngsten Episode ging alles etwas zu glatt, aber dennoch: Hoffentlich gibt es noch eine vierte Staffel. Die Teenie-Stories interessieren mich dabei noch nicht mal so besonders — was die Show so sehenswert macht, ist das authentisch wirkende Familienleben der Taylors. Kyle Chandler, Connie Britton und Aimee Teegarden sind eine Klasse für sich.

11th Hour (neu)
Erneut eine routiniert und ohne jegliche Inspiration umgesetzte 08/15-Serie, die irgendwie auf den Mystery-Zug aufspringen will. Ich habe echt genug von diesem Einerlei-Müll, daher schreibe ich auch nicht mehr dazu. Die Serien-Neustarts dieser Season sind bisher eine einzige große Enttäuschung.

How I Met Your Mother
Endlich keine Absetzungsgefahr mehr und die Show hat nun eindeutig ihren Ton gefunden, mit dem sie wohl noch viele weitere Jahre durchlaufen könnte. A future classic in the making.

Samantha Who
Eine kleine Show, die offenbar ungerechterweise zu oft übersehen wird. Wäre nicht schon “Chuck” die “best show you’re not watching”, dann käme wohl “Samantha Who” als Kandidatin für diesen Titel in Frage. Marc Berman hat Hauptdarstellerin Christina Applegate jüngst als beste Comedy-Darstellerin seit Mary Tyler Moore bezeichnet und IMHO liegt er damit gar nicht so verkehrt (Tina Fey wäre auch eine starke Kandidatin). Fast nicht zu glauben, dass das mal die kleine “Dumpfbacke” aus “Married With Children” war.

Californication
Ich komme des öfteren nicht umhin, in Hank Moody zeitweise einen überzeichneten Don Draper der Gegenwart zu sehen. Eigentlich meint man ja, dass beide Charaktere nicht unterschiedlicher sein könnten, aber beide Charaktere wollen eigentlich Ihrer Familie keinen Schaden zufügen, aber dennoch fallen sie immer wieder in alte Gewohnheiten. Und offensichtlich ist das die Show, in der sich alle früheren Teen-Show-Starlets mal richtig das Teenie-Image wegvögeln lassen: Von Carly Pope (“Popular”) über Meredith Monroe (“Dawson’s Creek”) zu Carla Gallo (“Undeclared”) darf jede mal ‘ran. Nicht, dass ich mich beschweren würde. Im Gegenteil: Nach einem sehr schwachen Start zu Beginn der ersten Staffel ist die Serie mittlerweile ein kleines, unanständiges Goldstückchen.

Das Video zum Sonntag

Sonntag, 16. November, 2008

She and Him: “Why Do You Let Me Stay Here?”

Ein unfassbar kitschig-schlechtes Musikvideo zu einem passablen Song. Aber wie bei einem Autounfall kann man den Blick einfach nicht abwenden.

“Artichekt”

Samstag, 15. November, 2008

Ich habe gerade gesehen, in Deutschland ist folgendes seit Ende Oktober auf DVD zu haben: Die erste Staffel von “Hey Dad..!”, eine australische Sitcom aus den Jahren 1987-1994.

Das war seinerzeit ein Pflichttermin in der ARD um 15:03 Uhr, wenn ich mich recht erinnere (lief das nicht auch im Zweikanalton?). Nebenbei konnte man herrlich die Hausaufgaben der Kategorie “besonders lästig” abarbeiten. Etwas verwirrend waren die zahlreichen Wechsel im Kreise der Hauptdarsteller, die schließlich auch dazu führten, dass die Serie immer uninteressanter wurde. Dennoch ein schönes Beispiel dafür, dass auch von “down under” sehenswerte TV-Produktionen kommen können. Und die deutsche Synchro habe ich ebenfalls recht positiv in Erinnerung. Ich setzte es mal auf meine sentimentale 90er-Jahre-Shopping-Liste, vielleicht lege ich sie mir tatsächlich mal in einem “schwachen Moment” zu ;-)

Auf YouTube gibt’s übrigens einen Mitschnitt aus einer “Where Are They Now”-Reunion-Sendung.

Hier aber stattdessen lieber mal die Anfangsminuten einer “Hey Dad..!”-Episode:

Crusoe

Freitag, 14. November, 2008

Eigentlich wundert es mich ja ein wenig, dass es dann doch so lange dauerte, bis ein Network auf den “Pirates of the Caribbean”-Zug aufsprang. Jetzt ist es fast schon zu spät, denn die Film-Trilogie ist längst Kinonews von gestern — stattdessen jetzt sind wieder Super-Helden in allen Farbschattierungen gefragt.

Dennoch hat sich NBC mit “Crusoe” seit langer Zeit mal wieder mit einer Primetime-Serie in die Zeit der Piraten und Seefahrer gewagt. Wie der Titel der Serie schon nahelegt, basiert “Crusoe” auf dem fast 300 Jahre alten Roman von Daniel Defoe, in dem er die halb-fiktive Geschichte von “Robinson Crusoe” erzählte. Crusoe strandete im 17. Jahrhundert auf einer einsamen Karibikinsel und schließt schließlich mit einem Ureinwohner Freundschaft, den er “Freitag” nennt. Ich denke (und hoffe) mal, dass so ziemlich alle, die irgendwann mal im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren in einer Bibliothek waren, diese Geschichte kennen.

Viel sensationell neues wird man also als Zuschauer wohl nicht von dieser NBC-Fassung erwarten dürfen. Schließlich kennt man ja schon die Grundelemente der Story. Genau da setzen aber auch die Macher von “Crusoe” an und setzen geschickterweise ein bestimmtes Vorwissen beim Zuschauer voraus. Sie beginnen in der Pilotepisode nicht mit Crusoes Ankunft auf der Insel, sondern starten etwa ein Jahr nach dem Untergang seines Schiffes in die Handlung der Serie. Robinson (Philip Winchester) hat sich somit längst auf der Insel arrangiert, eine gemütliche Unterkunft geschaffen, ist bereits befreundet mit Freitag (Tongai Arnold Chirisa) und gemeinsam bestehen die beiden viele Abenteuer. Freitag wird dabei als besonders hochintelligenter und vorwitziger Begleiter dargestellt — unpassende “Freitag-als-Sklave”-Interpretationen sind also nach Möglichkeit ausgemerzt.

“Crusoe” ist wohl in erster Linie lockere TV-Unterhaltung für die ganze Familie, endlich mal etwas Abwechslung von den üblichen SciFi/Krimi/Krankenhaus-Serien. Piraten findet man nicht oft im TV und zumindest diesen Pluspunkt hat “Crusoe” sicher. Aber jenseits der uneingeschränkten Familientauglichkeit ist das Konzept der Serie verflixt schnell ausgereizt. Eigentlich ist die Geschichte von “Robinson Crusoe” die eines einsamen Mannes. Sowas macht sich aber im TV ganz schlecht — nur zwei Darsteller für eine Serie setzen jeder Produktion schnell enge logistische und inhaltliche Grenzen. Also muss man irgendwie andere Personen auf die Insel bringen, aber gleichzeitig darf sich natürlich für Robinson und Freitag erstmal keine ernste Fluchtmöglichkeit ergeben. Im Falle von “Crusoe” löst man das eben so gut wie es geht ohne Rauchmonster und “Others” aus der “Lost”-Trickkiste. Doch was dabei herauskommt, ist auch nur ein schlechter Kompromiss und nix Halbes und nix Ganzes.

Da versucht man sich einerseits mit Flashbacks aus der Sicht von Robinson zu behelfen: Er erinnert sich immer mal wieder an seine Familie daheim in England und Stück für Stück wird ein Puzzle zusammengefügt, das erklären soll, wie Crusoe überhaupt auf jenes untergegangenes Schiff kam. Sogar eine Intrige wird als Season-Arc-Mystery in die Flashbacks eingebaut — einziges Problem: Das ist einfach nur uninteressant und gähnend langweilig. Immer wenn Crusoe den Träumer-Blick bekommt und an diese “besseren” Zeiten zurückdenkt, wird jeglicher Schwung aus der aktuellen Episode herausgenommen und der Zuschauer bekommt ein winzig kleines Puzzlestückchen präsentiert, mit dem er oftmals gar nix anfangen kann (weil die Zusammenhänge noch nicht klar sind) oder das keinerlei Bezug zur A-Handlung der Episode hat.

Der zweite “Trick”, um das Problem mit den Darsteller-Defizit zu lösen, ist dann im Grunde ein Rückgriff auf “deus ex machina”: Ständig legen irgendwelche weiteren Schiffe einen Zwischenstopp an der Insel ein und werden dann durch irgendwelche holprigen Story-Konstrukte erstens dazu gezwungen, einige Wochen vor Ort zu bleiben und zweitens irgendwie Robinson und Freitag keine Möglichkeit zur Flucht zu bieten.

Dazwischen werden immer mal wieder Stand-Alone-Episoden eingestreut, in denen Robinson und Freitag wirklich ganz alleine sind und irgendein Adventure-of-the-week oder Fluchthoffnung-of-the-week erkunden/lösen/beseitigen müssen. Die sind zwar auch oftmals flott und amüsant, aber mehr nicht.

Kurz: “Crusoe” ist zwar ganz nettes Abenteuer- und Piraten-TV mit einem Touch MacGyver-Romantik, hat aber mit vielen prinzipbedingten Problemen zu kämpfen, die das Ganze bestenfalls für den Familien-Fernsehabend oder zum Nebenbei-Fernsehen erträglich machen.

Eure Meinung zu "Crusoe"

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RIP “My Own Worst Enemy”

Donnerstag, 13. November, 2008

Eigentlich wollte ich diese Review schon gestern veröffentlichen und “My Own Worst Enemy” als sehr ernsten Absetzungskandidaten bezeichnen. Nun hat mich die Realität mal wieder bereits eingeholt und die Show wurde (wie auch “Lipstick Jungle”) abgesetzt. Im Sinne von “es werden keine weiteren Episoden mehr produziert, aber nach aktueller Planung dennoch die restlichen Folgen ausgestrahlt”. Bedingt vielleicht auch durch den drastischen Absturz seines Lead-Ins “Heroes” in dieser Season blieb das neue Action-SciFi-Drama weit hinter den NBC-Erwartungen zurück. Bei der letzten Episode konnte NBC sogar nur etwas mehr 4 Millionen Zuschauer gewinnen, deutlich weniger als der letztjährige Timeslot-Inhaber “Journeyman”.

Richtig anfreunden konnte ich mich mit der Serie auch nicht, obwohl ich doch recht lange dran geblieben bin. Christian Slater spielt(e) in “My Own Worst Enemy” den Agenten Edward Albright, der an einer Art künstlichen Schizophrenie leidet: Er ist Teil eines Experiments, bei dem ein Chip ins Hirn des Agenten implantiert wird. Dieser Chip sorgt dann zumindest in der Theorie dafür, dass sich in dem Probanden eine zweite Persönlichkeit heranbildet, quasi ein zahmer Dr. Jekyll zum bereits vorhandenen aggressiven Mr. Hyde. Denn Agent Edward ist eigentlich ein brutaler und kompromissloser Top-Agent, der so gut wie keine soziale Kompetenz besitzt. Doch dank seines Chips im Schädel kann er per Knopfdruck auf die andere, harmlose Persönlichkeit “umgeschaltet” werden. Die Alternativ-Persönlichkeit namens Henry führt ein ganz normales, harmonisches Familienleben und weiß rein gar nichts von den Tätigkeiten seiner anderen Agenten-Identität. Und was “Henry” nicht über geheime Agenten-Missionen weiß, kann er auch bei eventueller Gefangenschaft und Folterungen nicht verraten. Eventuelle Ungereimtheiten/Informationen über Aktionen von “Edward” (Verletzungen beim Rasieren, unerwartete mehrtägige Abwesenheit von der Familie) werden im besten iPod-Stil als Update in den Hirn-Chip eingespielt, so dass Henry nie um eine Erklärung verlegen ist. Doch eines Tages gibt es ein Problem: Der Chip spielt verrückt und das “Umschalten” zwischen Edward und Henry kann nicht mehr kontrolliert werden, immer öfters wechselt der Agent zwischen beiden Persönlichkeiten hin und her und der orientierungs- und hilflose Henry muss sich irgendwie mit seiner zweiten Identität arrangieren.

Manche Elemente ähneln einer ernsten Version von “Chuck”: Ein Normalo-Bürger, der über ein abstruses SciFi-Technik-Blafasel unfreiwillig zum Superagenten mutieren soll.

Auf dem Papier war “My Own Worst Enemy” ein realitätsfernes, aber wenn man den Technobabbel mal akzeptiert hat, durchaus ein faszinierendes Konzept. Dank etwas üppigerem Budget ist eine actionreiche Umsetzung mit einem souveränen Christian Slater in der Doppel-Hauptrolle gewährleistet. Wenn man erstmal die massiven Logiklöcher in der Prämisse (Warum macht man sowas überhaupt?) akzeptiert hat oder sich irgendwie eine halbwegs belastbare Antwort auf diese Logikprobleme zurechtgebastelt hat (damit die Agenten auch unter Folter keine Geheimnisse ausplaudern können), dann funktioniert sie eigentlich ganz gut. Das sind aber leider eine Menge “Wenns” und “Falls”, die sich schnell summieren und der kuriose Gadget-Charakter der Show weicht schnell einem gewissen Cheesy-Faktor, wenn die Serie zu immer phantastischeren Story-Vehikeln greift.

So lebt die Show dann vor allem von dem Jekyll/Hyde-Faktor und von Christian Slaters Performance, aber auch der sind Grenzen gesetzt. Eventuell hätte sich noch etwas Spannung aus der Frage ergeben, ob der “böse Edward” wirklich die originale Persönlichkeit ist oder ob nicht vielleicht doch der “gute Henry” die ursprüngliche Identität ist und der Agent erst später im Rahmen des Experimentes “installiert” wurde.

Aber wirklich faszinieren konnte die Show nicht, vieles war dann doch zu weit hergeholt, zu viele Logiklöcher mussten mit Technobabbel gefüllt werden und Christian Slaters On-Screen-Chemie reichte an einen Matt Demon à la “Bourne Identity” nicht heran. Dann genehmige ich mir doch lieber eine Dosis “Chuck” (das übrigens in der jüngsten Episode zu absoluter Topform auflief, selbst bei “30 Rock” und “The Office” habe ich selten so gelacht).

Allerdings hat NBC nun ein “klitzekleines” Problem: Quotenmäßig entwickelt sich nun auch der Montag allmählich zu einem Desaster. Bei der Geschwindigkeit, mit der “Heroes” derzeit Zuschauer verliert (nun schon unter 8 Mio.), könnte selbst die “egal was passiert”-sicher geglaubte vierte Staffel gefährdet sein.

Eure Meinung zu "My Own Worst Enemy"

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“Pushing Daisies” als Comic?

Mittwoch, 12. November, 2008

Gestern fand im Paley Center for Media (früher: Museum of Radio & Television) ein Diskussions-Panel unter anderem mit den “Pushing Daisies”-Autoren statt. Eine Zusammenfassung gibt’s bei TVWeek.

Unter anderem wurde erwähnt, dass Chef-Autor Fuller hofft, die Serie im Falle einer verfrühten Absetzung zumindest als Comic zu einem vernünftigen Ende bringen zu können. Über das Schicksal der Serie hat ABC noch nicht entschieden (es sieht aber wirklich nicht gut aus), am Donnerstag werden mit dem Abschluss der Dreharbeiten zur Episode 13 die Produktionsarbeiten erstmal beendet sein.

Wilson Cruz (“Rickie” aus “My So-Called Life”) wird ferner in einer der nächsten Episoden eine Gastrolle haben.

Drunk History

Mittwoch, 12. November, 2008

Amerikanische Geschichte kann erstaunlich unterhaltsam sein. Alternativ könnte man aber auch sagen, dass sie nur besoffen erträglich ist. Wie auch immer, die (schon etwas ältere) Video-Reihe “Drunk History” bringt dem Geschichts-Interessierten (und Anderen) die amerikanische Vergangenheit unvergleichlich anschaulich nahe.

Trotz des Staraufgebots in allen Folgen (Jack Black, Michael Cera, Jason Ritter, Danny McBride) ist diese Episode 3 mit Stand-Up-Comedienne Jen Kirkman als Erzählerin mein eindeutiger Favorit — ich hätte nie gedacht, dass Schluckaufs (ist das wirklich der Plural von “Schluckauf”?) solch zentrale Bestandteile amerikanischer Geschichte waren :-) .

Wer die Reihe von Anfang an sehen will, kann diesen Link benutzen.

DeepDiscount.com: 25% auf alles (außer Tiernahrung)

Dienstag, 11. November, 2008

Der amerikanische DVD-Versender DeepDiscount.com (früher DeepDiscountDVD) hat zur Zeit wieder seine alljährliche Rabattaktion. Mittels verschiedener Codes, die man beim Kauf angibt, kann man in diesem Jahr sogar 25% Rabatt (statt früher 20%) auf alle DVDs (außer Pre-Order) ergattern. Funktionierende Codes sind u.a. SALE, SUPERSALE, 25OFFSALE und mehr.

So kostet die erste Staffel von “Mad Men” auf BluRay inkl. Versand ca. 25 Euro, die gerade neu erschienene Bluray-Edition der kompletten Serie “Firefly” ca. 42 Euro.

Es gibt diverse Manko zu beachten: Die Versandkosten nach Europa sind gestaffelt nach Warenwert (DVDs im Wert von $25-$50 erfordern zusätzlich $8.95) und somit bei höherpreisigen Artikeln sogar noch teurer als amazon.com, außerdem fällt natürlich Zoll und Einfuhrumsatzsteuer ab 22 Euro Wert an. Zudem “verschwanden” früher Pakete von DDD gerne mal unerklärlicherweise im Transit und der Dollarkurs ist mit 1,28 zur Zeit nicht so “schön” wie noch vor der Finanzkrise. Dennoch vielleicht schon mal eine gute Gelegenheit, um sich mit ersten Weihnachtsgeschenken einzudecken…

Die Aktion endet am 23. November.

Lifetime verlängert “Rita Rocks”

Dienstag, 11. November, 2008

Lifetime hat die neue Comedy “Rita Rocks” gerade für eine volle Staffel (20 Episoden) verlängert. Konnte irgendjemand etwas mit der Show anfangen?

Das sieht auf den ersten Blick nach einer ganz netten Zwischendurch-Sitcom im Stil von “8 Simple Rules for Dating My Teenage Daughter” aus, wenn man als Aufhänger nicht das verkrampfteste und unwirklichste Konzept seit “Cavemen” gewählt hätte: Eine Mutter, die mit Freunden (und dem Boyfriend der Tochter!?!) in der heimischen Garage musiziert. Rita “rocks”, geddit? Sowas hat geradezu schon ZDFiges “Unser Charly”-Niveau. Der Rest wäre sicherlich eine durchschnittliche Familien-Sitcom dank der zwar genre-typischen und altbekannten, aber stellenweise durchaus unterhaltsamen Charaktere und Dialoge. Aber sobald die gute Rita & Friends zu den Musikinstrumenten greift, verliert die Show endgültig ihre Glaubwürdigkeit und jeglicher Unterhaltungsfaktor wird in einem See aus Peinlichkeiten ertränkt — was der Rest der Episoden dann nicht mehr ausgleichen kann. Da waren die Macher wohl etwas zu sehr verliebt in das ach-so-schlaue Wortspiel im Titel der Serie.

Life on Mars (US)

Montag, 10. November, 2008

Nachdem ich am Wochenende bereits einige “Oldtimer” unter den Serien-Absetzungskandidaten abgearbeitet habe, stehen nun ein paar Newcomer auf dem Programm. Begonnen wird mit dem neuen ABC-Krimi/SciFi-Drama “Life on Mars”, das mit knapp acht Millionen Zuschauern zwar kein Flop ist, aber auch die hochgesteckten Erwartungen angesichts des zugkräftigen Lead-Ins (“Grey’s Anatomy”) nicht so recht erfüllen kann.

Zeitreisen-Serien haben es schwer in diesen Tagen. Seien es “Daybreak”, “Journeyman” und im weitesten Sinne auch “New Amsterdam”, “Eli Stone” und “Pushing Daisies” (das in einer ganz eigenen Zeit zu spielen scheint) — sie alle waren oder sind nicht gerade mit exzellenten Quoten gesegnet. “Life on Mars” geht es da nicht viel anders. Schon seit dem Produktionsbeginn war die Show zudem von Problemen überschattet, die ursprüngliche (deutlich schlechtere) Pilot-Episode wurde komplett in der Ablage “P” entsorgt und man begann mit neuen Darstellern (vor allem Harvey Keitel als neuer, grantiger Vorgesetzter Gene Hunt), neuem Setting (New York statt Los Angeles) und geändertem Autoren-Team (die “October Road”-Autoren statt David E. Kelley) noch mal komplett von vorne. Dabei ist das Rahmenkonzept der Show alles andere als neu, es basiert ebenso wie der größte Teil der Handlung der Episoden auf einer erfolgreichen britischen Drama-Serie gleichen Namens, die auch bereits in Deutschland auf Kabel 1 unter Ausschluss der Öffentlichkeit versendet wurde.

Im Mittelpunkt von “Life on Mars” steht der ambitionierte Cop Sam Tyler (Jason O’Mara), der bei einem Autounfall in unserer Gegenwart schwer verletzt wird und statt im Krankenhaus aus unerklärlichen Gründen unversehrt im New York des Jahres 1973 aufwacht. Ob Sam Tyler wirklich eine Zeitreise unternommen hat, im Koma liegt oder vielleicht bereits tot ist, gehört zu der übergreifenden Haupt-Mystery-Geschichte dieser (wohl ersten und letzten) Staffel. Sam und der Zuschauer erhalten bestenfalls mehrdeutige Hinweise auf Sams realen Zustand. So oder so, Sam befindet sich im Jahr 1973, allerdings samt kompletter Identität und neuem Job als frisch nach New York versetzter Polizist. Während er versucht, seiner eigenen bizarren Lage auf den Grund zu gehen, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich in seine neue Rolle und seinen neuen Job zu fügen und Mordfälle im New York der siebziger Jahre zu lösen.

Und natürlich ist das auch eine ganz andere Aufgabe als Sam aus dem Jahr 2008 gewohnt ist. Keine Computer, keine DNA-Analysen, eine recht freizügige Auslegung des Gesetzes durch seine Kollegen machen Sam das Leben schwer. Hier tappt die Serie dann leider auch allzuoft in das typische Problem aller Zeitreisen-Serien und -Filme: Die unerlässlichen Anspielungen der Hauptfigur auf “zukünftige” geschichtliche Ereignisse und Anekdoten, die schnell zu einem repetitiven Gimmick mutieren und schließlich nur noch als “comic relief” in die Handlung eingestreut werden. Wenn Sam im Jahre 1973 plötzlich “Ice, Ice Baby” rappt, ist das nur im ersten Moment halbwegs amüsant, anschließend bizarr.

Hauptproblem von “Life on Mars” ist, dass sich der interessanteste Aspekt der Show (die Aufklärung von Sams wahrem Zustand) prinzipbedingt noch über viele Episoden gestreckt werden muss. So steht und fällt die Show mit dem “Crime of the week”, die jeweils über zum Teil abenteuerliche Konstrukte irgendwie in Beziehung zu Sams “echtem” Leben gebracht werden und eine Mystery-Komponente in der Show darstellen sollen. Schon in einer der ersten Episoden läuft er prompt seiner eigenen Mutter über den Weg und es kommt zu surrealen und Kopfschmerzen-bereitenden Dialogen zwischen den beiden, garniert mit einer dick aufgetragenen, seichten Familiendrama-Story. Aber ohne diese Bezüge auf Sams Leben sind die Kriminalfälle bestenfalls Crimeshow-Durchschnitt und kaum fesselnd.

Die Serie hätte Potential in der Interaktion zwischen Sam und seinem Rauhbein-Vorgesetzten Gene Hunt (Harvey Keitel), doch letzterer wird zunehmend softer gezeichnet und wenn denn mal Konflikte zwischen den beiden auftreten, wirken sie immer weniger glaubhaft. Auch die Auseinandersetzungen mit den anderen Kollegen (unter anderem Michael Imperioli) laufen immer nach dem gleichen Schema ab: Die 70er-Jahre-Cops setzen sich über Recht und Gesetz hinweg, Sam spielt moralischer Zeigefinger, bekommt eine auf die Mütze, hat aber dann doch irgendwie Recht.

Doch es gibt einen Punkt, in dem die Serie wirklich brilliert und das ist der exzellente Soundtrack, der über so manche schwache Szene hinwegrettet. Das haben wohl auch die Macher erkannt und setzen beim Editing in den jüngeren Episoden entsprechende Schwerpunkte: So werden dialogarme (Slow-Motion-)Szenen eingestreut um einem (zugegebenermaßen optimal ausgesuchten) Soundtrack mehr Platz einzuräumen. Und ich muss sagen, das wirkt. Zusammen mit einer gelungenen Cinematographie (mit konsequentem, “verblichenem” Farbschema) gibt es immer mal wieder einige kleine “Wow”-Momente.

Aber retten können sie diese Show nicht. Der “Fluch der Zeitreisen-Serien” dürfte wohl weiter gehen.

Meta-FilmFilmFilm

Montag, 10. November, 2008

Jetzt hat Hollywood wohl endgültig den Verstand verloren. Als gäbe es nicht bereits genügend unsäglich schlechte “Spoof Movies” (also Filme, die ein bestimmtes Film-Genre auf die Schippe nehmen wollen, wie z.Bsp. “Scary Movie”, “Date Movie” oder der filmische Sondermüll “Meet the Spartans”), will man nun laut Hollywood Reporter einen Spoof-Film über Spoof-Filme machen. Nah, das trifft es noch nicht mal richtig. Es ist komplizierter: Die Produktion mit dem Titel “Not Another Not Another Movie” (nein, kein Typo) erzählt die Geschichte von einem Produktionsstudio, das einen Spoof-Film über Spoof-Filme drehen will. Also ein Meta-Movie im Film im Film. Ich trauere bereits jetzt den zwölf Gehirnzellen hinterher, die beim Versuch, die Idiotie dieses Vorhabens zu begreifen, das Zeitliche gesegnet haben. Eigentlich würde man zudem erwarten, dass bei solchen abstrusen Konstrukten das Raum-Zeit-Kontinuum ernsten Schaden nimmt.

Als Darsteller hat man die zweite Garde der 80er-Jahre-Stars wieder aus der Gruft geholt: Burt Reynolds und Chevy Chase sollen zwei Hauptrollen in dieser Verfilmung dieses Kopfschmerz-verursachenden Konzepts spielen. Die Dreharbeiten sind sogar bereits so gut wie abgeschlossen.

Dead Set

Sonntag, 9. November, 2008

Vor einigen Wochen hatte ich schon mal etwas zu dem ungewöhlichen Crossover des britischen Senders E4 zwischen dem “Big Brother”-Franchise und dem Zombie-Genre geschrieben. Ende Oktober, passend zu Halloween, liefen nun die sechs Teile der Miniserie “Dead Set” im TV (und ist auch schon komplett auf DVD erhältlich).

Das Konzept der Miniserie dürfte wohl bereits aus der Prämisse “Big Brother meets Zombies” auf der Hand liegen: Eine Zombie-Epidemie auf der Insel macht auch vor den Toren der Produktionsfirma von “Big Brother” nicht halt. Just als ein Teilnehmer in der üblichen wöchentlichen Liveübertragung aus dem Haus gewählt wird, bricht das Chaos über den Ort herein, ohne dass die von der Aussenwelt abgeschotteten Bewohner etwas davon mitbekommen. Auch Kelly, eine Assistentin in der “Big Brother”-Produktionsfirma, wird von den brutalen Ereignissen überrascht und muss um ihr Leben kämpfen.

Ich hatte ehrlich gesagt eine billige und “entschärfte” TV-taugliche 08/15-Produktion erwartet, aber “Dead Set” ist ein höchst unterhaltsamer und durchaus smarter und spannender Vertreter des Zombie-Genres. Das “Big Brother”-Set dient dabei allerdings hauptsächlich als eine extravagante Location für diesen Horror-Film. Eventuelle medienkritische Anspielungen spielen eher eine untergeordnete Rolle. Aber das macht die Produktion nicht minder sehenswert.

Die Miniserie weicht des öfteren von dem üblichen “Menschen vs. Zombies”-Schema ab und baut einige zutiefst verstörende und dennoch in ihrer Bizarrheit komische Szenen ein, die den Zuschauer munter zwischen Ekel und Schenkelklopfer wechseln lässt. Da metzeln beispielsweise eine Horde Zombies blutspritzend und Gedärme-zerreißend durch eine hilflose Menschenmenge, unterlegt jedoch mit dem poppig-flockigen “Grace Kelly” von MIKA in Surround-Sound. In einer anderen Szene greifen die Überlebenden zu einem ungemein unappetitlichen Manöver, um die Zombies von ihrem Plan abzulenken. Horror, Gore, Panik und bizarr-ekelhafte Situationen: Was mehr kann man von einem Zombie-Film erwarten? ;-)

Auch wenn “Dead Set” ein paar große Portionen aus dem schier unerschöpflichen Topf des typisch britischen schwarzen Humors nimmt, so ist er dennoch bei weitem nicht so locker-flockig wie beispielsweise “Shaun of the Dead” und geht auch ‘ne Ecke brutaler und blutiger zur Sache. Wer also schon beim Gedanken an das wiederholte Zerschmettern eines Zombie-Schädels mit einem Feuerlöscher Magenprobleme bekommt, sollte um “Dead Set” einen Bogen machen. Jugendfrei ist diese Miniserie ganz sicher nicht. Die Zombies ähneln zudem eher den agilen und schnellen Untoten aus neueren Produktionen wie “28 Days/Weeks Later”, was sie aber in meinen Augen deutlich bedrohlicher erscheinen lässt.

Auch ansonsten bricht “Dead Set” nicht unbedingt mit den Konventionen des Genres: Obwohl die Protagonisten eindeutig in unserer wohlvertrauten Medienwelt leben und neben dem offensichtlichen “Big Brother”-Franchise auch unter anderem Facebook, Youtube, The Sopranos, Lost und Doctor Who beim Namen genannt werden, scheint doch noch niemand aus dieser Popkultur-Generation jemals einen Zombie-Film gesehen haben. So fällt der Begriff “Zombie” während den knapp 140 Minuten Nettolaufzeit kein einziges Mal, selbst “Undead” wird vermieden und die Charaktere machen all die typischen (und dummen) Fehler, die Protagonisten in Horrorfilmen nun mal so machen. Dennoch ist der Höhepunkt des Mehrteilers dann doch ein geschicktes Psycho-Drama mit “Big Brother”-kritischen Untertönen und kumuliert in einem spektakulären Finish (und einer netten Schlussszene).

Kurz: Ein solides Stückchen Unterhaltung für Zombie-Fans und Freunde eines gepflegten bitterschwarzen und politisch unkorrekten Humors, garniert mit einer kleinen Prise Kritik am voyeuristischen und mediengeilen “Big Brother”-Verdummungs-Hype. Sowas bringen wohl wirklich nur die Briten fertig. Hier gibt’s einen Trailer.

Die Absetzungskandidaten

Samstag, 8. November, 2008

Die folgenden Serien haben nur noch geringe Chancen, im nächsten Herbst für eine weitere Staffel auf die Bildschirme zurückzukehren. Es gibt noch einige mehr, aber fangen wir mal mit den Produktionen an, die bereits mindestens im zweiten Jahr sind.

The Sarah Connor Chronicles
Ein kleines Stehaufmännchen haben wir hier. Die Qualität der einzelnen Episoden oszilliert heftig irgendwo zwischen 80er-Jahre-Action-Serie-Einerlei und hochspannender Charakter-Psychoanalyse. Die Episode mit dem Besuch der Connors beim Kinderpsychologen und der Enthüllung um die kleine bemitleidenswerte Tochter von Shirley Mansons Charakter gab zumindest wieder neue Zuversicht, dass die Macher durchaus wissen, wie sie das echte Potential der Serie und ihrer Charakter nutzen können. Aber auf der anderen Seite gibt es auch immer noch irritierend-langweilige Bösewicht-der-Woche-Storylinies. Summer Glau hingegen ist wohl in der Tat auf dem Weg zum besten “Terminator” aller Zeiten. Volle 22 Episoden für Season 2 sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt sicher, die Chancen für eine dritte Staffel hängen von der zukünftigen Performance (und FOX’ Erwartungen) in dem undankbaren Freitag-Sendeplatz ab.

Life
Kann es sein, dass diese Show in Season 2 sogar noch besser als in Season 1 ist? Im Grunde ist das ja auch nur wieder ein Crime-Procedural mit schrulligem Hauptcharakter, aber gleichzeitig mindestens soviel Spaß wie “Monk” zu seinen besten Zeiten. Ich bin kein sonderlich großer Fan von Krimiserien, aber diese Serie ist dank der perfekten Chemie zwischen den Hauptcharakteren, den gewitzten Dialogen, dem gut gewählten Soundtrack und dem zuweilen herrlich trockenen Humor immer noch ein Must-See. NBC hat der Serie gerade eine volle 22-Episoden-Staffel gegönnt, aber die Chancen für eine Verlängerung darüber hinaus sind sehr gering — schon diese “Backorder” kam überraschend.

Eli Stone
Diese Mystery-Anwaltsserie ist weiterhin eine charmante Serie und sie leidet wohl ein wenig unter der allgemeinen Quotenschwäche von ABC. Mit einem Grossaufgebot von Gaststars (Katie Holmes, Sigourney Weaver, …) versucht die Produktion derzeit neue Zuschauer anzulocken, aber bisher mit wenig Erfolg. Dabei haben die Autoren eine gelungene Auflösung für den Cliffhanger der ersten Staffel gefunden und auch die “Cases of the week” fallen zumindest in die Kategorie “nette Unterhaltung”. Quasi die etwas lockere Variante von “Medium” und sicherlich nicht bizarrer als “Ally McBeal”, aber nicht mal ansatzweise mit ähnlichem Zuschauerinteresse.

Pushing Daisies
Auch das Schicksal dieser Show ist wohl schon so gut wie besiegelt, nach 13 Episoden in der zweiten Staffel dürfte das Ende für den Kuchenbäcker anstehen und Chefautor Fuller hat ja schon angedroht, im Falle der Absetzung von “Daisies” wieder zu den “Heroes” zurückzukehren (ob da allerdings noch ‘was zu retten ist?). Auch ich bin etwas “on the fence” was “Daisies” angeht, die Serie ist nachwievor sehr over-the-top und ungemein zuckersüß und sicherlich ein einzigartiges TV-Projekt. Sowas kann sich aber auf Dauer abnutzen und der Faktor des Neuen und Ungewöhnlichen hat sich im Falle von “Daisies” nach nicht mal insgesamt 15 Episoden als nicht sonderlich alltagstauglich erwiesen. Trotzdem ist es schade, dass die Serie so katastrophale Quoten eingefahren hat. Auf jeden Fall bin ich aber noch auf das für Folge 8 angekündigte “Wonderfalls”-Crossover gespannt.

Chuck
Auch bei dieser Serie kann ich immer noch nicht nachvollziehen, warum sie solch eklatante Quotenprobleme hat und NBC nicht mal irgendeinen anderen Sendeplatz testet. Die Serie macht einfach immer noch richtig viel Spaß, weil sie ohne jeglichen Respekt munter im Agentenfilm-Genre (und im Soundtrack der 80er) drauflos wildert und gleichzeitig eine große Palette an sympathischen Charakteren zur Verfügung hat. Dabei kann sie auch neben all der Albernheit und Popkultur-/Nerd-Referenzen auch mal ruhigere Töne anschlagen und den Figuren und ihren Beziehungen untereinander somit auch erlauben, sich weiterzuentwickeln. Die Show verlangt dem Zuschauer also nicht sonderlich viel ab, ist dennoch ein munterer Zeitvertreib — aber vielleicht doch ein Stückchen zu “geeky”? Eventuell gibt es dieses Jahr mit Shows wie den oben genannten “Life”, “Pushing Daisies”, “Eli Stone” auch einfach zu viele Shows mit überzeichneten und/oder skurrilen Charakteren und Handlungsbögen.

Und aus der Katgeorie “Ferner liefen”: Ebenfalls kritisch ist die Lage für Dirty Sexy Money, Numbers sowie Prison Break und Lipstick Jungle.

Wochenend-Blogger

Freitag, 7. November, 2008

Es ist zwar erst Freitag, aber allmählich mutiere ich offensichtlich zu einem Wochenend-Blogger (hat wohl in der “Blogosphäre” einen ähnlichen Beigeschmack wie “Sonntagsfahrer” ;-) . Anyhoo, ein paar Anmerkungen zur vergangenen Woche will ich noch loswerden.

Da war zunächst mal jene US-Wahlnacht, die ich entgegen aller zuvor getroffenen “Ich bleib aber nicht wieder die ganze Nacht wach”-Vorsätze dann doch bis fünf Uhr mit CNN (und Huffington Post, FiveThirtyEight.com, New York Times, LATimes, Washington Post sowie den Streams von [C|MS]NBC, FOXNews, etc) verbrachte. Solche Events sind neben der offensichtlichen politischen Bedeutung auch noch aus einer anderen Perspektive interessant: In kürzester Zeit müssen den Zuschauern/Lesern eine wilde Flut an trockenen Daten möglichst anschaulich präsentiert werden und die Sender/Websites überbieten sich gegenseitig mit neuen, vermeintlich sensationellen Formen der Datenvisualiserung. Bei manchen Gadgets dieser technischen Eyecandy-Hochrüstung reibt sich so mancher “Information Architect” zwar hin und wieder verwundert die Augen und fragt sich, was das nun soll (beispielsweise CNNs neuestes von Eigenlob ertränktes “Hologramm”-Spielzeug oder Peter Klöppels Verrenkungen vor dem Green Screen), doch es gibt auch jene Entwicklungen, die beim Nutzer anerkennendes Staunen hervorrufen. In die letztere Kategorie fallen unter anderem die Info-Grafiken des Webangebots der New York Times, die mich bereits mehrmals durch sehr intuitiv benutzbare Flash/Shockwave-Anwendungen und gelungene Statistik-Darstellungen überraschten (beispielsweise die interaktive “President Map” oder “The Measure of a President“). Doch bei all dieser “Datenflut” von Wahlergebnissen, Exit Polls und Expertenanalysen war dann doch dieser Moment die durchzechte Nacht wert:

Die Stewart/Colbert-Live-Show kam in meinen Augen irgendwie nicht so recht an die Leistung üblicher Shows heran, auch wenn Stewart bei der Bekanntgabe von Obamas Sieg dann wohl doch etwas Pipi in die Augen bekam.

Aber auch im TV-Serienland gab es ein paar interessante Entwicklungen in dieser Woche: So wurde die Comedy “Kath & Kim” von NBC für eine komplette Season verlängert. Die Pilotepisode ging mir allerdings derart auf den Zeiger, so dass ich mir davon wirklich keine weitere Folge antun wollte. Die Show hat mich in den 22 Minuten regelrecht aggressiv gemacht. Aber offensichtlich hat die Serie durchaus eine ausreichende Zuschauergemeinde gefunden und NBC will ihr eine solide Chance geben. Hat ja auch bei “The Office” und “30 Rock” funktioniert.

FOX hat wiederum die Pläne für Midseason konkretisiert (will heißen: Die ursprünglichen Pläne wurden wie erwartet komplett über den Haufen geworfen). FOX ist immerhin recht konsequent und alten Traditionen verpflichtet, indem es wie bereits in den letzten Jahren das für den Freitag-Sendeplatz vorgesehene “Bones” erneut nicht dort ausstrahlen will. Stattdessen werden (erneut offensichtlich in guter Misserfolgs-Tradition) nun die quotenschwachen “Sarah Connor Chronicles” sowie Joss Whedons “Dollhouse” (ab 13. Februar 2009) in den Friday Night Death Slot zum Sterben ausgesetzt. Seit den “X-Files” vor gut zehn Jahren hat keine Sci-Fi-Serie mehr am Freitag auf FOX funktioniert und es liegt der Verdacht nahe, dass auch die “Chronicles” und “Dollhouse” diese Sendeplätze nicht mehr als 13 Episoden lang überleben werden. Optimisten dürfen sich aber dennoch an folgenden Strohhalmen festhalten: a) Sci-Fi-Nerds sind Freitag Abends eh zuhause und an genau diese Zielgruppe richten sich beide Serien und b) an jedem anderen Werktag (insbesondere am Montag mit “Chuck”, “Heroes” und “HIMYM”) hätte “Dollhouse” wohl (auch) keine Chance gehabt.

Immerhin gibt es einen neuen Trailer:

Noch eine Serie, für die ich große Hoffnungen habe, ist die Neuauflage von Rob Thomas’ Dramedy “Cupid” für ABC, das ebenfalls in der Midseason starten soll. Dort haben jüngst die Dreharbeiten begonnen und dort hat sich ein Teil des “Veronica Mars”-Dreamteams wieder zusammengefunden: Autorin Diane Ruggiero ist nach ihrem “Ex-List”-Desaster in das Autorenteam von “Cupid” aufgenommen worden.