Posts Tagged ‘Doctor Who’


Der grosse Serien-Rundumschlag

Samstag, 1. Januar, 2011

Es hat sich einiges angesammelt in den letzten Monaten. Anstatt viele einzelne Postings zu verfassen, werfe ich einfach mal alles in einen großen Topf und lasse die neue TV-Season bis zur Winterpause Revue passieren.

Auch diese Herbstseason 2010 fühlt sich wieder mehr wie eine kontinuierliche Fortsetzung der Vorjahres-Season an. Das mag damit zusammenhängen, dass ich eh kaum noch Zeit habe für Serien und daher eher auf vertraute Favoriten setze. Aber mein kurzer Überblick zu Beginn der Season vor ein paar Monaten zeigte kaum vielversprechende neue Produktionen. Und viel “Geduld” kann ich mir einfach zeitlich nicht mehr leisten, entweder eine Show überzeugt gleich von Beginn oder sie fliegt aus dem Raster.

Eine der wenigen Ausnahmen ist (mal wieder) eine Comedy-Serie.

Raising Hope

ist ganz klar mein bisheriger Neustart-Favorit. Ein paar Sätze hatte ich ja schon hier geschrieben und die bisherigen elf Episoden haben den Eindruck zu Beginn der Staffel nur bestätigt: Die Serie hat eine verblüffend konstante Qualität an den Tag gelegt. Jede Folge ist vollgepackt mit herrlich bizarrem Humor und ausgefallenen Charakteren, die sich zwar öfters dumm-dämlich dranstellen, aber einfach unglaublich sympathisch erscheinen. Nicht nur “Earl”-Fans sollten hier reinschauen.
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Running Wilde

konnte da leider nicht mithalten. Auch hier viel dumm-dämlicher Humor und idiotische Verhaltensweisen, aber insgesamt überspannt die Show den Bogen dann doch zu sehr. Insbesondere die Nebencharaktere sind nur noch maßlos überzeichnete Karikaturen die sich von einem überreizten Gag zum nächsten schleppen. Schade um Will Arnett und Keri Russell, die mir in den Hauptrollen immer noch gut gefallen, aber das “Gesamtpaket” überzeugt nicht. Die Show ist ganz oben auf der Abschussliste (beim Network wurde der Stecker schon gezogen).

The Office

geht es leider ähnlich. Die Serie ist auf einem traurigen Abwärtstrend, der sich von Episode zu Episode zu beschleunigen scheint. Nach sieben Jahren wurde wohl wirklich jeder Gag mindestens einmal gemacht (einige auch mehrmals) und die Autoren zwingen sich von Pointe zu Pointe. Die letzten Episoden ließen jeglichen Charme der früheren Folgen vermissen, selbst die früher so bezaubernden Jim&Pam-Momente wirken leer und aufgezwungen, Jim entwickelt sich zudem zur Hassfigur. Mittlerweile gibt es einige Episoden, in denen für mich kein einziger Lacher mehr drin war. Vielleicht kann der Abschied von Steve Carell noch mal Aufschwung geben, aber ich fürchte, dass die guten Tage der Show zumindest in kreativer Hinsicht gezählt sind. NBC hingegen wird die Serie sicherlich noch gute drei Jahre weiterlaufen lassen, es ist eine der wenigen Goldesel des Networks.

30 Rock

ist wie im Vorjahr ein extrem wechselhafter Kandidat. Manche Episoden sind durchweg Vollpleiten, dafür sind andere von der ersten bis zur letzte Minuten eine bunte Achterbahnfahrt. Liz Lemon stolpert zunehmend unkoordiniert durch die Episoden, die Absurditäten in Liz’ Umfeld sind immer noch so schrill wie in den Vorjahren, aber insgesamt scheint auch hier öfters das gute Material auszugehen.
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How I Met Your Mother

war auch schon öfters am Abgrund, aber hat sich in letzter Zeit wieder etwas aufgerappelt und auf akzeptablen Niveau stabilisiert. Auch diese Show hat wohl ihren Zenit eindeutig überschritten, aber immer mal wieder gelingen ihr überraschende Tweaks des Erzählstils und Running Gags. Da ist noch Leben drin, aber die Mutter muss dringend gefunden werden :)
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Cougar Town

hat auch noch reichlich Leben, die Show hat nach ihrer “Neuorientierung” im vergangenen Jahr ihren Ton gefunden und ist jetzt so eine Art “Friends 2.0 für thirtysomethings”. Ob das alles noch Sinn macht, wie diese Gruppe von Freunden, Nachbarn und Familienmitgliedern immer wieder zusammenfindet, spielt schon längst keine Rolle mehr, stattdessen geht es in erster Linie darum, irgendeine belanglose Rahmenhandlung für ausgefallene Charakter-Eigenheiten und amüsante Rituale im Freundeskreis zu finden. Harmloser, aber sehr unterhaltsamer Spaß, ebenso wie…
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The Middle

Auch diese Show hat seit ihrer ersten Episode letztes Jahr eine erstaunlich konstante Qualität geliefert. Jede Episode ist gute Unterhaltung, Charaktere stellen sich auch hier oftmals gezwungen blöd dran, aber ähnlich wie bei “Raising Hope” passen ihre Verhaltensweise auch harmonisch in das Gesamtbild und wirken keinesfalls überzogen. Die beste “Working Class”-Familienkomödie seit “Malcolm in the Middle”.
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The Big Bang Theory

zeigt auch schon erste Alterungserscheinungen und scheint immer öfters auf der Stelle zu treten, aber schon die Verpflichtung von “Blossom” und der gelegentliche Auftritt von Evil Wil Wheaton dürften mich auch weiterhin bei der Stange halten. Manchmal habe ich aber das Gefühl, dass sie die Scherze um Sheldons Eigenheiten zusehends überreizen.
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Modern Family

gehört ganz klar in die Kategorie “Verlässlicher Lachgarant wie im Jahr zuvor” (VeLaWiJazu). Leider fehlen die ganz großen Kracher wie im Vorjahr, bei denen man lachend vom Sofa fällt, aber der Charme der oftmals sehr gegensätzlichen Charaktere überzeugt auch weiterhin. Jedesmal garantierte 20 Minuten gute Unterhaltung. Ebenso wie…
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Community

Ohne Zweifel das beste, was die Comedy-Schiene zur Zeit bieten kann und ebenfalls in der VeLaWiJazu-Schublade. Auch hier kämpfen die Autoren zuweilen spürbar, um an die großen Erfolge des Vorjahres anzuknüpfen — aber nachwievor haben sie bei ihrer Suche richtig viel Erfolg. Mittlerweile sind meine Ansprüche an die Show aber auch wahnsinnig hoch, jede Folge muss sich mit der Episode “Modern Warfare” messen — das ist natürlich eine verflucht hohe Latte. Dadurch war auch der Überraschungs-Effekt der Stop-Motion-Folge nicht so groß wie man sich das wünschen mag, aber die Folge im 1980er-Raumschiff-Simulator oder die Zombie-Episode oder die Meta-Bottle-Show um den verschwundenen Stift sind Highlights des TV-Jahres. Auch sehr empfehlenswert ist übrigens die DVD-Box der ersten Staffel: Massig Outtakes und mindestens ein Audio-Commentary zu jeder Episode liefern ein exzellentes Preis-Leistungsverhältnis und reichlich Füllmaterial für langweilige Winterabende.
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Castle

gehört auch weiterhin in die Comedy-Schublade und ist die erste Serie, die endlich ohne jegliche Kompromisse an die großen Krimikömdien-Serien aus den 1980ern (Hart to Hart, Scarecrow and Mrs King, Moonlighting, Remington Steele, Murder She Wrote, Riptide, Fall Guy, Simon & Simon, A-Team …) anschließen kann. Jede Woche ein mehr oder minder verworrener und über viele Ecken und Red Herings zu lösender “Case of the week”, den aber kaum ein Zuschauer wirklich interessiert. Die eigentlichen Gründe warum das eine Must-See-Show ist, heißen weiterhin in dieser Reihenfolge Nathan Fillion, Nathan Fillion und Nathan Fillion (ebenso wie seine Chemie mit Stana Katic). Im Moment sehe ich keinerlei Anzeichen, wie diese einfach gestrickte Show in nächster Zeit an Unterhaltungswert verlieren könnte, insbesondere wenn sie auch weiterhin einmal pro Halbjahr eine kleine “Firefly”-Anspielung (“just a tv show I used to love”) unterbringen.
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Chuck

ist diese kleine Show “that just wouldn’t die”. Kaum eine andere Serie wurde schon so oft totgesagt oder am Abgrund gesehen und nun gibt es schon wieder erste vorsichtige Anzeichen für eine erneute Verlängerung. Allerdings muss man auch zugeben, dass dieses ständige Hin-und-Her nicht ohne Konsequenzen für die Show blieb, das Budget ist offensichtlich mittlerweile ein Witz, die Show musste schon mehrere Beinahe-Finals mit einem neuen Story-Arc überdecken. Immerhin dürfen sich die Charaktere weiterentwickeln und die Beziehung zwischen Chuck und Sarah ist immer noch unterhaltsam und abwechslungsreich. Zudem bin ich der letzte, der sich über die zunehmende Anzahl von Szenen mit einer sehr dürftig bekleideten Yvonne Strahovski beschweren würde, aber bei all den “evil empire”-Organisationen blickt man ja kaum noch durch und die Story wird weiterhin von Scheunentor-grossen Logiklöchern geplagt. Es ist auch hier abzusehen: Sollte es wirklich noch eine fünfte Staffel geben, wäre es vielleicht wirklich am besten, die Show zu einem versöhnlichen Ende zu bringen bevor alleine schon das Catering-Budget von “Glee” höher ist als das Gesamtbudget von “Chuck”.
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Eureka

ist noch etwas extremer in Hinsicht auf das (nicht) verfügbare Budget und auch hier freue ich mich zwar immer noch über neue Episoden, aber mehr als ein optionaler Lückenfüller ist sie nicht mehr. Der Zeitreise-Arc und der Sprung in die alternative Parallel-Realität war ein netter Trick, um die Serie (dauerhaft?) neuzubooten — dieses Device können wirklich nur ganz wenige Serien erfolgreich nutzen. Aber dennoch oftmals zu harmlos. Gleiches gilt für die Schwesterserie …
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Warehouse 13

Auch hier dominiert der “Job of the week” mit ein paar dünnen übergreifenden Arcs. Leider sind diese wöchentlichen Aufträge oftmals zu simpel gestrickt und zu vorhersehbar, da macht sich dann gerne Langeweile breit. Aber gelegentlich kann die Show mit interessanten Ideen überraschen wie einem weiblichen H.G. Wells.
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Stargate Universe

schaut wohl mittlerweile auch der definitiven Absetzung entgegen, daher nicht mehr viele Worte, außer: Mir hat’s eigentlich wirklich gut gefallen. Kein Must-See, aber für jemanden, der bisher so gut wie keinen Kontakt mit dem Stargate-Universum (no pun intended) hatte, waren das immer passable 40 Minuten Standard-SciFi-Kost.
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Weeds

hat sich recht erfolgreich “neugebootet”, indem man einige alte Story- und Charakter-Zöpfe abgeschnitten hat und aus den Resten ein “Back to the roots”-Roadtrip-Familiendrama zusammenstrickte. Dadurch konnte sich die Show wieder mehr auf das eigentliche Interessante fokussieren: Die absolut dysfunktionale Familie rund um Nancy. Durchweg unterhaltsamer und abwechslungsreicher als das was in den Vorjahren so präsentiert wurde.
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Rubicon

war eine der wenigen Drama-Neustarts, die ich verfolgt habe. Und die wurde dann auch prompt nach der ersten Staffel abgesetzt. Noch bin ich nicht ganz durch, aber diese smarte und spannende Verschwörungstheorien-Drama hat mich bisher durchweg fasziniert. Angeblich empfanden viele Zuschauer die Serie als “zu langsam” und ihnen fehlte die Action. Hachjeh, die gibt es bei “Mad Men” auch nicht.
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Stattdessen gibt es ja …

The Walking Dead

mit reichlich Action und richtig viel Tempo. Viel, viel zuviel Tempo sogar — da wurde soviel Handlung in lächerliche sechs Episoden gepresst, dass manche Erzählstränge wie ein Schnellzug am Zuschauer vorbeirasten. Der Vater, der seine Familie sucht? In zwei,drei Episoden abgehakt. Das große Finale um einen letzten Wissenschaftler? In einer Folge durchgehetzt, obwohl man da noch soviel Kapital für eine gute halbe Staffel herausschlagen könnte. Dadurch entstehen dann auch ein paar Plausibilitäts-Probleme (yeah, i know we’re talking about a show about ZOMBIES) wie beispielsweise der Shut-Off-Timer, der “zufälligerweise” genau an dem Tag abläuft, an dem die Truppe dort ankommt. Unter die Räder kommt dabei auch die Charakterentwicklung, die aber wohl eindeutig der große Schwerpunkt der Serie sein soll. Denn um eine Aufarbeitung des “Wie, Warum, Wo?” geht es bei dieser Zombie-Apokalypse ganz offensichtlich nicht wie die finale Episode mit ihren Millionen ungestellter Fragen bewies.
Ich kenne die Comic-Vorlage nicht im Detail, daher kann ich nicht beurteilen, wie sehr sie der Vorlage entspricht. Aber für mich zählen eh andere Kriterien, in erster Linie wie gut mich eine Serie im Jahre 2010 unterhalten kann und da hat “The Walking Dead” massive Defizite. Wäre das die erste Zombie-Produktion seit Generationen und hätte es nie die UK-Produktion “Dead Set” oder die Mainstream-Film-Hits “Shaun of the Dead”, “Zombieland” oder den Pilot “Babylon Fields” gegeben, würde mein Fazit sicherlich anders ausfallen. Heutzutage kann zumindest ich wohl keinen Zombie-Film/Serie mehr schauen, ohne eine ironische Brechung zu erwarten. “The Walking Dead” nimmt sich hingegen richtig todernst und setzt den Fokus auf Charakterdrama und den hoffnungslose Kampf gegen die übermächtige Apokalypse. Leider sind die Charaktere dazu zu uninteressant, farblos und eindimensional. Was aber wiederum an dem hohen Tempo liegt. Vielleicht hätte amc doch lieber noch warten sollen, bis der Wunsch-Regisseur/-Autor für eine längere Zeit verfügbar gewesen wäre und statt 6 mindestens 12 Episoden produziert. Ob ich mir die zweite Staffel anschauen werde, ist jedenfalls nach dieser Enttäuschung noch mit einem großen Fragezeichen versehen.
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Doctor Who Weihnachtsspecial

hat mir ausserordentlich gut gefallen. Was für eine bezaubernde Zeitreise-Variante des “Ghosts of Christmas”-Konzept, die in jeder Szene vor typischen Moffat-Inspirationen nur so sprüht. Alleine schon das Konzept der fliegenden Fische? Traumhaft. Dazu eine ganze Reihe von erstklassigen und hochamüsanten Dialogen, die zu dem besten zählen, was dem Doctor in der Neuzeit über die Lippen kam (“Ah! Yes, blimey sorry! Christmas Eve on a rooftop, saw a chimney, my whole brain just went “What the hell!?” | “Look – it’s either this or going to your room and designing a new screwdriver: Don’t make my mistake.” ). Mag sein, dass Moffat mit der Konzeption einer wöchentlichen Who-Show ein wenig überfordert ist, aber er ist und bleibt ein ganz großer Geschichtenerzähler mit einer fantastischen kindlichen Vorstellungskraft und Phantasie. Matt Smith wiederum konnte erneut unterstreichen, welch eine absolut perfekte Wahl er für diese Rolle war. Lang lebe Doctor Who!
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Der große Rest und 2011

Andere Serien tauchen hier nicht auf, weil ich einfach nicht genug gesehen habe (Dexter 5, Misfits 2, Men of a Certain Age 2, Friday Night Lights 5, Parenthood 2, Life Unexpected 2 (eh schon abgesetzt), …)

In der Midseason kommen nun noch eine kleine Handvoll vielversprechender neuer Produktionen, in erster Linie “The Cape” und “Mr. Sunshine”. Außerdem kommen “V” (downdown), “Californication” (down) und “Parks & Recreation” (upup) zurück.

Wie sieht’s bei euch aus? Schaut noch irgendjemand “No Ordinary Family” oder eine der anderen Neustarts?

Der neue Doctor bleibt der beste Doctor (2)

Montag, 5. Juli, 2010

Zugegeben, ich bin etwas spät dran … die finale Doppelfolge der neuen “Doctor Who”-Staffel hatte ich mir bis gestern als besonderes “Gourmet”-Stückchen für den gepflegten Wochenendausklang aufgehoben. In der trockenen Sommerseason muss man die wenigen Highlights ja besonders pflegen. Und “Big Bang” war ein hervorragendes Festmahl als Abschluss einer rundum gelungenen Staffel.

Nach dreizehn Episoden kann man nun beruhigt feststellen, dass die Vorschusslorbeeren für Headwriter Steven Moffat alles andere als unangebracht waren. Da gab es zu Beginn zwar sicherlich die Befürchtung, dass ich die neuen “Who”-Episoden nur schon alleine wegen der Präsenz von Autor Moffat durch die rosarote Brille gesehen hätte. Sicherlich hatte die Staffel ein paar kleinere Durchhänger (die “iDaleks” in marketing-optimierten Farben, das alljährliche Kostümfestival mit Vampiren in Venedig), aber insgesamt war das eine nahezu perfekte “Doctor Who”-Staffel.

Einen Großteil des Lobs kann sich dabei Matt Smith abschneiden, der geradezu spektakulär ideal in die Rolle des Doctors passte und dem jahrzehntealten Charakter richtig neuen Schwung gab. Dabei wahrte er aber Respekt vor den Interpretationen der Rolle seiner Vorgänger und integrierte sie subtil in seine eigene Performance. Ich kann mir gar nicht mehr vorstellen, dass ich jemals Zweifel hatte, dass er Tennants Fußstapfen ausfüllen könnte. Smiths Darbietung kann man gar nicht genug in den höchsten Tönen loben, der Mann kann das ganze “Who”-Portfolio von “himmelhoch jauchzend”, über humorvolle Zeitreise-Paradoxen-Erklärungen bis hin “zu Tode betrübt” mit solcher Hingabe und Selbstaufgabe innerhalb der gleichen Szene dermaßen überzeugend darstellen, dass man nur noch staunend vor dem Bildschirm sitzt. Sein herzzerreißender Abschied von der kleinen Amy in der letzten Folge war dann auch der beeindruckende Höhepunkt der dramatischen Seite seines “Doctor Who”-Charakters.

Und natürlich auch Karen Gillan als neue Sidekick-Begleiterin Amy Pond. Wenn sie mit aufgerissenen Augen und brennenden Haaren auf das Unbekannte losstürmt, erliegt man innerhalb von Sekunden ihrem energiegeladenen Charme. Selbst mit dem “Rory”-Charakter vermieden die Macher zwar einigermaßen erfolgreich das drohende “fifth wheel”-Ungemach und bauten Amys Verlobten zu einem sympathischen Co-Companion aus. Allerdings ist die Chemie zwischen Amy und dem Doctor immer noch extrem ungleich größer als die zwischen Amy und Rory, deren Beziehung über den Verlauf der Staffel immer wieder mühsam gerechtfertigt werden musste.

Ausdrückliches Lob hat sich auch der Rest der Produktion verdient, der Instrumental Score (nicht nur) in der finalen Doppelfolge war großartig und Kameraarbeit und Beleuchtung über den Verlauf der gesamten Staffel auf dem Niveau großer Leinwand-Produktionen.

Auch im Bezug auf die Story bot diese Staffel viel bunte Abwechslung mit vielen klassischen “Who”-Elementen, aber auch reichlich modernen Facetten. Sie hob sich angenehm vom Gigantismus der späten Russell-Davis-Jahre ab, selbst der traditionelle “Big Showdown” im Finale stellte trotz der katastrophalen Auswirkungen ganz klar die Hauptfiguren und ihre Beziehungen in den Mittelpunkt. Aufmerksame Fans wurden in ihrem Verdacht bestätigt, dass über die Staffel viele kleine “Easter Eggs” und Foreshadowing-Bausteine verteilt waren (insbesondere der vermeintliche Jackett-Produktionsfehler in der Steinengel-Episode), deren Payoff dann tatsächlich höchst gelungen im Finale erfolgte. Dazu hatte die Staffel viele sympathische Geschichten erzählt, von denen einige mal mehr oder weniger im traditionellen “Doctor Who”-Universum verankert waren. Moffat hat dazu zwar auch seine Story-Schatzkiste aus der “Blink!”-Episode und “Silence in the Library” erneut hervorgekramt, aber zu einem Gänsehaut-tauglichem Abschluss gebracht.

Ich freue mich auf hoffentlich viele weitere “Doctor Who”-Staffeln mit dem neuen “Dream-Team” Moffat, Smith und Gillan. Gespannt warte ich auf die weitere Entwicklung der Beziehung zwischen River Song und dem Doctor in Series 6. Da ist mir auch recht egal, ob an den Gerüchten rund um einen US-Spielfilm mit Johnny Depp (und Russell Davis) nun ‘was dran ist oder nicht (die BBC dementiert). Ich brauche nur einen besten Doctor.

Der neue Doctor bleibt der beste Doctor

Montag, 5. April, 2010

Als vor mehr als einem Jahr(!) mit dem Newcomer Matt Smith der nunmehr elfte Darsteller der “Doctor Who”-Figur vorgestellt wurde, war mein erster Gedanke: “Der ist arg jung”. Ein gewisser Anflug von Skepsis war daraufhin nicht zu leugnen — war diese Verjüngung wirklich der richtige Weg für das “Doctor Who”-Franchise? Wollte sich die altehrwürdige Tante BBC etwa verkrampft-hipp an das Teenage-Publikum “ranschmeißen”?

Dabei war die Show eigentlich schon immer eine Familiensendung, die vor allem das junge Publikum im Auge hatte. Mit “Torchwood” und den “Sarah Jane Adventures” gibt es neuerdings zwei Ableger für jeweils die reifere und die ganz junge Zielgruppe, doch der “Doctor” sollte schon seit Jahrzehnten immer die ganze Familie vor den TV locken. Somit müsste das Alter des “Doctor”-Schauspielers eigentlich keine Rolle spielen, doch nach den famosen Vorlagen von Eccleston und Tennant in den vergangenen fünf Jahren hatte ich eigentlich automatisch wieder einen ähnlichen Schauspielertyp erwartet.

Doch egal wie alt der neue Doctor nun sei, das eigentliche Highlight für viele “Who”-Fans war der erste Kontakt mit dem neuen Headwriter Steven Moffat, der seit den “Blink!” und “Silence in the Library”-Episoden als der neue Heilsbringer für die unter Russell T. Davies zuletzt kreativ recht ausgelaugte Show galt. Würde Moffat wirklich den hohen Erwartungen gerecht werden? War “Blink” nur ein “Ausrutscher”?

Hell, no. Schon nach etwa zehn Minuten der Season-Premiere “The Eleventh Hour” waren schon mal jegliche Gedanken an Matt Smith als möglichen Fehlgriff für die Hauptrolle wie weggeblasen. Er bringt genau die richtige Menge Enthusiasmus und Ausgeflipptheit mit, um einerseits Erinnerungen an seine Vorgänger durchschimmern zu lassen, aber zugleich dem Charakter einen deutlichen, eigenen Stempel aufzudrücken. Auch der Smith-Doctor ist immer noch der “gute alte Doctor”, wie man ihn über Jahrzehnte schätzen lernte — aber gleichzeitig auch ein bemerkenswerter und selbstbewusster Neuanfang.

Dazu packte Autor Steven Moffat wie erhofft schon gleich zu Beginn seinen Zauberkoffer aus und demonstrierte eindrucksvoll, wie inspirierte und packend inszenierte “Doctor Who”-Welten aussehen können, jenseits von dem zuweilen simplen Gigantismus der Russell-Davis-Ära. Dabei ist es faszinierend, wie viel Moffat vom “Doctor Who”-Konzept seines Vorgängers tatsächlich beibehalten hat und wie frisch und neu die Show dennoch wirkt. Da ist mal wieder die vollkommen überdimensionierte weltweite Gefahr, die der Doctor mit links bewältigt und doch hat alles seinen Ursprung in einer ganz kleinen Alltags-Angst — einem simplen Riss in einer Wand. Ausgehend von dieser kleinen Idee erschuf Moffat eine runde, abgeschlossene und phantasievolle Geschichte mit Liebe zum erzählerischen Detail (bspw. die Zeitsprünge und die Reaktionen von Amys Umwelt auf das Erscheinen ihres langjährigen “imaginary friend”), die sicherlich dazu führte, dass viele Kinder am Samstag Abend beim Zubettgehen einen ganz besonderen Blick auf ihre Kinderzimmerwände warfen. Und genau das ist es, was gute “Doctor Who”-Geschichten im Idealfall ausmachen können.

Dabei spielte die Story in dieser Folge strukturell sogar noch eine untergeordnete Rolle. Das übliche Weltuntergangszenario und das Bekämpfen des “Alien of the Week” mit irgendwelchem haarsträubend unrealistischen Technobabble war eher der Rahmen für den eigentlichen Fokus dieser Premiere: Die Vorstellung des neuen Doctors und seiner bezaubernden Begleiterin Amy (Karen Gillan), die sich in ihrem ersten gemeinsamen Abenteuer bewähren müssen und sich dabei dem Zuschauer präsentieren können. Der Doctor befindet sich noch in den “Nachwehen” der Regeneration und muss dieses Abenteuer auch fast ohne Hilfsmittel bestreiten, da auch sein “sonic screwdriver” dringend zum technischen Support muss. Dadurch ist der Doctor mehr auf seine echten Fähigkeiten und Improvisationskunst angewiesen.

Besonders auffällig ist die “Regeneration” auch in der Kameraarbeit, im Schnitt und bei der Beleuchtung. Vielleicht ist es nur der Wechsel zu besseren HD-Kameras (die jedoch meines Wissens auch schon bei den Specials verwendet wurden), aber der neue Doctor brachte auch einen deutlich veränderten visuellen Stil an den Start. Ein viel intensiveres Spiel mit der Schärfentiefe und oftmals großen Blenden, kombiniert mit zahlreichen Close-Ups, Dollyfahrten und ungewöhnlichen Kameraperspektiven verliehen einen beeindruckenden dynamischen und energiegeladenen Stil (vor allem auf einer 2-Meter-Leinwand, whoa!). Einen zweiten Blick ist auch der Rest der Inszenierung wert: Selbst die Farben wirken lebendiger, die Beleuchtung viel aggressiver. Vielleicht war das auch der frische Wind des neuen “Doctor Who”-Produktionsteams: Director of Photography Owen McPolin war zuvor ebenso wenig an einer “Who”-Folge beteiligt wie Newcomer-Regisseur Adam Smith (“Skins”). Das ist wahrhaftig nicht mehr der alte Doctor der Russell-Davies-Jahre.

Das wird auch bei den Opening Credits deutlich: Ein (in meinen Ohren unnötigerweise) aufgepeppter Themesong wird von einer generalüberholten Eröffnungssequenz begleitet (die neue Schriftart der Credits gefällt mir ausgesprochen gut). Auch die TARDIS durfte sich wieder regenerieren und wird mit mehreren Ebenen und größerer Auswahl an Kameraperspektiven endlich der Vorstellung des “großen Raums in einer kleinen Box” eher gerecht.

Es macht auch sicherlich ganz und gar keinen Sinn zu bestreiten, dass Karen Gillan als neue Sidekick-Begleiterin Amy Pond ein herzallerliebstes Cutie und wohl schon einen Großteil des Eintrittgelds wert ist ;-).

Am liebsten würde ich bereits dieser Pilot-Folge 10 von 10 Punkten geben, aber wie soll ich mir denn da noch Spielraum nach oben lassen? Sicher werden auch in der “Ära Moffat” schwächere Füller-Episoden kommen, aber die Souveränität und Eleganz, mit der die Show in die neue Dekade startete, lassen mich auf Großes hoffen.

Fazit: Der neue “Doctor Who” gibt der Serie den lange benötigten neuen Schwung, ohne die Show vollständig neu zu erfinden und alte Traditionen mit Füßen zu treten. Es ist der sehr gut gelungene Reboot, der eine glänzende Zukunft verspricht und den man sich auch für viele andere Serien-Franchises wünschen würde. Ohne Zweifel: Christopher Eccleston war der beste Doctor. David Tennant auch. Und Matt Smith wird es auch sein.

Es bleibt eben alles anders, aber besser.

The Secret Identity of Wesley Crusher

Samstag, 12. Dezember, 2009

Dass diese Möglichkeit noch niemandem zuvor aufgefallen ist, wundert mich ja schon ein wenig. Wesley Crusher is a Time Lord! Jetzt macht plötzlich alles Sinn. Selbst Wil Wheaton kann sich dem Charme dieser Erklärung nicht entziehen.

So viele Serien, so wenig Zeit (III): War sonst noch ‘was?

Freitag, 17. April, 2009

Nachdem sich mein Server-Hoster nun wieder von einem Kurzschluss in der Klimaanlage erholt hat, noch ein paar sonstige Anmerkungen zum Programm der letzten Wochen:

Dollhouse

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Das Dauer-Thema “Dollhouse” kann auch heute nicht unerwähnt bleiben. Die im Vorfeld groß gehypte Episode 1×06 war zwar endlich der vielfach erhoffte Neuanfang der Serie, aber so richtig hatte diese Folge mich auch nicht überzeugt. Interessanterweise sprach kaum jemand im Vorfeld über Episode 1×09, die zumindest in meinen Augen der eigentliche Quantensprung der Serie war, weil hier die Stärken und das Potential der Show deutlicher und effektiver ausgespielt wurden. Das Prinzip des Storytellings aus der Sicht verschiedener Charaktere, deren Geschichten sich langsam zu einem Gesamtbild zusammenfügt, ist gewiss nichts Neues in der TV-Welt, aber Dollhouse nutzte es in dieser Episode auf sehr ansprechende Art und Weise. Die Serie ist zwar immer noch ein gutes Stückchen davon entfernt, für mich ein Favorit wie “Firefly” zu werden, aber die anfängliche Enttäuschung über das Produkt “Dollhouse” ist nach neun Episoden nun endlich verflogen. Nun bleibt nur die Hoffnung, dass die eigentliche Entdeckung der Serie, Dichen Lachman (“Sierra”) in den wenigen verbleibenden Episoden noch mehr in den Vordergrund gerückt wird.

Übrigens wird FOX nun 12 Episoden ausstrahlen, inklusive des Season Finales. FOX hatte ursprünglich die üblichen 13 Episoden bestellt (und “bezahlt”), aber aus kreativen Gründen wurde die erste Episode nie ausgestrahlt (und Whedon baute das Konzept der Serie anschließend um). So blieben die 12 Folgen, die FOX nun ausstrahlen wird. Für die internationalen TV-Märkte benötigte das von FOX unabhängige Produktionsstudio aus vertraglichen Gründen aber 13 Episoden. Die ursprüngliche erste Folge machte aber im Kontext der Serie nun keinen Sinn mehr und so filmte Whedon quasi zum halben Preis eine zusätzliche Epilog-Episode (also eigentlich schon Episode #14), die FOX aber nicht bezahlen und somit auch nicht ausstrahlen will. Bleiben nur die DVDs oder internationale Ausstrahlungen. Verrücktes TV-Business.

Only one show to save

Ähnlich wie letztes Jahr finde ich mich gegenwärtig in einer recht entspannten Situation was die weitere Zukunft meiner TV-Lieblinge angeht. Da waren die Wochen vor den Upfronts früher deutlich spannender. Gut, “Pushing Daisies” und “Life” haben es nicht geschafft, aber so richtig nachtrauern muss ich bisher noch keiner Serie. Die größte Überraschung kam dabei aus dem Lager NBC/DirectTV, die das TV-Highlight “Friday Night Lights” gleich für zwei Jahre verlängerten. Das entspricht zwar “nur” 26 Episoden, aber besser konnte es kaum laufen, damit hatte wohl kaum jemand gerechnet. Auch “skins” ist trotz Finanzkrise bei Channel 4 für eine weitere Staffel gesichert (und soll 2010 mit dem unvermeidlichen amerikanischen Remake bestraft werden). Die Weiterführung von “How I Met Your Mother” (die übrigens richtig viel Spaß beim Nicht-Verstecken der beiden Schwangerschaften haben) ist auch nur noch eine Formsache. “Castle“, “Dollhouse” und “Cupid” werden diese Season wohl auch nur mit einem kleinen Wunder überstehen, aber das würde ich ebenso verkraften wie ich mich bereits mit dem Ende von “Better off Ted“, “Kings” und “Samantha Who” abgefunden habe. Das Ende von “Scrubs” wird zwar etwas zwicken, aber acht Staffeln sollten wirklich genug sein — trotz J.D.&Elliot-Reunion ist die Show zur Zeit locker-flockig gut, jedoch allmählich kamen alle Gags schon zweimal vor. Dass “Knight Rider“, “Old Christine” wohl enden werden ist mir genauso egal wie das komplette CW-Lineup. “Heroes” wird wohl zurückkommen, vielleicht gebe ich der Show dann sogar wieder eine finale Chance — die Reviews der letzten Wochen wurden ja inkrementell besser. Sollte es nicht zurückkehren — fine with me. Ähnliches gilt für “Fringe“.

Aber wegen einer einzigen Show werde ich doch Mitte Mai(?) gespannt die Non-Upfronts von NBC verfolgen: “Chuck“. Sollte NBC dieser Serie tatsächlich den Stecker ziehen, würden sie all das gute Karma für die FNL-Verlängerung gleich wieder in die Tonne kicken. “Chuck” ist ein großer, nerdiger Spaß, der mit all seinen Referenzen an die 1980er- und Gegenwarts-Popkultur nicht mehr aus dem TV wegzudenken ist. Einfach nur gute Comedy mit viel Herz. Eine Absetzung wäre ein herber Verlust.

My Boys

Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass die dritte Staffel begonnen hat und wieder herrlich silly ist.

Doctor Who

Ein paar Sätze will ich auch gerade noch zum Oster-Special unseres Lieblings-Doktors verlieren. Dass die Stories immer eintöniger werden, daran habe ich mich ja schon gewöhnt. Dass sie aber derart oberflächlich und nach “Schema F” strukturiert sind, hätte ich für ein so genanntes “Special” nun wirklich nicht erwartet. Da durfte man wirklich nicht viel nachdenken, die Story und die Hauptfiguren waren dünn wie Nudelsuppe in der Mensa. Einziger Lichtblick war “Bionic Woman” Michelle Ryan, deren Charakter den Doctor eigentlich wunderbar ergänzte und im Grunde auch sehr plausible Argumente für eine dauerhafte Rolle als Companion für den Doctor vorbrachte. Doch der musste natürlich ablehnen. Arrgh-Grmpf. Vielleicht hätten sie sich diese “Specials” auch noch schenken sollen. Hoffen wir auf 2010 — allerdings weiß ich nicht, ob sich die Gerüchte um Hannah Murray (“skins”) als Companion mittlerweile bestätigt haben.

Parks and Recreation

Dazu gebe ich mal noch keine Meinung ab, da es beim Vorbild “The Office” bekannterweise auch einige Episoden dauerte, bis die Show ihren eigenen Ton fand und der “Bäh! Kopie!”-Beissreflex beim Zuschauen abgeflaut war. Auch bei “Parks and Recreation” kommt diese grundsätzliche Ablehnungshaltung gegenüber simplen Kopien erstmal auf, aber das Potential sehe ich durchaus. Die erste Folge machte auch durchaus Spaß, aber ich denke mal ein Großteil davon ist noch auf meine uneingeschränkte Begeisterung für Amy Poehler aus ihren SNL-Zeiten zurückzuführen. Solange es nicht vollends grottenschlecht wird, harre ich mal der Dinge, die da kommen.

Und das war’s für dieses “Mega-Update” im sablog. Ich weiß nicht, wann ich wieder Gelegenheit zum Posten haben werde (sprich: Urlaub), also vergesst mich nicht ;-). An dieser Stelle nochmals der Hinweis auf meinen Twitter-Feed, den ich immerhin etwas öfter befülle.

Hope for Merkins

Samstag, 21. März, 2009

Gegenwärtig befinde ich mich in einem kleinen Nachrichten-Blackout: Keine TV-Websites, kein Twitter, keine RSS-Feeds. Und das nur, um “Battlestar Galactica”-Spoiler zu vermeiden. Aber wenn man schon keine anderen Blogs lesen will, dann kann man ja immerhin selbst einen Eintrag schreiben — nur eben ohne BSG-Inhalt. :). Mal sehen, was diese Woche so ansteht.

castleIch bin selbst etwas überrascht davon, wie gut mir die neue Krimi-Serie “Castle” gefällt, obwohl es doch wirklich nur das oft gesehene Prinzip einer Cop-Show mit zwei vermeintlich gegensätzlichen Hauptcharakteren aufgreift. Ein Mann und eine Frau mit offensichtlicher gegenseitiger Anziehung, dazu ein paar schnippische Kommentare neben der Ermittlungsarbeit und fertig ist eine weitere Show in der langen Tradition von Bruce Willis und Cybill Shepherd in “Moonlighting”. Allerdings hängt im Fall von “Castle” wirklich alles von Nathan Fillion ab, der hier einfach seine Ideal-Rolle spielen kann: Immer mit einem lockeren Spruch auf den Lippen und nie um einen Flirt oder eine Actionszene verlegen. Allerdings schon in Form der oftmals schauspielerisch unglücklich agierenden Stana Katic in der weiblichen Hauptrolle werden (zumindest momentan noch) die Grenzen der Show aufgezeigt, da ist vieles bestenfalls nur TV-Durchschnitt. Aber mal sehen, vielleicht reicht Nathan Fillions lockeres Mundwerk ja wirklich aus, um die Show für mich interessanter als “Bones” zu machen, bei dem ich seinerzeit nie recht den Anschluss fand. Interessant finde nebenbei erwähnt auch noch die netten Pseudo-Meta-Anspielungen, wenn der Schriftsteller darüber spekuliert, wie der Kriminalfall möglicherweise in einem Krimi-Roman ablaufen würde. Man sollte wohl lieber nicht zu lange darüber sinnieren, dass ihm diese Worte wiederum von einem Autor einer Krimi-Serie in den Mund gelegt wurden — das gibt eh nur Kopfschmerzen… ;)

Die Pilotepisode der neuen Comedyserie “Better off Ted” bei ABC fällt auch die Kategorie “Vielversprechend”: Richtig schön schräg und mit ein paar guten Lachern (wenn man solche abstrusen Shows mag). Portia de Rossi unterstreicht erneut ihre Comedy-Talente mit einigen sehr trockenen, aber pointierten Auftritten. Die Quoten sprechen allerdings eine deutliche Katastrophen-Sprache: Nach dem “Scrubs”-Finale wird wohl auch “Better off Ted” in das Programmplan-Nirvana verschwinden.

In der Abteilung “Nostalgie-TV” hatte ich neulich nochmal das Vergnügen eine frühe Episode von “Herman’s Head” zu sehen. Wer sich nicht mehr daran erinnert: Die Comedy handelte von dem jungen Copyeditor Herman, dem der Zuschauer vor wichtigen Entscheidungen in den Kopf “hineinsehen” und dort in Form von vier verschiedenen Persönlichkeiten Hermans Entscheidungsprozess nachvollziehen konnte. Die Serie war so ungewöhnlich wie viele andere Serien aus der Anfangszeit von FOX und diente unter anderem den damaligen jungen “Simpsons”-Sprechern Hank Azaria und Yeardley Smith als zweites Karriere-Standbein. Auch aus heutiger Sicht, knapp 17 Jahre später, funktioniert die Serie noch überraschend gut und ist durchaus amüsant — wenn man über die billige und simple Umsetzung hinwegsehen kann.

Wenn ich schon beim Thema “Nostalgie” bin, kann ich auch gerade noch erwähnen, dass ich neulich mal wieder “ER” angeschaut habe. Natürlich wegen dem “Geheimauftritt” von George Clooney und Julianna Margulies kurz vor dem Serienfinale. Ein besonderes Must-See-Event war’s eigentlich nicht, ich war eigentlich mehr davon überrascht, dass plötzlich Shiri Appleby (“Roswell”) neben Linda Cardellini (“Freaks & Geeks”), Scott Grimes (“Party of Five”) und John Stamos (“Full House”) auftauchte. Und im ER-Finale soll dann auch noch Alexis Bledel (“Gilmore Girls”) mitspielen. Welch Kollision der Teen-Serien-Universen.

Unserer aktueller Teen-Serien-Champion “Skins” zeigte auch diese Woche wieder eine solide Performance, doch schon nächste Woche kommt leider das Finale der dritten Staffel. Bis vor kurzem gab es Befürchtungen, dass es sich dabei sogar um das Serienfinale handeln könnte, denn der produzierende Sender Channel 4/E4 befindet sich gegenwärtig in finanziellen Schwierigkeiten und muss wie andere britische Sender an den Sparschrauben drehen. Doch letzte Woche wurde offiziell versichert, dass eine vierte Staffel produziert wird.

Ein interessantes Casting-Gerücht besagt übrigens, dass Hannah Murray (“Cassie” aus Season 1 & 2) die neue Begleiterin des “runderneuerten” Doctor Who ab 2010 werden soll — sie wäre angeblich zur Zeit die Top-Kandidatin auf Steven Moffats Liste.

Ein anderer “Skins”-Alumni ist seit Donnerstag in “Slumdog Millionaire” in den deutschen Kinos zu sehen. Dev Patel spielte “Anwar” in den ersten beiden Staffeln und nun die Hauptrolle in dem diesjährigen Oscar-Gewinner-Streifen. Ich fand den Film durchaus sehenswert und ansprechend erzählt, aber die Anhäufung von gleich acht Oscar-Trophäen empfinde ich im Nachhinein dann doch etwas überbewertet. Mich hat der Film vor allem in den eher “technischen” Kategorien wie Schnitt und Kameraarbeit überzeugt (die Szenen in Mumbai sind erstklassig und atemberaubend), die Story selbst halte ich hingegen nicht unbedingt für Oscar-würdig.

Und dann noch als “Musikvideo zum Wochenende” ein Track von einer 2-Personen-Combo, die ich aus unerfindlichen Gründen erst diese Woche entdeckt habe: The Kills. Eigentlich bin ich nur über die Verlinkung eines “Crazy”-Covers bei Capt. Obvious auf die Gruppe gestoßen. Hat ‘was von Garbage, Yeah Yeah Yeahs und White Stripes. Wie gut, dass es zur Zeit bei Saturn.de MP3-Alben für 5 Euro gibt.

Doctor #11: Matt Smith

Samstag, 3. Januar, 2009

1,2,3… Und jetzt stürmen alle “Doctor Who”-Fans zur Wikipedia und zur IMDb und suchen nach einer Antwort auf die Frage: Wer ist dieser 26jährige Matt Smith eigentlich? Ich kenne ihn jedenfalls gar nicht.

In dem Promo-Foto in der Presseerklärung der BBC sieht der neue “Doctor” meiner Meinung nach etwas seltsam aus, aber das will ja nix heißen, wichtiger ist seine Performance auf bewegtem Film. Es überrascht mich etwas, dass sie einen so jungen Schauspieler für die Rolle ausgewählt haben, aber vielleicht hofft die BBC damit, vermehrt jugendliche Zuschauer wieder für die Serie zu begeistern.

Wie auch immer, endlich ist das Rätsel um die Nachfolge von Tennant gelüftet — auch wenn es jetzt noch mindestens ein Jahr dauert, bis man Smith als den neuen Doctor auf dem Bildschirm sehen kann.

Steven Moffat muss sich einen neuen “Doctor” suchen

Donnerstag, 30. Oktober, 2008

Da lagen die in den letzten Monaten immer mal wieder aufgetauchten Gerüchte wohl doch richtig: David Tennant wird nur noch für die vier kommenden “Doctor Who”-Specials zur Verfügung stehen, für die fünfte Staffel der Serie muss jedoch ein neuer Hauptdarsteller gesucht werden, wie die BBC berichtet.

In dem Artikel nennt die BBC auch gleich vier potentielle Nachfolger-Kandidaten, unter anderem auch “Jekyll”-Darsteller James Nesbitt sowie Paterson Joseph (u.a. der “Marquis de Carabas” in der BBC-Verfilmung von “Neverwhere”), der dann der erste dunkelhäutige “Doctor Who”-Darsteller wäre.

Auch wenn ich vor zwei Jahren nicht gedacht hätte, dass jemand Christopher Ecclestone ersetzen könnte, so ist mir Tennant in den letzten Jahren doch sehr ans Herz gewachsen und hat sich mittlerweile in meinen Augen sogar als der bessere “Who”-Darsteller herauskristallisiert. Insofern ist es sehr schade, dass nun auch er (wohl aus Angst vor Typecasting) die Show verlässt, insbesondere nachdem wohl vor allem wegen ihm die fünfte Staffel um ein Jahr verschoben wurde und stattdessen nächstes Jahr nur vier Specials produziert werden.

So ist die fünfte Staffel von “Doctor Who”, die wohl im Frühjahr 2010 auf die britischen Bildschirme kommen wird, wieder mal ein kompletter Neuanfang für das Franchise … mit neuem Hauptdarsteller und neuem Showrunner (Steven Moffat).

“Tintin” ohne Steven Moffat

Sonntag, 20. Juli, 2008

Zur Abwechslung mal wieder ‘was von der Steven-Moffat-Fanboys-Front: Der gute Mann hat laut Daily Mail gerade die Zusammenarbeit mit Steven Spielberg an der Verfilmung der “Tintin”-Comics aufgekündigt.

Der Grund: Moffats Verpflichtung als neuer “Doctor Who”-Showrunner ab 2009. Die Arbeit an “Doctor Who” sei schon immer sein größter Traum gewesen, so Moffat gegenüber der Zeitung. Dafür sei er auch bereit, der Hollywood-Legende Steven Spielberg und einem 2-Millionen-Dollar-Scheck einen Korb zu geben. Eigentlich hatte Steven Moffat bereits 2007 seine Zusage gegeben, als Autor für zwei der drei geplanten “Tintin”-Spielfilme zur Verfügung zu stehen und hatte auch bereits den ersten Teil fertiggestellt, als der Autorenstreik dazwischenkam und seine Zeitpläne durcheinander warf. Die Entwicklung neuer Folgen von “Doctor Who” sei zeitlich nicht mit der Arbeit an “Tintin” zu vereinbaren.

Das nenne ich mal Hingabe. Hoffentlich wird er diese Entscheidung nicht irgendwann mal bereuen. Aber wer kann schon behaupten, einmal Spielberg links liegen gelassen zu haben. Spielberg habe jedenfalls Verständnis für Moffats Entschluss gezeigt.

Doctor Who: Gestapo-Daleks

Mittwoch, 9. Juli, 2008

Die vierte Staffel des Doctors der “Neuzeit” war erneut sehr uneinheitlich. Es begann recht gut, ließ dann stark nach und raffte sich gegen Ende wieder zu einem finale furioso auf. Aber allmählich werde ich so mancher immer wieder verwendeten Komponente im “Who”-Universum überdrüssig.

Gehen wir doch mal die einzelnen Episoden dieser Staffel durch:

“Partners in Crime”: Das Fett der Menschen macht sich selbständig. In meinen Augen eine souveräne Staffel-Eröffnung, vor allem wegen den ungewöhnlichen “bad guys”: Die Adipose (Fettzellen) waren wohl die goldigsten “Monster” seit den Tribbels und den Gremlins. Die erneute Begegnung zwischen dem Doctor und Donna war ebenfalls ein amüsantes Highlight. Note 2-

“The Fires of Pompeii”: Sollen der Doctor und Donna in die Geschichte eingreifen? Eigentlich eine immer wieder interessante Gewissensfrage in Zeitreisen-Serien, aber die Ausführung in dieser “Who”-Episode war eher “underwhelming”. Ansonsten einfach zuviel schlechte Schauspielerei (besonders bei den Nebendarstellern) und viele theatralische und hektische “Dialog”-Szenen zwischen Donna und dem Doctor, die höchstens einen Louis de Funès erfreut hätten. Der Scherz um die automatischen Übersetzungfähigkeiten der TARDIS ragte aber positiv heraus. Note 3

“Planet of the Ood”: Der Doctor rettet die Ood aus der Sklaverei. Diese Episode behandelte ohne Frage auch ein brisantes Thema, aber der Storyablauf wirkte über weite Strecken wie so manche typische “Star Trek:TOS”-Folge: Alles sieht zufrieden aus, dann stolpern wir über eine fundamentale Grausamkeit hinter den Kulissen und die Helden müssen den Tag retten. Dass offenbar auch futuristische Gebäude immer wie abgewrackte britische Fabriken aussehen, macht die Sache nicht viel besser. Note 3+

“The Sontaran Stratagem” & “The Poison Sky”: Insbesondere der zweite Teil dieser Doppelfolge war eine Qual. Die Rückkehr von Martha Jones war alles andere als ein “Must-See” und all jenes militärisches Hin-und-Her dieser Episode war zum Vergessen. Ganz zu schweigen von der mauen Charakterentwicklung. Da musste man schon nach den Details suchen, um etwas Positives zu finden: Der erneute “versteckte” Auftritt von Rose Tyler war eine nette “scary” Überraschung und auch die Special Effects waren durchaus sehenswert. Aber ansonsten einfach zuviel Jammerei und aufgeblasenes Drama. Note 3

“The Doctor’s Daughter”: Eine reichlich uneinheitliche Episode, wieder mit viel Rennerei und Schnitzeljagd-Anleihen. Aber die “Tochter” des Doctors brachte immerhin Schwung und Abwechslung in die Sache (und die Dialoge) als der Doctor diverse Male sprachlos von den Entwicklungen überrascht wurde. Da angeblich nur auf Drängen von Steven Moffat noch der Epilog mit der überlebenden Tochter angehängt wurde, werden wir vermutlich noch mehr von ihr sehen — in einigen Jahren. Note 2-

“The Unicorn and the Wasp”: Die alljährliche Konfrontation des Doctors mit einem berühmten britischen Schriftsteller, in diesem Fall einer Schriftstellerin: Agatha Christie. Abgesehen von der hervorragenden Pantomime-Einlage des Doctors allerdings eine reichlich seltsame Angelegenheit. (and yet another twist) Note 3-

“Silence in the Library” & “Forest of the Dead”: Dazu hatte ich ja schon etwas geschrieben, dem hab ich nichts hinzuzufügen. Einziger “Schatten” auf dieser Episode ist das wie üblich etwas zu glatt-glückliche Ende. Note 1-

“Midnight”: Ein Beispiel dafür, dass “Doctor Who” prinzipiell auch ohne großartige Kulissen auskommen kann und auch als 45-minütige Theaterproduktion perfekt funktionieren kann. Ich fand’s hochspannend auch wenn die “dummen” agitatorischen Charaktere etwas zu eindimensional gezeichnet waren. Dennoch teilweise sehr beklemmend und positiv-frustrierend. Note 2+

“Turn Left”: Allmählich nähern wir uns dem Ende und die Serie nimmt wieder lang zurückliegende Storyfäden auf, die zu einem eindrucksvollen Gesamtkunstwerk verknüpft werden. Wenn man sich nun im Verlauf der Staffel an den manchmal etwas “übertriebenen” Schauspiel-Stil von Catherine Tate gewöhnt hat, entfaltet diese Story eine exzellente Dramatik rund um die vermeintlich so unbedeutende Donna. Im “Doctor Who”-Universum kann jeder ein Held sein. Diese Folge zeigt insbesondere im Kontrast zum Stand-Alone-Charakter von der vorausgegangenen Episode “Midnight” welch breites Spektrum an verschiedenen Storytypen in dieser Serie erfolgreich erzählt werden können und einen Teil des Charmes dieser Serie ausmacht. Note 2+

“The Stolen Earth” & “Journey’s End”: Ein furioses Finale der ersten vier Jahre des neuen “Doctor Who” und wohl auch das Anfang vom Ende der Ära “Russell T. Davies”. Nicht weniger als das gesamte Universum und die “Realität” muss gerettet werden. Wirklich gelungen, wie viele kleine (scheinbar absichtlich gestreute) Puzzlestückchen der letzten Jahre wieder aufgelesen wurden und zu einem überraschenden Gesamtbild zusammengesetzt wurde.

Wie üblich bei “Who” lief vieles etwas arg theatralisch und “over-acted” ab, aber fast alle Figuren aus den verschiedenen “Who”-Spin-Offs in einem gigantischen Crossover wenigstens halbwegs sinnvoll zusammenzubringen ist ja auch schon mal eine Leistung. Aber stellenweise war’s mir doch des Guten etwas zuviel. Es war durchaus geschickt, auf das lang vergessene Trivia-Bit zurückzugreifen, dass die TARDIS ursprünglich als Raumschiff für sechs Piloten gedacht war (daher die sechs Segmente am Steuerpult) und somit erst sechs “Kapitäne” dem Vehikel die volle Leistungsfähigkeit entlocken können. Aber noch selten wirkte diese Art der “den Nippel durch die Lasche ziehen”-Steuerung so lächerlich wie in diesen finalen Szenen. Wer Probleme mit suspension of disbelief hat, ist bei Doctor Who eh falsch aufgehoben, aber das sah diesmal auch noch richtig dämlich aus. (Aus irgendeinem Grund muss ich bei solchen Szenen immer an “Blinkenlights” denken — Gefingerpoken, Blowenfusen, Poppencorken und so.)

Aber das soll eigentlich kein Verriss werden, denn wer sich nun schon im vierten Jahr auf diese Serie einlässt, der kennt (und erwartet) diese bizarr-kitschigen Momente in gewisser Weise. Und die Doppelfolge hatte ja auch viele schöne emotionale Momente, die besten natürlich in Form des nun wieder ganz allein gelassenen Doctors, den David Tennant wie üblich mit Inbrunst darstellt. Und schließlich gab es sogar je nach Zählweise bis zu drei Doctors, ein Happy-End mit Rose und dem Doctor, zwei halbe Regnerationen, viele Explosionen und Special Effects, dazu deutschsprechende Daleks (für Briten sicherlich die ultimative Verkörperung des Bösen) und Martha aka “Agentin funf sehs sehs sieben eins, von der medisinishen Abteilung” (letztere mit überraschend guter Aussprache im Vergleich zum ersten Read-Through, das in “Confidential” gezeigt wurde). Ein großes Spektakel, das auch für “Who”-Verhältnisse aus allen Rohren feuert.

Also insgesamt für das Finale Note 1- auf der “Doctor Who”-Notenskala.

Manchmal würde ich mir aber wünschen, der “Doctor” könnte sich all dieser “Abwärtskompatibilität” entledigen und all die Daleks, Sontarans usw. öfters ad acta legen und auch die wenigen noch vorhanden Zusammenspiele mit dem Militär der Gegenwart sowie so manchen überflüssigen Trip in die Vergangenheit Großbritanniens (und die historische Kleiderkammer der BBC) abschaffen. Gerade von den Drama-Momenten als letzter Überlebender eines “Zeitkriegs” würde ich gerne mehr sehen, die tiefe “Sinnkrise” des Doctors nicht immer nur im Vorbeigehen streifen. Mit “Torchwood” ging das “Doctor Who”-Universum zwar auch einen erwachseneren und düsteren Weg, aber gleichzeitig auch einen Pfad weit weg von der Geschichte des Time Lords, dem letzten seiner Art. Ein stilistischer Cross-Over von “Doctor Who” und “Battlestar Galactica” — das wäre mal ein nettes Experiment. Aber sicherlich (und verständlicherweise) auch für viele Who-Fans eine Todsünde.

Als im Trailer für das Christmas-Special die Cybermen wieder auftauchten, konnte ich mir ein Augenrollen nicht verkneifen. Schon wieder. Aber natürlich werde ich auch dann wieder vor der Glotze kleben.

Eure Meinung zur vierten (30.) Staffel von "Doctor Who"

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Doctor Who: “Spoilers!”

Sonntag, 8. Juni, 2008

Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, möglichst neutral an die neuen “Doctor Who”-Folgen aus der Feder von Steven Moffat heranzugehen. Schließlich wollte ich nicht schon im Vorfeld als Moffat-Fanboy sabbernd vor der Leinwand sitzen und ihn zum neuen Heilsbringer erklären. Man will ja zumindest den Anschein erwecken, als würde man mit einer gewissen kritischen Distanz an solche Sachen herangehen… äh… oder so ähnlich ;-)

Doch schon nach den ersten paar Minuten, noch im Teaser des ersten Teils der Doppelfolge war’s um mich geschehen: Sofort war ich in den Bann gezogen und als der Doctor in der vermeintlichen Fantasie des Mädchens auftauchte, wusste ich, dass das wieder eine großartige Episode ganz nach meinem Geschmack wird.
Die Episode war nicht direkt mit dem bisherigen Moffat-Meiserwerk “Blink!” zu vergleichen, denn “Silence in the Library” sowie “Forest of the Dead” mussten genügend Material für zweimal 40 Minuten aufbringen und handelten auch nicht als Stand-Alone-Folgen am Rande des Who-Universums. Aber eines ist ebenfalls klar: Zu den bisherigen trägen “Who”-Episoden dieser Staffel trennten diese beiden Folgen buchstäblich Welten. Ich weiß nicht, wann ich wie bei “Silence in the Library” geschehen zum letzten Mal beim “Who”-Abspann entrüstet auf die Uhr starrte und mich wunderte, wie angeblich schon 43 Minuten vergangen sein sollen.

Sonst sind der “Doctor” und seine Stories meist zu überaktiv-kindisch, zu schrill, anstrengend und dennoch gleichzeitig fast schon monoton — aber mit “Silence in the Library” präsentierte Moffat bereits in den ersten Minuten einen packenden und faszinierenden Erzählstil. Er ist der Experte für mehrschichtige Story-Ebenen, ein begabter Geschichten-Erzähler, gespickt mit intensiv verwobenen Zeitreise-Paradoxen und großen emotionalen Momenten. Als wäre eine unterhaltsame Stand-Alone-Episode nicht schon genug, hat er insbesondere im zweiten Teil “Forest of the Dead” dann auch quasi nebenbei den “Doctor” neuerfunden, ohne den Wurzeln und der Tradition dieser charmanten Serie untreu zu werden. Am Ende der Doppelfolge präsentierte sich ein “neuer” Doctor den Zuschauern. Das war einfach ein ganz großes “Doctor Who”-Spektakel mit Tiefgang und Gänsehaut-Faktor und legte hoffentlich auch einen Grundstein für die weitere, vielversprechende Zukunft des Doctors.

Aber was ich eigentlich sagen will: Ich kann’s kaum abwarten, dass Moffat 2010 das Zepter bei “Doctor Who” übernimmt. All praise the new Heilsbringer! ;-)

Moffat neuer Chef bei “Doctor Who”

Dienstag, 20. Mai, 2008

Wie der Guardian heute berichtet, hat die BBC nun endlich die monatelangen Gerüchte um die Nachfolge von Russell T Davies bestätigt: Steven Moffat (“Coupling”, “Jekyll”) wird der neue Showrunner (aka “lead writer and executive producer”) von “Doctor Who” — allerdings dauert es noch ein wenig, bis er das Zepter endgültig übernehmen wird.

2009 macht der “Doctor” eine Pause, unter anderem um Hauptdarsteller David Tennant Raum für andere Projekte zu geben und wird nur vier Specials produzieren. Erst 2010 kehrt die Show dann wieder in gewohnter Serienform zur fünften Staffel (nach neuer Zählung) zurück auf die Bildschirme.

Moffat ist vor allem deshalb eine exzellente Wahl, weil sein Name im Grunde synonym steht für die besten “Doctor Who”-Episoden der Neuauflage. “The Empty Child”, “The Girl in the Fireplace” und natürlich “Blink!” zählen zu meinen Favoriten der Serie. Dementsprechend groß sind die Erwartungen im Vorfeld seines diesjährigen zweiteiligen “Who”-Gastspiels “Silence in the Library”, das wohl Ende Mai / Anfang Juni ausgestrahlt werden soll (nächste Woche ist eine Pause wegen des Eurovision Song Contest). Zudem hat er mit der Miniserie “Jekyll” im vergangenen Jahr eine sehr sehenswerte Dramaproduktion abgeliefert.

Allerdings hat es die Vergangenheit ja schon öfters gezeigt: Wenn die Erwartungen hoch sind, dann kann auch die Enttäuschung groß ausfallen. Und der “Doctor” hat insbesondere in den letzten Wochen ein paar bedenkliche “Abnutzungserscheinungen” gezeigt, so richtig begeistert hat mich dieses Jahr noch keine Folge. Aber vielleicht kann Moffat da nun wieder neues Leben einhauchen und hat mit James Nesbitt (“Jekyll”) vielleicht schon insgeheim den elften “Doctor”-Darsteller im Gepäck…

ProSieben setzt “Doctor Who” ab

Mittwoch, 6. Februar, 2008

Am Samstag werden noch zwei Episoden ausgestrahlt, aber danach ist erstmal Schluß.

Das war ja ein kurzer Auftritt für den Doctor. Sehr, sehr schade. Ich hatte gehofft, dass ihm zumindest auf diesem Sendeplatz auch bei schwachen Quoten mehr Zeit gelassen wird als in der PrimeTime.

Ich hatte schon mit mauen Quoten gerechnet, weil den meisten deutschen Zuschauern der Background der jahrzehntelangen Entstehungsgeschichte des Doctors fehlte. Ohne diesen Zusammenhang im Hinterkopf wirkt doch einiges im Who-Universum etwas seltsam und bizarr. Einige Special-Effects dürften wiederum SciFi-Fans enttäuschen.

Auch Michael von Fernsehlexikon.de hat ja kürzlich schon beschrieben, wie “Who” auf “Aussenstehende” wirkt — ich konnte seine fehlende Begeisterung auch durchaus nachvollziehen (auch wenn ich sie nicht teile ;-)). Bis man zu solchen losgelösten  Storytelling-Goldstückchen wie “Blink!” kommt, dauert es ja einige Folgen.

Love & Monsters

Sonntag, 23. Dezember, 2007

Hin und wieder spiele ich mit dem Gedanken, eine Episode einer guten Serie “für später” aufzuheben. So wie einen guten Wein, den man sich für einen besonderen Anlass reserviert. Wie wäre es, wenn man beispielsweise heute noch eine “Buffy”-Episode “übrig” hätte, die man noch nie gesehen hat? Oder eine Folge “Arrested Development”?

Aber in der Praxis macht man sowas dann doch nie — ist eh auch zu kompliziert, bestimmte Episoden aus dem Lauf einer Staffel einfach zu ignorieren. Bei “guten” Serien gibt es außerdem meist auch in der x-ten Wiederholung immer noch neue Details zu entdecken. Und es gibt ja genügend andere Serien, die man noch sehen müsste…

Dass solch eine “left-over” Episode aber dennoch eine nette Überraschung sein kann, habe ich diese Woche bei “Love & Monsters” aus der zweiten Staffel des neuen “Doctor Who” gemerkt. Warum ich diese Folge seinerzeit Mitte 2006 nicht gesehen hatte, ist mir bis heute ein Rätsel — ich hab’ mich nur immer gewundert, warum ich mich nach “Blink” 2007 nicht an eine ähnliche stand-alone-Episode aus der zweiten Staffel erinnern konnte. Ähnlich wie “Blink” stand in “Love & Monsters” mal nicht der Doctor oder seine Begleiterin (damals noch Rose) im Mittelpunkt, sondern erzählt einen eher losgelösten Handlungsbogen, der aber dennoch eng mit dem “Who”-Universum verbunden ist. Ich mag Serien/Episoden, die öfters mal den Erzählstil variieren anstatt jede Woche nach dem gleichen Rezept vorzugehen. Die Episode erzählt die Geschichte des jungen Elton Pope (Marc Warren, “Hustle”), dessen Wege sich seit seiner Kindheit immer mal wieder mit denen des Doctors kreuzen. Aus der Feder von Chefautor Russell T. Davies hat die Episode vor allem deshalb einen hohen Unterhaltungsfaktor, weil sie sich selbst und das “Who”-Franchise nicht ganz so ernst nimmt.

Anyway, “Love & Monsters” ist sicherlich eine der besseren Episoden des “neuen” Doctors und ich habe mich gefreut, ausgerechnet solch eine gelungene Episode als Einstimmung auf das kommende Weihnachtsspecial (mit Kylie Minogue, am 25.12.) noch im “Weinkeller” vorzufinden.

Doctor Who and Mr. Hyde? (Update)

Freitag, 3. August, 2007

Gerüchte um ein Ende der Ära Davies-Tennant bei “Doctor Who” gibt es ja schon länger – sowohl der Showrunner Russell T. Davies und der zehnte “Doctor”-Darsteller David Tennant wollen angeblich am Ende der kommenden vierten Staffel 2008 die BBC-Serie verlassen. Insbesondere das britische Boulevard-Blatt “The Sun” befeuert dieses Thema gerne immer wieder mit neuen Gerüchten. Nun hat die “Sun” aber erstmals auch Namen in die Nachfolger-Diskussion eingeworfen, obwohl noch nicht mal offiziell ist, ob Tennant und Davis wirklich die Show verlassen werden.

Aber die Namen, die da genannt werden, sind durchaus eine interessante Vorstellung: Demnach soll nicht nur “Jekyll”-Darsteller James Nesbitt der elfte Doctor werden, sondern zugleich auch noch “Jekyll”-Autor Steven Moffat das Steuer der SciFi-Serie übernehmen. Natürlich liegt es für die Sun nahe, derzeit ausgerechnet diese beiden Namen durchs Gerüchte-Dorf zu treiben, war “Jekyll” diesen Sommer doch eine formidable Drama-Überraschung von der Insel. Aber dennoch gefällt mir zumindest der Gedanke, dass Moffat neuer Showrunner beim “Doctor” wird, schließlich könnte das doch für die Zukunft noch mehr Episoden im Stil von “Blink” und “The Empty Child” (beides in meinen Augen absolute “Who”-Highlights) bedeuten. Aber Nesbitt als “Doctor”? Könnte funktionieren, aber Tennant hat die Latte schon ziemlich hoch gelegt.

Wie auch immer, diese Gerüchte sollte man sehr vorsichtig behandeln, die Sun hat in der Vergangenheit schon so einiges behauptet…

Update: Mittlerweile hat Moffat, wie zu erwarten war, die Gerüchte um Nesbitt als elfter “Doctor” als unbegründete Erfindung dementiert.

Doctor Who: Last of the Time Lords

Sonntag, 1. Juli, 2007

So richtig glücklich bin ich mit dem Season-3-Finale von “Doctor Who” nicht. Die finale Episode feuerte zwar in jeder Hinsicht aus allen Rohren, aber teilweise schien sie mir fast ein Stückchen über’s Ziel hinauszuschießen.

(Spoiler voraus)

Dabei sah der Trailer letzte Woche doch so viel versprechend aus. Aber wie Promo-Abteilungen von TV-Sendern nunmal so sind, haben sie sich hauptsächlich die Rosinen aus dem Kuchen gepickt. Dass der Doktor durch irgendwelches mäßig erklärtes kollektives Gedankenkraft-Dingens gerettet wird und sich das ganze Zeit-Pradoxon wundersam sauber mit etwas Technobabbel in Wohlgefallen auflöst ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen — all das wird in solchen Trailern natürlich nicht erwähnt. Irgendwie war mir das Happy End deutlich zu glatt, ich nahm dem Doktor auch seine Trauer um seinen letzten Artgenossen nicht ab — die Vorgeschichte der Beziehung zwischen dem “Doctor” und dem “Master” war dazu viel zu kurz gekommen und hatte sich dann diese Emotion über den Lauf der Doppelfolge einfach nicht verdient. Und die durchaus nette Idee um die “Enthüllung” von Capt. Jacks Zukunft schien mir etwas holprig/aufdringlich ins Skript eingebaut, das hätte man doch auch irgendwie subtiler einbauen können.

Sicherlich hatte die Episode auch gute Momente, im typischen Doctor-Who-Stil immer ein wenig off-beat (der “Tanz” des Masters zu Beginn), und viele wirklich gute Special Effects (der extrem gealterte Doctor) sowie sauber vorbereitete und realisierte Story-Twists (die wahre Identität der “Kugeln”). Aber dennoch klemmte es an so manchen anderen Stellen. Ich konnte irgendwie nicht genügend “suspension of disbelief” aufbringen, um die Motivation des “Masters” zu akzeptieren und die Story der Episode zu genießen.

Es scheint mir fast so, als hätte “Doctor Who” die größten Probleme, wenn sie klassisches Space-Science-Fiction machen wollen. Da stoßen sie dann schnell mit dem Bühnenbild an Budget-Grenzen, irgendwie sehen die diversen Raumschiff-Innereien immer alle nach dem gleichen Kraftwerk-Keller aus. Und die x-te Variation der Dalek-Monster-of-the-Week-Story kann mich auch nicht mehr richtig von Sofa reißen. Nein, “Who” kann vor allem in den kleinen Geschichten in der Gegenwart brillieren oder wenn die BBC-Kostümausstatter sich im Shakespeare-Zeitalter austoben dürfen. So passt es ins Bild, dass dieses Jahr ausgerechnet die “kleine” Episode “Blink” mein Favorit war, die mich auch von Anfang bis Ende gefesselt hatte.

Und dann ist da das Thema “Martha Jones”. Insbesondere im Finale fiel mir recht deutlich auf, dass ihrem Charakter (oder der Schauspielerin) hin und wieder das nötige Charisma fehlt. Gerade als es darum ging, wie sie angeblich all die Hebel in Bewegung setzte um den Doctor zu retten, schien sie irgendwie zu “hölzern” und sie wirkte weder überzeugend noch glaubhaft. Eventuell nervt mich auch nur ihre Stimme, wer weiß.

Vielleicht wird es wirklich Zeit, dass sich die “Who”-Macher mal ein neues Modell für das Doctor & Companion-Schema überlegen — die Gerüchte zur vierten Staffel deuten ja darauf hin, dass es in der Hinsicht eine größere Änderung geben könnte.

Doctor Who: Blink!

Montag, 11. Juni, 2007

Ist es bedenklich, wenn eine der besten “Doctor Who”-Episoden ausgerechnet eine ist, in welcher die beiden Hauptdarsteller nur am Rande vorkommen? Zwar hatte das jüngste Werk “Blink” massig Logik-Löcher (was bei der Zeitreisen-Thematik aber auch unausweichlich ist), aber ich fand sie höchst unterhaltsam und sehr spannend — beides Attribute, die man nicht jeder “Doctor Who”-Episode zuschreiben kann.

“Blink” war hervorragendes SciFi-TV und trotz einer recht einfachen Grundidee (mit ganz leichten Anleihen bei “Back to the Future”) sehr effektiv umgesetzt. Die Folge hatte nicht nur ein vollgepacktes Script mit einer schönen abgeschlossenen Geschichte, das auch locker für einen 90-minütigen TV-Movie gereicht hätte, sondern war auch für TV-Standards erstklassig inszeniert. Die “weeping angels” waren wirklich wunderbar gruselig. Ob es nun logistische oder kreative Gründe hatte, warum “The Doctor” in dieser Episode nur so kurz auftrat, man muss den Machern Lob dafür zollen, dass sie sich überhaupt trauen, solch einen Weg zu beschreiten und einem einmaligen (sehr charismatischen (und hübschen)) Gaststar fast die komplette Episode zu überlassen.

Sehr sehenswert.

BBC ordert vierte Staffel von “Doctor Who”

Donnerstag, 22. März, 2007

Passend zum Start der dritten Staffel des “neuen” Doctor am übernächsten Wochenende hat die BBC heute offiziell eine vierte “Series” für 2008 angekündigt. Ob der gegenwärtige Darsteller des Doctors, David Tennant, auch in Staffel 4 dabei sein wird, ist aber noch unklar. Weder Schauspieler noch Produzent Russell T Davies wollten sich dazu äußern.

Zum Start der dritten Staffel am 31. März bekommt der Doctor eine neue Assistentin, gespielt von Freema Agyeman. Ich glaube keine andere Serie kann sich den (mehrfachen) Verlust beider Hauptdarsteller in wenigen Jahren so problemlos erlauben wie “Doctor Who”. Billie Piper war zum Ende der letzten Staffel auf eigenen Wunsch aus der Serie ausgeschieden. Die ursprünglich für sie geplante Spin-Off-Serie “Rose Tyler: Earth Defence” wurde 2006 kurzfristig abgeblasen.

Die etwas ernstere und düstere Spin-Off-Produktion “Torchwood” konnte im vergangenen Herbst nicht so recht überzeugen. Sie hatte zwar zahlreiche gute Momente, aber manche Stories waren dann doch etwas dürftig in der Umsetzung. Die zweite Staffel ist inoffiziell für 2008 angekündigt.

Eine weitere Spin-Off-Kinderserie (jepp, die BBC hat endgültig das Franchise-Prinzip entdeckt) namens “The Sarah Jane Adventures” soll im laufenden Jahr starten. Eine Pilot-Episode lief bereits als Appetizer, ist aber wirklich nur für Kinder (und sehr Junggebliebene) attraktiv.

Torchwood: The darker side of Doctor Who

Mittwoch, 25. Oktober, 2006

Ich muss sagen, mir gefällt’s. Das kann natürlich jetzt auch der Newcomer/Pilot-Bonus sein, aber die ersten beiden Episoden von “Torchwood” (ein Anagramm für “Doctor Who”) haben mir besser gefallen als weite Teile der zweiten Staffel von dem “neuen” Doctor. Zwar wurde teilweise etwas zu effekthaschend auf Blood&Sex-Szenen gesetzt, aber die Show ist zumindest mal deutlich unterhaltsamer und spannender als das kurz vorher gelaufene gähnend langweilige “Robin Hood”-Debut. Alle “Torchwood”-Hauptcharaktere fand ich auf Anhieb ansprechend und interessant, die Hauptdarsteller wirken glaubhaft und die Serie folgt mal einer neuen Variante des üblichen SciFi-Hokuspokus: Anstatt den nutzlosen Versuch zu unternehmen, mit Technobabbel zu erklären, warum etwas funktioniert, wird einfach nur behauptet: Es funktioniert halt. Schön auch, dass die Serie sich nicht zu ernst nimmt, die (sympathische) Neue im Team darf auch gleich zu Beginn mal feststellen, dass die vom Autor ausgedachte schöne Alien-Technologie einen kleinen (Denk-)Fehler hat (durch den Aufzug muss da ja ein Loch im Boden sein). Dazu sind die Dialoge und Szenen im typischen DrWho-Stil zeitweise sehr amüsant und mit einer gewissen Portion trockenen Humor versehen. Ja, die Show hat Potenzial. Mal sehen, was sie über den Verlauf der Staffel daraus machen.

Warum kann sowas eigentlich nicht in Deutschland produziert werden? So teuer kann das doch nicht sein, wenn die Briten es auf die Beine stellen. Aber in Deutschland würde das wohl in eine Stereotypen-überladene Billig-Show mit miesen Schauspielern und noch schlechteren 08/15-Skripten mutieren. Die Briten scheinen da mit mehr Souveränität und Selbstbewusstsein ranzugehen. Auf der anderen Seite, seit der Adaption von “Office” in “Stromberg” kann man ja wieder Hoffnung haben. Vielleicht wagt ja jemand mal ein Remake von “Raumpatrouille Orion” im Stil von “Battlestar Galactica” ;-)

TV Moments 2005

Mittwoch, 28. Dezember, 2005

Das Jahr neigt sich zu Ende und überall werden die traditionellen “Best Of”-Listen und Jahresrückblicke gemacht. Da liegt es nahe, auch eine Liste der “besten” TV-Serien-Momente aus 2005 zusammenzustellen. Hm. Da wäre nur ein Problem: Wie will man sich innerhalb von einer knappen halben Stunde am 28. Dezember 2005 alle 100+ Stunden an TV-Episoden zurück in Erinnerung holen, die man in den letzten 12 Monaten so konsumiert hat? Eigentlich ein hoffnungsloses Unterfangen. Vielleicht sollte ich mir 2006 da etwas konsequenter Notizen machen ;-)

Ich probier’s halt mal — hier ist die Top Ten meiner Lieblingsmomente/-episoden aus 2005:

#10: How I Met Your Mother: Episode 10 (Season 1) “The Pineapple Incident”. Quasi stellvertretend für die komplette erste Hälfte dieser überraschend gut gelungenen neuen CBS Comedy. So wie diese Episode ist auch die ganze Show: Unkonventionell erzählt, mit überraschenden Wendungen und Bon Mots, die in den USA teilweise schon in den alltäglichen Sprachgebrauch geschafft haben (“Lemon Law of Dating”). Der Cast harmoniert wunderbar, endlich Rollen für “Willow” Allyson Hannigan und “Doogie Howser” Neil Patrick Harris, die sie zeigen lassen, dass auch andere Charaktere in ihnen stecken. Die einzige neue Show der Season 05/06, die es in diese Auflistung geschafft hat. Die Episode rund um die mysteriöse Ananas lässt sich übrigens derzeit via Yahoo anschauen, wenn man eine US IP-Adresse hat.

#09. Battlestar Galactica: Episode 6&7 (Season 2) “Home”. Mit “Home” wurde eines der ersten großen Story Arcs der Show abgeschlossen — die Crew um Cmdr. William Adama findet endlich einen stichhaltigen und gleichzeitig mystischen Hinweis auf die Existenz der Erde. Mit “Galactica” hat das Science Fiction Genre im TV den Sprung ins 21. Jahrhundert geschafft. Kein Wunder, dass die Absetzung von “Enterprise” dann doch recht schnell vergessen war.

#08. Gilmore Girls: Season 5, Episode 14 “Say Something”. Normalerweise hinken Episoden aus der Feder von Daniel Palladino in kreativer Hinsicht den Produktionen seiner Ehefrau Amy um einiges hinterher. Aber diese Episode mit dem ersten großen Streit zwischen Luke und Lorelai ist von A bis Z perfekt und toppte aus meiner Sicht sogar die mit großem Tamtam beworbene Episode #100. Eine klassische “Gilmore Girls” Episode, die an die “guten alten Zeiten” der ersten Staffeln erinnert.
Lorelai (crying): He could have been the one.
Rory: I know.

#07. Medium: Season 2, Episode 3: “Time Out of Mind”. Eine wunderbar verschachtelte Episode mit “Twillight Zone” Qualitäten. Allison träumt davon, dass sie eine Frau ist, die 1959 in einer psychiatrischen Anstalt eingewiesen wurde. Vieldeutige Sprünge zwischen Realität, Illusion, Vergangenheit und Traum machen diese Episode zu einem Highlight der Serie. Patricia Arquettes Performance ist exzellent.

#06. Weeds: Season 1 Premiere “You Can’t Miss The Bear”. Endlich mal wieder ein Volltreffer von Showtime. Ich habe zugegebnermassen ein Faible für dysfunktionale Familien in TV-Serien, aber wie Nancy Botwin (Mary-Louise Parker) die scheinbar heile Welt des kleinen Everytown-Vororts Agrestic entlarvt, lässt wohl oftmals selbst die “Desperate Housewives” erblassen. Eine ganze Kollektion von kaputten und doch liebenswerten Charakteren macht die Show einerseits zu einem Heidenspass und andererseits zu einem sarkastisch-überzeichneten Spiegel amerikanischer Vororte. “Bitch, I can eyeball an ounce from outer space with my glasses cracked.”

#05. Lost: Season 1, Episode 18: “Numbers”. Auch wieder stellvertretend für viele andere Momente und Episoden dieser höchst-irritierenden Serie, bei der man schon lange das Gefühl hat, dass auch die Autoren nicht wissen, wo sie mit der Story hinwollen. Aber dennoch gelingt ihnen immer wieder jede Woche ein kleiner kreativer Geniestreich. In der Episode “Numbers” erfahren wir endlich mehr über Hurleys geheimnisvolle Zahlen und welche Geschichte diese Lottozahlen bereits hinter sich haben. Und schließlich fällt der Ausspruch, der alles wunderbar zusammenfasst: “This doesn’t make any sense”.

#04. Doctor Who (2005), Season 1, Episode 2: “The End of the World”. Wenn Rose und Dr. Who gemeinsam im Jahre 5 Million von der orbitalen Beobachterstation auf die implodierende Erde herabblicken, zeigt die BBC, was alles in dem neuen Doctor steckt: Humor, Tragik, gute Stories, alte Bekannte, ein exzellenter Cast und State-of-the-Art CGI-Effekte. Die wiederbelebte Show überzeugte nicht nur neue Zuschauer, sondern auch alte (und überlicherweise recht kritische) Hardcore-Fans. Christopher Eccleston ist wohl einer der besten Doctor-Darsteller. Sein Nachfolger David Tennant hat es da nicht leicht, vor allem nachdem in dem jüngsten Christmas-Special seinem Charakter eigentlich nur noch ein Handtuch und “Don’t Panic” fehlte.

#03. Arrested Development, Season 2 Episode 15: “The Sword of Destiny”. Selbst aus der damals bereits drohenden eigenen Absetzung wussten die Autoren dieser unvergleichlichen TV-Comedy noch Profit und eine Storyline zu schlagen und fertigten auch noch die nervigen Pop-Ups des Muttersenders FOX mit einer schnippischen Bemerkung ab. Gaststar Ben Stiller als legendärer Zauberer Tony Wonder zeigte mal wieder, dass die Show dank ihres exzellenten Casts eigentlich gar kein Stunt-Casting braucht.
“I need a tea to give my dingle less tingle. Me quick want slow. Wait, that’s Indian.”

#02. Veronica Mars, Season 1, Episode 21: “A Trip to the Dentist”. Eine Woche vor dem großen Finale der ersten Staffel werden die ersten großen Geheimnisse dieser Season gelöst. Wir erfahren, was in jener rätselhaften Nacht auf Shelly Pomroys Party wirklich passiert ist und wer Veronica vergewaltigte. Eigentlich ist es unfair, nur eine einzelne Episode aus der ersten Staffel von “Veronica Mars” besonders hervorzuheben, denn alle Episoden überzeugten durch herausragende Drehbücher und engagierte Darsteller. Umso erfreulicher, dass die Show in der zweiten Staffel sogar noch zugelegt hat (wenn man mal die arg unterdurchschnittliche Episode “One Angry Veronica” ignoriert) und laut Rob Thomas eine dritte Staffel schon so gut wie in trockenen Tüchern ist.

Und nun Trommelwirbel … {wo ist David Letterman wenn man ihn braucht?} … my favorite TV moment of 2005:

#01. Six Feet Under, Finale: “Everyone’s Waiting”. Okay, das ist nun wirklich ein einzelner TV-Moment, um den es hier geht. Wie die Fisher Familie in den letzten fünf Minuten der Serie ihr Farewell gibt, gehört zu den eindrucksvollsten Szenen der gesamten Serie und zu den besten Serien-Finales überhaupt. Ein kleines Meisterwerk von Autor Alan Ball, das allen SFU-Fans einen angemessenen Abschied von ihren Lieblings-Charakteren ermöglichte. Wenn sich auch die Serie in den letzten beiden Seasons öfters durch kreative Trockenzeiten kämpfen musste, so war die Show immer ganz groß bei den wirklich wichtigen und einschneidenden Szenen. Der Abschied von Nate Fisher war eine andere große Szene dieser finalen Staffeln, die es eigentlich auch verdient hätte, hier unter den 10 besten Szenen separat gelistet zu werden.
“You can’t take a picture of this, it’s already gone.”

Honorable Mentions: Robot Chicken (so wunderbar schräg, anders, un-PC), Jeopardy (in unseren Breiten wenig beachtete britisch-australische Kinderserie mit einem interessantem Touch Sci-Fi), Monk (mit Staffel 4 endlich wieder zurück auf altem Niveau).

So, und nun seid ihr dran: Was hab’ ich vergessen?