Archiv vom Januar 2009


Waiting for Summer

Samstag, 31. Januar, 2009

Überrascht es irgendjemanden meiner regelmäßigen Leser hier, wenn ich erwähne, dass “500 Days of Summer” angesichts der Hauptdarstellerin Zooey Deschanel einen prominenten Platz auf meiner “unbedingt ansehen”-Liste für 2009 hat?

Ich habe vor einigen Tagen das Drehbuch gelesen (finde leider keinen Web-Link mehr), welches es 2006 auf die “Black List” geschafft hatte und fand es rundum gelungen. Der erste Lacher dieser Liebesgeschichte (die keine ist) bringen die beiden Jungautoren Scott Neustadter und Michael M. Weber bereits im Skript unter bevor überhaupt die erste Szene beschrieben wird. Es ist auf den ersten Blick mal wieder so eine twentysomething-Story von Autoren-Neulingen (einziges Projekt bisher: “Pink Panther 2″…) mit verdächtig-autobiographischen Zügen und endlosen Popkultur-Referenzen. Solche Skripte gibt es sicherlich wie Sand am Meer, weil scheinbar jeder Drehbuch-Autor als Erstlingswerk ein Coming-Of-Age-Ding schreibt. Aber das hier ist anders, flott, hat genau die richtige Länge, ist unkonventionell, unterhaltsam und schafft es, eine kleine “Geschichte einer Liebe” frisch und interessant zu erzählen.

Der Film handelt von dem Grußkarten-Texter Tom (Joseph Gordon-Levitt, “3rd rock form the sun”), der sich Hals über Kopf in die bezaubernde Summer verliebt. Aber sie verliebt sich nicht in ihn. Erzählt wird die Story “stückchenweise”, erst allmählich ergibt sich ein ein Gesamtbild aus den zeitlich bunt gestreuten Szenen.

Seit der Lektüre von “The Timetraveler’s Wife” hatte ich nicht mehr so viel Freude mit einem Skript voller Zeitsprünge. Mit Zooey Deschanel in der weiblichen Hauptrolle kann das Ding eigentlich nicht mehr schief laufen, die Berichte von der Premiere beim Sundance-Festival klingen auch verheißungsvoll. Trotzdem bin ich gespannt wie ein Flitzebogen, was Newcomer-Regisseur Marc Webb aus dem Material gemacht hat. Der Trailer sieht jedenfalls mal gut aus (gibt’s auf YouTube auch in sehr guter HD-Qualität).

Zwei Ausschnitte aus dem Film gibt’s bei slashfilm.

Aber bis der in Deutschland startet oder die US-DVD erhältlich ist wird sicherlich noch mehr als ein halbes Jahr vergehen. US-Kinostart ist Ende Juli 2009. Also warten wir auf den Sommer. Ist ja nicht mehr weit. Die Tage werden ja schon wieder spürbar länger…

P.S.: Da ich den Song aus dem Trailer nicht mehr aus dem Kopf bekomme (“Sweet Disposition” von The Temper Trap), hier noch das Musikvideo dazu.

Down in the Valley (2005)

Samstag, 31. Januar, 2009

Allmählich schließen sich die Lücken in meiner Abarbeitung der Filmographie von Evan Rachel Wood. Ende Februar startet übrigens “The Wrestler”, in dem sie die Film-Tochter von Mickey Rourke spielt. Der Trailer verspricht spannendes Charakter-Drama.

downinthevalleyDown in the Valley” ist schon ein paar Jährchen älter und kam seinerzeit trotz 8-Millionen-Dollar-Budget nie in die Kinos. Es ist ein anstrengendes Drama um einen verwirrten thirtysomething namens Harlan (Edward Norton) im Fernando Valley. Über die Herkunft oder den Background von Harlan erfährt der Zuschauer nicht viel, aber er lebt in seiner ganz eigenen Western-Welt, träumt davon, ein Cowboy zu sein und vermischt diese Phantasien zunehmend mit seinem realen Leben. Als Harlan sich in die 17-jährige Schülerin Tobe (Evan Rachel Wood) verliebt, die wohl in erster Linie etwas Abenteuer in ihrem langweiligen Leben spüren will, glaubt Harlan schließlich, dass er seine junge Geliebte aus den Fängen von Tobes vermeintlich bösen Vaters befreien müsste.

Der Film macht es dem Zuschauer nicht sonderlich einfach. Er zeichnet ein komplexes und schwieriges Psychodrama eines Mannes, der in seiner eigenen Welt lebt und dessen Universum dann mit der Realität auf brutale Weise kollidiert. Auch wenn er es eigentlich nur gut meint, ist er in Illusionen und Phantasiewelten gefangen und durch seine erratischen Handlungen eskaliert die Situation rund um ihn herum zunehmend. Edward Norton geht in der Rolle auf wie selten zuvor, aber dennoch kann “Down in the Valley” nicht richtig überzeugen: Der Film ist mit knapp zwei Stunden Laufzeit zu lang und hätte hie und da etwas “Straffung” vertragen können. Aber dennoch ist dieses Drama eine ergreifende Geschichte von sehr unterschiedlichen Menschen, die auf verschiedenen Wegen versuchen, ihrer Einsamkeit zu entkommen. 7/10

Never trust the Germans, they have monkey feet.

Freitag, 30. Januar, 2009

Ein paar Quickies aus der zurückliegenden Woche. Wenn ich Twitter “richtig” nutzen würde, wären die wohl dort gelandet. Aber irgendwie ist mir das Blog-Format einfach lieber.

- Latein-Lehrer weltweit atmen auf: Dank der neusten Folge von “Lost” ist (Vulgär-)Latein nun wieder “Kult”. sum, es, est, sumus, estis, sunt!

- “Fringe“: Das war’s erstmal für mich, die letzte Folge war eine einzige Zumutung. Vielleicht mache ich es irgendwann mal wie bei Lost Season 3 und schaue mir den Rest in einem Rutsch an. Aber zu Zeit nerven mich die Show und ihre Charaktere maßlos.

- “Scrubs” & “The Muppets”: A match made in heaven.
- “Scrubs”: JD & Elliot: Ich dachte, ich würde ausflippen, wenn sie die beiden wieder zusammenbringen, aber so weit, so gut und mein Blutdruck ist vollkommen unbeeindruckt.

- Die neue RTL-Comedy “TV-Helden” hat mich noch nicht sonderlich überzeugt. Da gab es durchaus ein paar gute Lacher, aber insbesondere die Anmoderationen vor Studiopublikum sind Zeitschinderei. Manche Einspieler haben im Grunde auch nur eine einzige Punchline, die dann fünf Mal wiederholt wird (bspw. der Messe-Besuch, das “Interview” mit dem Bahn-Sprecher).

- Der “Arrested Development”-Spielfilm wird gedreht, wird nicht gedreht, wird gedreht, der “Veronica Mars”-Spielfilm wird gedreht, wird nicht gedreht, wird gedreht, der “Pushing Daisies”-Spielfilm wird … [to be continued]

- “USTara“: Auch die zweite Episode war exzellent. Großartige Show.

- Am Sonntag Abend ist wieder mal “Superbowl“-Zeit, die ARD überträgt in Deutschland ab Mitternacht. NBC ist dieses Jahr mit der US-Ausstrahlung dran. Einige wenige (und nicht sonderlich herausragende) Werbespots gibt’s schon heute bei Adweek. Anschließend zeigt NBC eine “The Office“-Episode, laut Alan Sepinwall eine der besten Folgen der Serie.

- Amazon.de verkauft die komplette Serie “Deadwood” plus Pokerchips zur Zeit in einem “exklusiven” Paket für 69,97 Euro, bei amazon.co.uk gibt’s die drei Staffeln ohne Gadgets (und wohl auch ohne deutschen Ton) für ca 42 Euro.

- P.S./Addendum: CNBC Europe will laut dem “Late Show UK”-Blog keine “Late Night with Conan O’Brian” mehr zeigen. Ich hatte mich schon gewundert, warum mein VDR seit 1.1.09 nur noch Jay Leno aufzeichnete, aber offensichtlich hat CNBC Europe die Show absichtlich (und nur wenige Wochen vor dem Ende am 20. Februar) aus dem Programm gestrichen. Seit August hatte CNBC sogar wieder werktäglich “Late Night with Conan O’Brien” gezeigt, aber das wurde Anfang 2009 auch wieder fallengelassen. CNBC Europe will auch nicht die Nachfolgersendung “Late Night with Jimmy Fallon” ab März zeigen, sondern auch zukünftig nur noch die “Tonight Show”, deren Host ab Juni dann aber Conan O’Brien lautet. Allerdings befürchte ich, dass CNBC Europe diese Entscheidung auch wieder ändert, wenn Jay Leno ab Herbst 2009 dann wieder eine tägliche Talkshow auf dem Muttersender NBC übernehmen wird.

Happy-Go-Lucky (2008)

Freitag, 30. Januar, 2009

Ich glaube “Happy-Go-Lucky” ist einer der Filme, die polarisieren. Entweder man liebt den (fürs Drehbuch Oscar-nominierten) Streifen oder man findet keinen Zugang. Ich gehöre zu den Letzteren.

happy-go-luckyPoppy (Sally Hawkins) ist ein Wirbelsturm guter Laune. Durch fast nichts lässt sie sich unterkriegen, selbst bei den heftigsten Schicksalsschlägen findet die fröhliche Kindergärtnerin nach kurzer Zeit wieder zu ihrer quietschfidelen Lebenseinstellung zurück. Sie ist einfach ein grundgütiger Mensch und ist im Umgang mit den Kindern nicht nur eine phantasievolle und von ihrer Aufgabe begeisterte Erzieherin, sondern auch eine einfühlsame Bezugsperson. Das lässt ihre Umwelt zuweilen nicht nur irritiert (oder ebenfalls fröhlich) zurück, sondern ruft — vielleicht auch aus Neid — desöfteren auch genervte Reaktionen hervor. Als sie sich dazu entschließt, endlich mal den Führerschein zu machen, gerät sie an einen depressiven Lehrer, der an diverse Weltverschwörungen glaubt und leicht zu aggressiven Ausbrüchen neigt. Die beiden könnten also nicht gegensätzlicher sein. Dennoch entwickelt sich eine seltsame zwischenmenschliche Beziehung, beide wollen nicht einfach aufgeben.

Ich muss zugeben, dass auch ich wohl zu den Leuten gehöre, denen Poppy in “Real Life” recht schnell auf den Zeiger gegangen wäre. Nicht unbedingt wegen ihrer positiven Lebenseinstellung, sondern eher wegen ihres zuweilen anstrengenden und naiven “Draufgänger-Stils”. Das hat natürlich auch eine Auswirkung darauf, wie man die Charaktere und damit den Film beurteilt. Aber eines will ich dennoch nicht unerwähnt lassen: Auch wenn die Porduktion nicht auf meinen zukünftigen Bestenlisten auftauchen wird, so kann ich dennoch die beeindruckende schauspielerische Leistung von Sally Hawkins anerkennen. Die spielt sich wahrhaftig die Seele aus dem Leib und es ist ohne Frage eine Oscar-würdige Leistung, solch eine überdrehte Persönlichkeit glaubhaft und mit der nötigen ernsthaften Tiefe zu spielen, ohne sie der Lächerlichkeit preiszugeben. Aber darüber hinaus war der Film einfach nicht mein Ding oder vielleicht hatte ich auch einfach ‘nen schlechten Abend :-) .

The Princess Bride (1987)

Donnerstag, 29. Januar, 2009

Regisseur Rob Reiner dürfte wohl vielen Kinogängern dank “Spinal Tap” und “Harry & Sally” ein Begriff sein — “The Princess Bride” (“Die Braut des Prinzen”) gehört zumindest in Deutschland hingegen zu seinen unbekannteren Werken.

Allerdings ist “The Princess Bride” auch ein kurioses Stückchen Film. Er ist ein nettes und harmloses Fantasy-Märchen (nicht nur für die Kleinen), aber gleichzeitig auch eine ironische Überspitzung und Verballhornung des Genres.

princessbrideEin kleiner Junge (Fred Savage in einer seiner ersten Rollen) liegt krank daheim im Bett. Sein Großvater (Peter Falk) kommt zu Besuch und erzählt ihm eine kleine Märchengeschichte: “Die Prinzenbraut”. Diese erzählt die Liebesgeschichte der schönen Buttercup, die glaubt, dass ihre einzig wahre Liebe Westley von einem Pirat getötet wurde. So erklärt sie sich bereit, den bösen Thronerbe Prinz Humperdinck zu heiraten. Doch dann wird sie von drei seltsamen Gestalten entführt und es stellt sich heraus, dass sie vielleicht doch nicht auf ihre “wahre Liebe” verzichten muss. Natürlich hat der hinterhältige Humperdinck andere Pläne mit ihr und will von “wahrer Liebe” nichts wissen.

Der Film ist durch und durch erstmal eine klassische romantische Fantasy-Erzählung. Doch sie hebt sich durch viele ironische Anspielungen auf das Genre von anderen Produktionen ab und nimmt sich eigentlich nie so richtig ernst. Billy Crystal als bizarrer Quacksalber oder Mandy Patinkin als ambitionierter Degenkämpfer sind nur zwei der sympathisch-abstrusen Leckereien des Films. Es ist aber auch offensichtlich, dass der Film nicht gut gealtert ist. Für einen Fantasy-Film hatte der Film bereits in den 80ern mit den Beschränkungen eines kleinen Budgets zu kämpfen — über 20 Jahre später stechen der Mangel an Special Effects und die gemächlichen Schnitte richtig ins Auge. Insofern ist der Film wohl am ehesten den etwas älteren Zuschauern zu empfehlen, die mit den Filmen der 80er aufgewachsen sind und an diesen “einfachen” Filmstil (oder mit “The Princess Bride” selbst) noch sentimentale Kindheits-Erinnerungen verbinden und über solche “Unmodernität” hinwegsehen können. Kleine Kinder werden wohl durchaus an der Story Gefallen finden, auch wenn sie die in die Handlung eingestreuten Seitenhiebe nicht verstehen.

In den USA genießt der Film auch nach all den Jahren eine hohe Popularität und wurde inzwischen in mehreren “Special Editons” als DVD auf den Markt gebracht. Am besten ausgestattet sind aber die 2006er “Buttercup / Dread Pirate”-Special Editions aus den USA, die aber inzwischen ausverkauft sind und unerklärlicherweise nur ein Jahr später durch eine magere “20th Anniversary Edition” abgelöst wurde. Ende 2008 gab es endlich auch eine PAL-Version in Großbritannien, die neben den zwei Audiokommentaren auch einige der (aber leider nicht alle) Featurettes der “Buttercup/Dread Pirate”-Edition übernommen haben (“As You Wish”, “Cary Elwes”-Videos und die 1987er Dokus sind vorhanden). Aber da der Euro/Pfund-Kurs zum Jahreswechsel so günstig war, habe ich bei der britischen Fassung zugegriffen und somit auf ein paar Extras verzichtet.

Ich habe keinen besseren Trailer als dieses verrauschte Ding mit Werbung am Schluss (ab 1:40) gefunden, aber er gibt einen guten Eindruck des gewollten und nicht ganz ernst gemeinten “cheesy”-Faktors des Films:

“The Middleman” erscheint auf DVD

Donnerstag, 29. Januar, 2009

Zwar wird es wohl leider keine neuen Episoden der letztjährigen Sommer-Serie “The Middleman” mehr geben, aber wie Javier Grillo-Marxuach gestern in seinem Blog schrieb, ist eine DVD-Veröffentlichung nun endlich in trockenen Tüchern. Und wieder einmal ist es Shout!Factory, die Mut zur Nische beweisen und die kleine, aber bunte Show auf den Markt bringen werden.

my friends, i couldn’t be more delighted to be finally letting the cat out of the bag…the middleman dvd is now officially in production for a summer 2009 release!

produced by the good folk of shout! factory (the incredible episode-box artisans who created amazing sets for “freaks and geeks,” “my so-called life” and MST3K) – the DVDs will be out in time for the san diego comic-con and will be chock-full of the kind of extra goodness you have come to expect from the middleteam…

Trust Me

Mittwoch, 28. Januar, 2009

Ich trauere eigentlich immer noch ein wenig “Love Monkey” hinterher. Das war eine höchst charmante Serie mit einem exzellenten Tom Cavanagh (“Ed”). Aber niedrige Quoten bereiteten der CBS-Produktion schnell den Garaus. Toms anschließende Auftritte in “Eli Stone” waren dann kurz und selten, trugen aber dennoch deutlich zur Qualität der Episoden bei.

trustmeGemeinsam mit Eric McCormack (“Will & Grace”) ist er nun endlich mal wieder in einer Hauptrolle in einer PrimeTime-Serie zu sehen, wenn auch “nur” auf dem Kabel-Kanal TNT. In “Trust Me” geht es um zwei enge Arbeitskollegen und Freunde, die in einer großen Werbeagentur in Chicago arbeiten. Ihre Freundschaft wird auf die Probe gestellt, als nur einer der beiden eine Beförderung erhält.

Eigentlich ist die Serie recht simpel gestrickt. Zwei jahrelange Kumpels, die durch eine Belastungsprobe ihrer Freundschaft gehen müssen. Ferner eine “Neue” im Büro, die sich ihre Lorbeeren erst verdienen muss, ein stressiger Chef und der böse, hinterhältige Kollege aus der konkurrierenden Abteilung. Dazu ein hippes, aktualisiertes “thirtysomething”-Umfeld in der Werbeindustrie inklusive der typischen “Pitch of the week”-Story und mit einem Touch “What about Brian” und das Serienprodukt von der Stange ist fertig.

Aber die Exekution dieses Konzepts ist hervorragend. Es macht richtig viel Spaß, Cavanagh und McCormack bei der Arbeit zuzuschauen, vor allem Cavanagh trägt die Show und brilliert in dem diffizilen Spagat zwischen lockerer Comedy und leichtem Drama. Dazu werden die beiden von einem klasse Team von Nebendarstellern unterstützt (Monica Potter (“Boston Legal”), Tim Russ (“Samantha Who”) sowie Jason O’Mara (“Life on Mars”) in einem kurzen, aber energiegeladenen Kurzauftritt). Das Storytelling wird ergänzt durch ein paar gewitzte Comedy-Elemente, seien es die unterhaltsamen Dialoge oder die etwas auf die Spitze getriebene positive “Verrücktheit” der Kreativen in der Werbeagentur. Oder die pointierten OnScreen-Charakter-Vorstellungen, die unter anderem den fiesen (und ganz in schwarz gekleideten) Konkurrenten mit einer knappen “The Enemy”-Einblendung überbetonen und so das Prinzip des vorhersehbaren “Bad Guys” von einem billigen Story-Klischee in eine humorvolle Karikatur transformieren.

“Trust Me” erfindet sicherlich nicht das Rad neu und ist auch eigentlich recht vorhersehbar, was die wesentlichen “Happy End”-Entwicklungen in der Pilotepisode angeht. Aber ich kann mich nur wiederholen, die Ausführung macht richtig großen Spaß, vor allem wegen Tom Cavanaghs locker-flippigen Schauspiel-Stil. Klasse Popcorn-TV, das hoffentlich in den weiteren Episoden den Standard der Pilotepisode halten kann.

Ob dieser Serie allerdings das Schicksal von “Love Monkey” erstmal erspart bleiben wird, ist leider nicht sonderlich sicher. Auch wenn TNT andere Maßstäbe als die Broadcast-Networks ansetzt — drei Millionen Zuschauer sind wenig (wenn das Lead-In “The Closer” heißt und sechs Millionen Zuschauer hatte).

Eure Meinung zu "Trust Me"

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Better Off Dead… (1985)

Mittwoch, 28. Januar, 2009

John Cusack hat in seiner Karriere eine Menge seltsamer Filme gemacht, aber “Better Off Dead” gehört wohl zu seinen kuriosesten (Früh-)Werken.

betteroffdeadDer Teenager Lane Meyer (Cusack) hat gerade erfahren, dass seine große Liebe Beth mit ihm Schluss gemacht hat, weil er nicht populär genug ist. Der arme Lane versucht sich zunächst auf bizarre Art und Weise das Leben zu nehmen, doch dann besinnt er sich eines besseren Plans und will Beth zurückzugewinnen, in dem er den Kapitän des Schul-Ski-Teams(!) auf der Piste besiegt. Dabei verliebt er sich in die hübsche Austauschstudentin Monique, wird von einem unermüdlichen Zeitungsjunge verfolgt, muss den unangenehmen Nachbarsjungen Ricky ertragen und das alltägliche Leben mit seinen surrealen Eltern meistern.

Der Film ist von Anfang bis Ende einfach nur bizarr, irgendwo darin ist sicherlich eine Teenage-Romanze versteckt, aber insgesamt ist der Streifen derart seltsam und übertrieben, dass man nicht wegschauen kann. Alleine der Running-Gag mit dem “I want my two dollars!”-Zeitungsjunge ist so herrlich skurril, dass man gleichzeitig kopfschüttelnd und lachend auf dem Sofa sitzt. Insgesamt wirkt der Film wie eine bunte Zusammenstellung möglichst abstruser und unrealer Situationen, die alle irgendwie das typische Teenager-Leben (und deren Klischees) aufs Korn nehmen. Nüchtern ist der echt nicht zu empfehlen…

V

Dienstag, 27. Januar, 2009

Eine der ersten Videokassetten, die ich mir selbst in der Videothek ausgeliehen habe und auf meinem ersten eigenen VCR so um 1986 zum Laufen brachte, war eine VHS-Episode oder ein Movie aus der “V”-SciFi-Reihe (“Die außerirdischen Besucher kommen”), die ursprünglich mal auf NBC gelaufen war. In Deutschland kamen soweit ich mich erinnere (und Wikipedia stimmt mir zu) die VHS-Kassetten seinerzeit zwei Jahre vor der TV-Ausstrahlung stückchenweise auf den Markt und waren ein großes Thema auf dem Schulhof. Der Kanal, der schließlich die TV-Premiere übernahm, war eine kleine Station namens “Sat.1″ Ende der 80er. Ich habe keine Ahnung mehr, wie ich “V” damals fand (Offenbar war’s aber kein prägendes Erlebnis ;-) . Und ich glaube seither habe ich sie auch nicht mehr komplett gesehen, daher habe ich eigentlich kaum präzise Erinnerungen an die Serie. Es ging um eine düstere Alien-Invasion auf der Erde, aber damit endet auch schon mein Halbwissen, bis auf eine legendäre Szene (die Bildqualität ist auch mal richtig schön 1980er VHS-authentisch):

Nun hat ABC jedoch ein Remake der Produktion in Auftrag gegeben, Showrunner wird wohl Scott Peters von “The 4400″-Ehren. Schon im Oktober hatte ABC Interesse an dem Material signalisiert, das zuvor von anderen Networks abgelehnt wurde. Bin mal gespannt, ob es eher ein Format von “Battlestar Galactica”-Kaliber wird oder doch eher wieder die zahnlose “Bionic Woman”-Variante dabei herauskommt. Vermutlich eher letzteres, aber offenbar ist der Sci-Fi- und 80er-Remake-Hype auf den großen Networks doch noch nicht vorbei. Als nächstes wünsche ich mir ein “Alien Nation”-Remake. Das wäre ja sogar ein Krimi-Prozedural und somit eigentlich zur Zeit sicherlich ein Lieblingskandidat der TV-Powers-That-Be. Noch besser würde denen gegenwärtig sicherlich nur “Alien Nation” mit Vampiren gefallen.

Mamma Mia?!

Dienstag, 27. Januar, 2009

Es gibt Filme, für die habe ich einfach das falsche Chromosomen-Set. Dazu gehört definitiv die Verfilmung des ABBA-Musicals “Mamma Mia!”. Dabei mag ich eigentlich ABBA-Songs. Aber diese aufgedrehte Hyperaktivität und das hysterische Rumgehüpfe mit irritierendem “Greek Chorus”, nee, das geht gar nicht. Und Pierce Brosnan als Sänger? Uh. Dass dieser Streifen ein riesiger Kinoerfolg wurde und “Across the Universe” floppte, will ich gar nicht erst wahrhaben. Aber gut zu wissen, dass Lilly Kane wohl doch putzmunter ist.

“Being Human” (2009)

Montag, 26. Januar, 2009

Fast ein Jahr ist es her, als BBC Three mal einen anderen Weg ging, um neue Serien an der Zielgruppe zu testen: Sie pilotierte sechs unterschiedliche neue Full-Hour-Serien und wartete die Zuschauer-Resonanz auf diese einstündigen Versuchsballons ab. Zwei dieser Pilotepisoden sollten dann im Laufe des Jahres zu regulären Serien ausgebaut werden, aber bisher schaffte es meines Wissens nur eine: “Being Human”.

being_human“Being Human” ist eine etwas andere Sicht auf das “ganz normale Leben” aus der Feder von Toby Whithouse, der auch schon für einzelne Episoden von “Doctor Who” und “Torchwood” verantwortlich zeichnete. Im März 2008 hatte ich über diese Pilotepisode hier im Blog schon berichtet, was die Sache jetzt etwas einfacher macht, denn ich kann weite Teile meines damaligen Eintrags wiederverwenden ;-) . Allerdings hat die sechsteilige Serie, die gestern auf BBC Three startete, abgesehen von der groben Inhaltsbeschreibung und dem Titel nicht mehr viel mit dem in meinen Augen sehr vielversprechenden “Testballon” aus dem letzten Frühjahr gemein. Fast der komplette Cast wurde ausgetauscht und der Ton der Serie spürbar verändert. Leider nicht zum Guten.

BBC Three, vor allem durch die Ausstrahlung von “Torchwood” populär, will die Zielgruppe der 25-35jährigen verstärkt von der Konkurrenz ITV2 und E4 abwerben. Daher sprechen auch die Pilotprojekte genau diese Altersschicht der twenty- und thirtysomethings an.

Im Wesentlichen geht es in “Being Human” um eine besondere, übernatürliche WG: Ein Vampir, ein Werwolf und ein Geist teilen sich nicht ganz freiwillig gemeinsam eine Wohnung.

Mitchel ist auf den ersten Blick nur ein kleines Rädchen, das im Krankenhaus die Böden schruppt. Aber er ist auch ein “guter” Vampir, dem es aber zunehmend schwerer fällt, seinen instinktiven Drang nach frischem Blut zu unterdrücken und in der Normalität der Masse unterzutauchen.

Sein bester Freund George (Russell Tovey) ist ebenfalls eher ein unauffälliger Geek — allerdings mit einem fundamentalen Problem: Nachts bei Vollmond wird er zur Killermaschine in Form eines Werwolfes. Er musste vor zwei Jahren seine große Liebe verlassen, als er entdeckte, dass er diese unglückliche Veranlagung hatte.

In der ursprünglichen Pilot-Episode wird einiges an Handlung ausgeführt, auf welche die neue Episode nur am Rande eingeht. Als sich George und Mitchell entschließen, gemeinsam ein Haus zu mieten, um der vermeintlichen “Normalität” ein Schritt näher zu kommen, können sie sich nur eine verdächtig günstige Behausung leisten. Prompt finden die beiden dort den Geist Annie, die früher mal das Haus mit ihrem Freund bewohnte. Bei einem mysteriösen Unfall ist sie ums Leben gekommen und macht nun als Untote mit einem Selbstwerthandicap und einem Drang zum Teekochen das Gebäude unsicher.

In der ersten Folge der Serie leben die drei nun bereits ihren Alltag in der gemeinsamen Wohnung. Die BBC hat sich offensichtlich dazu entschlossen, die ursprüngliche Pilot-Episode nicht neu zu drehen, wollte sie aber auch (wegen der Änderungen im Cast) nicht erneut ausstrahlen. Stattdessen gibt es in den ersten Minuten eine kurze Vorstellung der Charaktere für die (überwiegend) neuen Zuschauer.

Die Handlung dieser ersten regulären Serienepisode wird dann vorwiegend von recht düsteren Selbstfindungsfragen bestimmt. Wie können der Vampir und der Werwolf ihre mörderischen Instinkte mit ihrem “menschlichen” Gewissen vereinbaren? Macht es überhaupt Sinn, sich gegen ihre Wurzeln zu wehren? Außerdem versuchen Mitchells Vampir-Freunde (leider kein Adrian Lester mehr in einer Nebenrolle) ihn wieder zur “dunklen Seite der Macht” hinüberzuziehen.

Auch Geist Annie kämpft derweil mit dem Schatten ihrer Vergangenheit: Sie vermisst das “Mensch-Sein” und insbesondere ihren ehemaligen Verlobten. Schmerzhaft muss sie erkennen, dass sie alle Brücken zu ihrem früheren Leben abbrechen muss.

Bei all diesen Existenzfragen der zentralen Charaktere ist es unvermeidlich, dass die Grundstimmung dieser “neuen” Serie deutlich düsterer und melancholischer ist als der Ton der ursprünglichen Pilot-Episode. Die Folge lässt eigentlich über weite Strecken den zuvor immer mal wieder eingestreuten trockenen Humor vermissen, der die alte Pilotfolge in meinen Augen so attraktiv gemacht hatte. Stattdessen wird ein dunkles Vampir-/Werwolf-Drama gezeichnet, das zwar durchaus gut umgesetzt ist, aber sich leider kaum noch von der jüngsten “Unterwelt”-Popkultur-Flut in Film und TV abheben kann.

Da hatte ich mir von “Being Human” mehr versprochen und auch die Trailer der BBC ließen da etwas anderes erwarten. Die Serienfolge wirkt auch zudem um einiges “billiger” produziert als die Pilotfolge. Special Effects finden abgesehen von etwas Kunstblut und ein paar unscharfen Szeneneinstellungen gar nicht statt. Und auch das Drehbuch wirkt “plumper”. Sehnsüchte der Charaktere, die in der Pilotfolge noch unausgesprochen in den Handlungen der Charaktere erahnt werden konnten, werden diesmal groß und breit ausformuliert, so dass auch wirklich der letzte Zuschauer kapiert, dass Annie ein Bedürfnis nach menschlichem Kontakt hat und George mit seiner Identität als Werwolf nicht zurechtkommt.

Schade eigentlich, “Being Human” hätte das Potential zu einer grandiosen und typisch britischen Mystery-Serie mit einem Zwinkern im Auge gehabt, doch stattdessen ist es nur die UK-Version von Shows à la “Blood Ties”, “New Amsterdam” und “Moonlight”. Ein Teil meiner Enttäuschung mag auch daher kommen, dass diese Folge zwangsläufig viele Konzepte des Original-Piloten wiederholt und somit repetitiv wirken. Auch viele der neuen Darsteller (insbesondere die neue “Annie” sowie die “bösen” Vampir-Bosse) können mich nicht so recht überzeugen. Bleibt die Hoffnung, dass die Serie in den verbleibenden fünf Folgen aus der Prämisse der Show und den Charakteren mehr herausholen kann.

Heathers (1988)

Montag, 26. Januar, 2009

Bei dem Thema “Teen-Film-Klassiker der 1980er Jahre” denkt man vermutlich automatisch zuerst an die John-Hughes-Legenden wie “Pretty in Pink” und “Breakfast Club”. Doch einer der besten Teenage-Angst-Produktionen aus den 80er nahm all diese Hughes-Filme auf die Schippe und machte mit bitterschwarzem Humor einen weiten Bogen um “politische Korrektheit”.

Interessanterweise kennt man “Heathers” in Deutschland so gut wie gar nicht. Er lief und läuft zwar des öfteren im TV unter dem seltsamen Titel “Lethal Attraction”, aber vom Kult-Status, den der Streifen in den letzten 20 Jahren in den USA erreicht hat, ist in Deutschland nicht viel zu spüren. Man muss nach einer deutschen DVD-Fassung schon ‘ne Weile suchen während der Film in den USA in diversen Special-Fassungen und sogar auf Bluray erhältlich ist. Mag auch an der FSK18-Einordnung liegen.

heathersIm Mittelpunkt von “Heathers” stehen titelgebend drei Freundinnen (u.a. Shannen Doherty), die allesamt Heather heißen und in der Popularitäts-Hierachie an der Westerberg Highschool ganz oben stehen. Sie geben an, wer In und Out ist. Wer sich nicht dem berüchtigten Willen der Heathers fügt, kann sich als geächtet betrachten. Nicht damit zurecht kommt Veronica (Winona Ryder), die eigentlich kurz davor steht, ebenfalls in den erlauchten Kreis der “Heathers” aufgenommen zu werden. Doch sie distanziert sich von den Unterdrücker-Methoden der Clique und macht sich somit drei neue Feindinnen. Nebenbei verliebt sie sich in den jungen Rebellen J.D. ( Christian Slater), der neu an der High-School ist. Ihm klagt sie ihr Leid mit den Heathers und wieviel besser die Welt doch ohne diese Zicken wäre. In einer Verkettung sehr bizarrer Umstände ermorden J.D. und Veronica eine der Heathers — nicht ganz unabsichtlich. Sie tarnen den Mord als Selbstmord und setzen damit eine noch unheilvollere Kette von Ereignissen in Bewegung. Rasch wird das Verhalten von J.D. unkontrollierbar, gleichzeitig wird die Schule von bizarren Anti-Selbstmord-Kampagnen überflutet.

Ein Film wie “Heathers” im Jahre 2009 zu produzieren wäre ein Ding der Unmöglichkeit. Kein Studio würde das Material in dieser Form auch nur mit einem Stock berühren, spätestens nach “Columbine” sind (selbst-)mordlustige Schüler ein absolutes Tabu-Thema in der amerikanischen Popkultur, selbst unter dem schützenden Schirm der Satire ist da kaum noch Bewegungsspielraum. Schon 1988 verursachte “Heathers” einen Sturm im Wasserglas wegen des satirischen Umgangs mit dem Thema Teenager-Selbstmord. Dazu kettenrauchende Teenager, surreal-psychedelische Traumszenen und reichlich makabere Real-Satire machen den Film zum Alptraum für jede Standards-and-Practices-Abteilung eines Filmstudios. Dabei zeigt kaum ein anderer Film wie “Heathers” in amüsanter Weise, welch höllisches Erlebnis die Phase der Adoleszenz in amerikanischen High-Schools sein können und macht sich gleichzeitig genüsslich über vermeintlich “erzieherisch wertvollen” Aufklärungs-Kampagnen lustig.

“Heathers” hat die zwanzig Jahre zumindest an der Oberfläche nicht gut überstanden. Der Film ist auf den ersten Blick unglaublich “dated”, seien es die Klamotten oder die Ausdrucksweise (die allerdings teilweise sogar ausgehend von dem Film in den Alltagssprachgebrauch überging — “what’s your damage”?). Aber auch der Filmstil, das gemächliche “Tempo” der Inszenierung ist heute nicht mehr vorstellbar. Heute müssten solche Filme viel flotter sein, viel hektischer geschnitten sein und vor allem die Scherzrate pro Minute extrem hinaufschrauben. Aber unter der Oberfläche ist “Heathers” bis heute eine wunderbare Satire auf den zuweilen übersteigerten Wahn nach “political correctness”.

heathers2Auch jenseits von diesen “gesellschaftskritischen” Punkten ist “Heathers” ein großer Filmgenuss für Freunde der 80er-Kultur. Besonders fällt eine erschreckend junge Winona Ryder ins Auge (gerade mal 17 Lenze, kurz nach ihrem Durchbruch mit “Beetlejuice”, und noch Jahre entfernt von ihrem “Generation X”-Kultstatus mit “Reality Bites”). Schon damals beeindruckt ihre unverkrampfte und muntere Schauspielerei. Ich musste nun erstmal wieder ihren IMDb-Eintrag studieren, um rauszukriegen, was die Frau in den letzten 10 Jahren eigentlich so gemacht hat. Nach ihrem “Konflikt” mit einem Kaufhaus-Detektiv so um 2001 war sie komplett von der Bildfläche verschwunden, inzwischen hat sie aber wieder den Weg zurück nach Hollywood gefunden. Der nicht minder junge Christian Slater zeigt in seiner Rolle als grenzgängerischer Rebell eine verblüffende Ähnlichkeit zu Jack Nicholson.

Fazit: “Heathers” ist auch nach zwanzig Jahren ein kleines, bitterschwarzes Juwel der Teenage-Angst-Filmgeschichte. Die Mutter aller “Mean/Gossip Girls” und “Junos”. Zu empfehlen ist die 20th Anniversary Reunion DVD, da sie neben einem Audiokommentar auch zwei Featurettes aus den Jahren 2001 und 2008 enthält. Die Geschichte der Entstehung des Films und sein holpriger Weg zum Kultstatus, die in den Featurettes erzählt werden, sind mindestens so interessant wie der Film selbst.

Weil alle Trailer mehr oder weniger Schrott sind, hier ein Ausschnitt.

Das Video zum Sonntag

Sonntag, 25. Januar, 2009

Da ich neulich mal wieder bei einer frühen “Gilmore Girls”-Episode hängen geblieben bin, gibt’s heute meine zwei favorisierten Tracks vom exzellenten (und leider einzigen) Soundtrack der Serie. Bis heute assoziere ich diese Songs automatisch mit den “early years” der “Gilmore Girls”.

Erstmal das grandiose und nicht wenig umstrittene “Child Psychology” von Black Box Recorder. Der Song war aufgrund seiner missverstandenen Aufforderung zum Selbstmord in Großbritannien zeitweise von den Radiosendern verbannt.

Ich möchte keines der BBR-Alben in meiner Sammlung missen. Eigentlich dachte ich, dass sich Black Box Recorder mittlerweile aufgelöst hätten, aber dem ist wohl nicht so, sogar ein neues Album ist für 2009 geplant.

Und dann noch etwas aus Schweden: Komeda mit “It’s Alright, Baby”. Deren Songs sind immer ein wenig “anders” (aber nicht weniger “catchy”) und dieser Titel ist ein schönes Beispiel für den besonderen Offbeat-Charakter des “Gilmore Girls”-Soundtracks, der es irgendwie schafft, von Yoko Ono bis Björk und The Shins sowie Joey Ramone eine herrlich bunte Auswahl an Musik-Stilen zusammenzustellen. Wirklich einer der besten TV-Soundtracks, den ich jahrelang(!) im CD-Wechsler in meinem Auto hatte (und heute auf’m MP3-Stick).

So, und Hausaufgabe für den Rest des Sonntags: “Gilmore Girls”-DVDs ‘rauskramen und nach den Szenen mit den beiden Songs suchen!

(Auflösung hier)

2 Millionen Ameisen

Sonntag, 25. Januar, 2009

Der Satelliten-Betreiber GeoEye hat eindrucksvolle Aufnahmen von der Inaugural-Zeremonie in Washington veröffentlicht. Die Bilder zeigen die geschätzten zwei Millionen Menschen auf der Washington National Mall als winzige Häufchen von dunklen Punkten aus 684km Höhe. Man kann sich die Bilder in HighRes von der GeoEye-Website herunterladen: GeoEye.

Satellite image by GeoEye

Fringe: Vier Autoren, gleiches Problem

Samstag, 24. Januar, 2009

Vier Namen standen unter “written by” in den Opening Credits der neuesten “Fringe“-Episode (u.a. auch Abrams mal wieder). Diese Folge markierte einen Mini-Neustart der Serie, da “American Idol” nun fleißig neue Zuschauer an die Serie heranschaufeln soll (hat einigermaßen funktioniert, die Show konnte aber nur 50% der 22 Millionen “American Idol”-Zuschauer halten). Daher auch die seltsamen “ich erkläre Ihnen gerade noch mal, was Sie in den letzten Monaten so gemacht haben”-Recap-Momente in der Episode.

Doch obwohl die aufwendig produzierte Folge mit rasanten Actionszenen und gruseligen Horroreffekten vollgepackt war, kann mich die Serie immer noch nicht sonderlich fesseln. Am meisten nervt mich immer noch Anna Torvs (“Olivia Dunham”) gequälte Schauspielerei, die sich zwar in jeder Szene wohl aufrichtig bemüht, aber einfach kaum Sympathien wecken kann und eher anstrengend wirkt. Ich denke mal, dass es auch anderen Zuschauern so geht, jedenfalls wäre das eine plausible Erklärung für die Einführung von Olivias Schwester (inkl. süßer Tochter) in die Serie. Anna Torvs Charakter soll dadurch wohl auch mal eine weniger verkrampfte, emotionalere Seite zeigen können. Aber ich beginne langsam erneut die Geduld zu verlieren. Was juckt es mich, wenn der “Observer” im restlichen FOX-Programm umherstolpert, der soll endlich mal wieder in die Handlung der Serie eingebunden werden.

Frisch gehäutet

Freitag, 23. Januar, 2009

Ich war im Vorfeld etwas skeptisch, was den Neustart der britischen Serie “skins” mit (fast) komplett neuem Cast anging, aber die Eröffnung der dritten Staffel war erneut eine gelungene Mischung aus vollkommener Überdrehtheit, abstrusem Wahnsinn und dezent eingestreuten ernsten Untertönen. Dazu kommen wie ebenfalls aus den letzten Jahren gewohnt erneut ein netter Soundtrack, ein begabter junger Cast und eine zuweilen sehr geschickte Kameraführung (insbesondere alle Close-Ups von Effy). Es ist sicherlich “skins: the next generation”, aber es ist definitiv immer noch “skins”. Well done.

Lie to me

Freitag, 23. Januar, 2009

Das wievielte Krimi-Prozedural um einen besonders begabten Ermittler mit ungewöhnlichen Methoden, einem nörgelnden/ungläubigen Vorgesetzten, einer “attitude” und einem feschen, jungen Team ist eigentlich “Lie to me”?

Dieses TV-Ermittlungsteam kennzeichnet sich nun also dadurch aus, dass sie es sofort erkennen, wenn ein Mensch lügt. Zuweilen schon fast etwas creepy und man fragt sich automatisch, wie groß der wissenschaftlich fundierte Anteil an dem Technobabbel (oder besser: Psychobabbel) eigentlich ist.

Natürlich ist die Pilotepisode auf Hochglanz poliert, aber wie ich ehrlich gesagt schon im Vorfeld erwartet hatte, kann mich solch ein Format einfach nicht mehr großartig begeistern. Schnelle Schnitte, vermeintlich spektakuläre Storywendungen, dick aufgetragene Drama-Momente, aber dennoch insgesamt einfach nur Krimi-Serien-Schema F. Nicht wirklich “schlecht”, denn man bekommt genau das, was man von diesem Genre erwartet: Routinierte Umsetzung eines mittlerweile stark abgenutzten Formats. Da es hinter “American Idol” läuft, wird es sicherlich erneut ein Dauerbrenner auf FOX.

Aber gottseidank startete auch endlich wieder “Lost” in die neue Staffel und diesmal mit einem fulminanten Auftakt. Die Serie ist eindeutig in Hochform, die dunklen Zeiten der dritten Staffel sind vergessen. Auch wenn der Kopf ein wenig schmerzt nach all den Zeitparadoxen und -rätseln — das ist endlich wieder richtig gutes SciFi-TV. Die Autoren haben es aufgegeben, die Show für neue Zuschauer “kompatibel” zu machen und ziehen jetzt endlich ihr Ding durch.

Inspector Mom

Mittwoch, 21. Januar, 2009

Nachdem ich eben Danica McKellar erwähnte, musste ich doch gerade mal noch in der IMDb nachschauen, was sie in den letzten Jahren neben dem Verfassen von populären Mathe-Büchern und Dessous-Fotos eigentlich gemacht hat.

inspectormomEine überraschende Antwort auf diese Frage lautet: “Inspector Mom“, eine Produktion für Lifetime aus den Jahren 2006/07. Zwei “klassische Old-Media” TV-Movies wurden dabei interessanterweise ergänzt durch eine Online-Webserie mit acht Episoden (zu je ca. 45 Minuten Laufzeit). Danica co-produzierte und schrieb die Serie für das Lifetime Movie Network (LMN) und spielte zudem die Hauptrolle in dieser Show um eine Hausfrau und Mutter, die nebenbei Kriminalfälle löst. Genau, “Murder, She Wrote” kombiniert mit “Agentin mit Herz 2.0″ und dem Charme einer katastrophal unterfinanzierten Web-Produktion. So schlecht, dass es schon wieder … naja, kitschig-schlecht ist. Immerhin viel Material für unfreiwillige Lacher. Wer ist eigentlich die Zielgruppe für solch eine Webserie? Online-affine Hausfrauen?

Alle acht Webisodes sind im Web abrufbar.

Bartlet for America!

Mittwoch, 21. Januar, 2009

Ich stecke immer noch mitten im “The West Wing”-Marathon, mittlerweile bin ich am Anfang der vierten Staffel angekommen. Bartlets Wiederwahl steht an, Rob Lowe bereitet seinen Ausstieg vor und Danica “Winnie” McKellar hat ihren ersten großen post-”Wonder Years”-TV-Auftritt.

Ob Rob Lowes Entscheidung, die Serie zu verlassen, richtig war, ist wohl selbst im Nachhinein nicht klar zu beantworten. Seine anschließenden Projekte wie das recht vernünftige “Lyon’s Den” und das unsägliche “Dr. Vegas” waren Flops. Aber er ist der einzige, der zur Zeit in einer halbwegs erfolgreichen PrimeTime-Serie zu sehen ist (“Brothers & Sisters”). Vielleicht kann man auch noch Dulé Hill (“Psych”) hinzuzählen, aber der Rest des Cast konnte an den “West Wing”-Erfolg nicht anschließen.

Zugleich wird aber auch zu diesem Zeitpunkt in der Serie das Ende der Sorkin-Ära eingeleitet: Skripte lieferte er nur noch mit großer Verspätung ab und oftmals in buchstäblich letzter Minute. Schon komisch, wenn man diese Episoden zum ersten Mal schaut und dennoch schon grob weiß, was in den nächsten drei Staffeln auf einen zukommt. Wenn man schon weiß, dass es langsam bergab gehen wird und man dennoch versucht, unvoreingenommen an die Serie heranzugehen und sich den Spaß nicht verderben zu lassen. Vielleicht hatte Richard Schiff recht, als er sagte, dass Bartlett diese Wieder-Wahl eigentlich hätte verlieren und die Serie an dieser Stelle enden müssen. Aber dann würde “The West Wing” sicherlich heute noch auf jeder “cancelled too early”-Liste auftauchen.

Einen besseren Zeitpunkt für diese “West Wing”-Sitzungen hätte ich mir wohl auch zeitgeschichtlich gar nicht aussuchen können. Meine gestrige “West Wing”-Episode (“Election Night”) war eingerahmt von sehr realen Übertragungen aus Washington — erst das Vereidigungs-Spektakel via CNN-Webstreams (inklusive sinnlosem und gleichzeitig dennoch faszinierendem Facebook-Kommentar-Widget) und abends dann noch die Parade. Irgendwann beim Warten auf interessante Ereignisse im Webstream beginnen dann Realität und Fiktion miteinander zu verschmelzen. Dann frägt man sich plötzlich, wer wohl die Aufgabe eines “Toby Ziegler” in der Obama-Administration macht, wie ähnlich sich Rahm Emanuel und “Leo McGarry” sind und wieviel von “C.J. Cregg” im “echten” Pressesprecher Robert Gibbs steckt. Und wo ist Donna? ;-)

Teile von Hulu.com zur Zeit in Europa nutzbar

Samstag, 17. Januar, 2009

Wie der Popkulturjunkie und andere melden, sind einige Serien-Episoden auf Hulu zur Zeit auch aus Deutschland (und anderen europäischen Ländern) abrufbar. Zur Zeit kann ich das bestätigen, ich schaue gerade “30 Rock” in HD ohne US-IP. Ich tippe ebenfalls auf einen temporären technischen Lapsus oder einen inoffiziellen Test. Kurioserweise betrifft das aber fast nur die jeweils aktuellen Episoden von NBC-TV-Serien — ältere Episoden, Spielfilme oder Serien anderer Networks (somit leider auch kein Battlestar Galactica) sind nach wie vor geblockt.

Beim Popkulturjunkie gibt’s eine Liste mit Episoden, die funktionieren.