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Fünf Emmy-Nominierungen für “Studio 60″

Donnerstag, 19. Juli, 2007

Die Emmy-Nominierungen sind veröffentlicht worden und wie üblich ist die Liste derart lang, dass man nach etwa 20 Kategorien beim Lesen innerlich auf Durchzug schaltet.

Die Sopranos haben üppige 15 Nominerungen erhalten, “Ugly Betty” elf und “30 Rock” immerhin gleichauf mit “Grey’s Anatomy” zehn Nominierungen.

Den üblichen Sermon über die “Gerechtigkeit” beim Emmy-Auswahlverfahren spare ich mir diesmal und erwähne stattdessen nur beiläufig, dass “Friday Night Lights” zwei Nominierungen erhalten hat (Casting + Directing), “Brothers and Sisters”, “HIMYM” und “Dexter” je drei, Veronica Mars null und das ganze CW eine einzige (“Smallville”: Sound Editing) — aber “Grey’s Anatomy” zehn.

Der möglicherweise größte Flop der vergangenen Season, “Studio 60″, hat immerhin fünf Nominierungen einheimsen können, in meinen Augen sogar verdienterweise für Casting, Cinematography, Directing sowie die Guest Stars Eli Wallach und John Goodman.

Recht überrascht war ich über die eine Nominerung für “Drive” … ja, genau, die Serie, die es gerade mal auf vier ausgestrahlte Episoden schaffte. Durch die frühe Absetzung kam die Serie sogar in eine andere Kategorie: “Outstanding Special Visual Effects For A Miniseries, Movie Or A Special.” Bei all den “Battlestar Galactica”, “Rome” und “Heroes” hätte die Show in der gleichen Kategorie für “TV-Series” wahrscheinlich gar keine Chance gehabt. So hat die Show womöglich eine Emmy-Nominierung nur deswegen erhalten, weil sie so früh abgesetzt wurde. Hah. Das rede ich mir zumindest ein und ist doch eine nette Story, die man seinen Enkeln erzählen kann ;-) .

Gespannt war ich ja auch auf die Nominierungen für die weiblichen Haupt/Nebenrollen und da sind immerhin Sally Field, Rachel Griffiths, Tina Fey und Mary-Louise Parker dabei. Aber stattdessen fehlen … ach, was soll diese irre Erbsenzählerei … bringt ja eh nix und macht auch keinen Sinn. Ich weiß, welche Shows und Darsteller ich gut finde, da brauche ich keine Emmys, um mich in meiner Meinung bestätigen zu lassen. Basta.

Studio 60: What kind of show has it been

Samstag, 30. Juni, 2007

Vor fast genau einem Jahr gab es (auch hier im Blog) kaum ein wichtigeres TV-Thema als die Vorfreude auf die neue Aaron Sorkin-Show “Studio 60 on the Sunset Strip”. Kaum jemand zweifelte, dass “Studio 60″ das TV-Event des Jahres werden würde. 12 Monate und 22 Episoden später haben wohl alle Beteiligte etwas gelernt: NBC musste erfahren, dass viel Geld und ein großer Name alleine nichts bewirkt. Manchmal muss man dem Autor eben auch mal auf die Finger klopfen, offenbar kann zuviel “Freiheit” auch schaden. Sorkin hat (hoffentlich) gelernt, dass er kein Allround-Talent ist und sein selbstüberschätzter Predigt-Stil nicht bei der großen Masse ankommt. Und der Zuschauer hat erfahren, dass ein Network mal nicht Schuld an dem Scheitern einer Show sein kann ;-) .

Am Ende war “Studio 60″ im Grunde nur noch eine “West Wing”-Spin-Off-Show. Sorkin zog die finale Storyline einfach über fünf(!) Episoden und pappte sie dann am Ende zu einem hübschen Happy-Happy-Happy-End zusammen, was man im Grunde gleichzeitig als Zugeständnis und Affront an den noch verbliebenen Zuschauer interpretieren kann. Und da er wohl merkte, dass seine Show-in-a-Show-Skripte nicht den gewünschten Erfolg brachten, schrieb er halt wieder über Politik und den Krieg. Manche sahen in diesem Fünf-Teiler sogar eine indirekte “Entschuldigung” für seine legendäre Post-911-Episode von “The West Wing”.

Aber man kann nicht behaupten, dass Sorkin grundsätzlich kein guter Autor sei. Er hatte wohl einfach seine Storytelling-Fähigkeiten in diesem Serien-Konzept überschätzt. Auch wenn viele Storylines (insbesondere die vermeintlich “romantischen”) absolut in die Hose gingen — bis zum Schluss waren die Dialoge durchweg sehenswert. Da kam ihm natürlich auch der exzellente Cast zu Gute, insbesondere Steven Webber und Matthew Perry, deren Karrieren durch den Studio-60-Flop sicherlich keinen Schaden davongetragen haben dürften. Auch von der handwerklichen Umsetzung war “Studio 60″ durchweg ein Genuss, das beginnt beim beeindruckenden Set und endet bei dem hervorragenden Regie-Stil von Thomas Schlamme.

Und ich bin immer noch der Meinung, dass es nur einen vergleichsweise kleinen “Tweak” gebraucht hätte, um die Show zu einem Hit zu machen: Anstatt dem Blick hinter eine SNL-ähnliche Comedy-Show hätte er einfach einen FOX-NEWS-ähnlichen Sender in den Mittelpunkt stellen müssen und er hätte den kompletten Cast, fast alle Drehbücher und seinen Besserwisser-Schreibstil 1:1 übernehmen können.

Naja, beim nächsten Mal wird’s wieder besser. Mal sehen, ob es mit “Charlie Wilson’s War” auf der großen Leinwand funktioniert. Alleine die Cast-Liste des an Weihnachten in die Kinos kommenden Films ist schon ähnlich wie bei “Studio 60″ überaus beeindruckend: Tom Hanks, Phillip Seymour Hoffman, Julia Roberts, Lilly Tomlin, Emily Blunt, Amy Adams und Shiri Appleby lassen den Film schon vor dem Start in den engeren Kreis der Oscar-Hoffnungen aufrücken. Und diesmal stammt auch nur das Drehbuch von Sorkin. Die Literaturvorlage um die USA-Verwicklungen in den Widerstand gegen den sowjetischen Einmarsch in Afghanistan in den 1980er Jahren wurde von dem Reporter George Crile verfasst.

Sommerloch

Dienstag, 19. Juni, 2007

Hmja, schon wieder vier Tage rum ohne Blog-Eintrag. Irgendwie passiert zur Zeit aber auch nix, was ich kommentierungswürdig finde.  Nur so kleine Tidbits, die eigentlich keine eigenständigen Eintrag “verdienen”.

Jemand will “Studio 60″ retten, Jericho-Style. Na, good luck with that. Er rühmt vor allen die politischen Statements, die Sorkin in dieser Show macht. Ehmja. Vielleicht ist ein Blick hinter die Kulissen einer Comedy-Show aber dann doch der falsche Platz für solches Tagesgeschäft, wie der Autor ein paar Zeilen weiter dann auch feststellt: …[the] narrative storytelling can be fixed. New characters and actors can be hired and others fired. Scripts can be lightened up, political “preachiness” toned down. Entertainment value can be enhanced.” In anderen Worten: Komplett neue Show bitte.

Robot Chicken: “Star Wars Edition” war irgendwie dann doch nicht so unterhaltsam wie ich gehofft hatte. War aber wohl auch ein klassischer Fall von zu hohen Erwartungen. Wenn das die erste Robot Chicken Folge gewesen wäre, die ich jemals gesehen hätte, wäre ich wohl auf dem Boden gelegen vor Lachen. Aber dennoch ein paar sehr schöne Sachen dabei (Stress mit dem Handwerkern beim Todesstern-Bau, “let’s build that reactor“). Nur um all die “Gaststimmen”, die im Abspann erwähnt wurden, vollständig zuordnen zu können, müsste ich die Folge wohl noch ein paar Mal sehen.

“Meadowlands” ist schwacher überfrachteter Krimskrams, während die zweite Stunde von “JfC” die seltene Leistung fertig brachte, derart irritierend zu sein, dass ich überhaupt nicht sagen kann, warum ich die Episode hervorragend fand. Ed O’Neill ist aber ohne Zweifel ein wichtiger Faktor.

Isaiah Washington ist immer noch von “Grey’s Anatomy” gefeuert und mich juckt’s kein bisschen.

Und ich werde diesen Sommer wohl nicht nur einen “Buffython” durchziehen, sondern auch noch eine “Freaks & Geeks“-Wiederbelebung dazwischen schieben. Sobald Alan Sepinwall damit anfängt, werde ich meine DVD-Box auch wieder aus dem Regal ziehen. Da sind auch noch einige Bonus-Materialien, die ich noch gar nicht gesehen habe.

Studio 60: Disaster Show

Mittwoch, 30. Mai, 2007

Es zeugt schon von einem besonderen Typus Humor, ausgerechnet mit einer Episode namens “Disaster Show” den teuersten TV-Flop der zurückliegenden Season wieder für den Summer-Burn-Off zurück auf den Bildschirm zu bringen. Die Handlung der jüngsten “Studio 60 on the Sunset Strip”-Episode machte fast den Eindruck eines erneuten “Resets”, die Folge war in sich abgeschlossen und verlangte vom Zuschauer nur wenig Vorwissen bezüglich der Charaktere.

Zudem war das Spektakel auch fix vorüber, wegen eines Overruns von “Scrubs” hatte man die “Studio 60″-Episode kurzerhand auf 36 Minuten gekürzt und alle Szenen der drei Hauptcharaktere Matt, Danny und Jordan herausgeschnitten (die wohl wirklich ursprünglich in der Episode vorkamen). Und man kann nicht behaupten, dass man sie vermisste, im Gegenteil. Eigentlich hätte man auch Sarah Paulson herausschneiden und mehr von Gaststar Allison Janney zeigen können, aber dann wäre uns wohl auch die beste Szene von Harriet Hayes der gesamten Staffel (an die ich mich zumindest mal erinnern kann) entgangen: Der Moment, als sie die misslungene “Erschießung” von Allison nachahmte. Oh, ich habe sogar laut gelacht!

Was mir zugegebenermaßen öfters während der Episode passierte.

Auch wenn die A- bis C-Stories wieder eher in die Kategorien “Bauchschmerzen” (Hawaii, “deutscher” Schäferhund) bis “erträglich” fielen, so waren dann doch hie und da ein paar Lacher drin (der köstlich angetrunkene Steven Webber, Allison Janney, die kopfschmerz-bereitende-West-Wing-Meta-Referenz, Lucy!) so dass am Ende durchaus der Eindruck einer unterhaltsamen Episode hängenblieb. Man ignoriert das ganze Matt/Harriet-Debakel wohl mittlerweile auch automatisch.

Und auch wenn der Inhalt der Show mittlerweile kaum noch eine Erwähnung wert ist, so ist die technische Umsetzung immer noch atemberaubend. Es stand mal wieder Thomas Schlamme als Regisseur in den Credits und von der Kameraarbeit bis Schnitt und Editing war die Episode mehr als nur einwandfrei. Ich hoffe, dass zumindest dieser Aspekt der Show mit Emmy-Nominierungen bedacht wird. Auch manche Dialoge ließen durchaus erkennen, dass Sorkin sein Handwerk keineswegs verlernt hat.

Was auch oftmals zu kurz kommt, ist das formidable Set von “Studio 60″ — für TV-Maßstäbe ist das regelrecht gigantisch und das wurde besonders bei dieser “Disaster”-Episode und deren Wide Shots sehr deutlich. Sowas sieht man eben nur in Shows, in denen die Produzenten so richtig Geld ‘reinstecken können.

Allerdings fuhr die Episode nur knapp 4 Millionen Zuschauer ein und konnte sich mit den Wiederholungen der anderen Networks überhaupt nicht messen. So stellt sich mittlerweile die Frage, ob NBC überhaupt noch mit dem Sommer-Burn-Off fortfahren wird. Eine endgültige Absetzung wäre durchaus schade, denn in den technischen Aspekten ist die Show eben immer noch ein Genuss. Und ich bin doch neugierig, ob sich Sorkin für das Finale noch irgendeine Trotz-Reaktion ausgedacht hat…

“Studio 60″ kommt nach den Sweeps zurück

Samstag, 28. April, 2007

Auf der offiziellen Homepage von “Studio 60″ bei NBC ist zu lesen, dass das Aaron-Sorkin-Drama am Donnerstag(!), den 24. Mai um 22 Uhr zurückkehren wird. Wie erwartet liegt dieser Termin außerhalb der Sweeps — und natürlich lange nach den Upfronts. Das Schicksal der Show dürfte durch diese Ausstrahlung der restlichen Episoden also nicht mehr zu beeinflussen sein. Sechs Episoden stehen noch aus.

RIP: “Black Donnellys” und “Six Degrees”

Dienstag, 3. April, 2007

Beim Futoncritic findet sich die Pressemeldung von NBC, derzufolge die Reality/HiddenCamera-Show “The Real Wedding Crashers” ab dem 23. April das Lead-Out für die finalen Episoden von “Heroes” bilden wird. Auch wenn es nicht ausdrücklich in der PR erwähnt wird, so liegt es doch nahe, dass damit das Ende für den derzeitigen Timeslot-Inhaber “The Black Donnellys” gekommen ist. Und man will offensichtlich in den Mai-Sweeps auch nicht nochmal das ebenfalls quotenschwache “Studio 60″ auf diesem Sendeplatz reaktivieren, sondern greift eben zu einer Billig-Lösung aus der Trash-Kiste. Ich könnte mir gut vorstellen, dass “The Real Wedding Crashers” erst für den Sommer geplant war, aber solch einen mächtigen Lead-In wie “Heroes” sollte man wirklich nicht für tote Shows wie die “Donnellys” oder “Studio 60″ verschenken. Aber vielleicht hätte man “Medium” doch zum Abschluß der Staffel mal einen netten Boost gönnen und wie bei den Upfronts mal vorgesehen in den Post-”Heroes”-Slot verschieben können. Ich glaube nicht, dass NBC auf diese Mystery-Show nächstes Jahr verzichten will und so hätte man der Show noch mal frische Zuschauer zuführen können. Aber nun gut, nun werden also Hochzeiten gecrasht. Bin mal auf die Quoten gespannt…

Und ebenfalls schlechte Neuigkeiten gibt es für “Six Degrees”. Laut tvseriesfinale.com hat ABC die Show mit sofortiger Wirkung erneut aus dem Sendeplan gestrichen und durch Wiederholungen von “Wife Swap” ersetzt. Bei ABC.com ist zwar noch für den 6. April eine Folge angekündigt, aber nach zuletzt knapp 3 Millionen Zuschauern war das wohl absehbar. Dabei hatte ABC der “Bad Robot”-Produktion nochmals eine seltene Chance auf ein Leben nach dem Tod gegeben, nachdem die Show bereits letzten November vom Bildschirm verschwunden war. Aber es war wohl auch den meisten im Vorfeld klar, dass kaum ein Zuschauer jetzt noch neu auf diesen Zug aufspringen würde. Auch die Leute zuhause vor den TV-Kisten wissen mittlerweile, wie das TV-Business funktioniert und lassen sich auf solche absehbare Flops nicht mehr ein. Die Show war zuletzt auch kaum noch der Rede wert.

Es hätte mich aber schon noch interessiert (nennt es “Forscherinteresse” ;-) ), wie die Autoren die Show in den nächsten Folgen weiterentwickelt hätten. Diese zweite Hälfte der ersten Staffel von “Six Degrees” war ja ein exzellentes Beispiel dafür, wie man eine Show mitten während ihres Runs komplett neu erfindet und versucht, die beim Zuschauer unbeliebten Stücke aus dem Werk “hinauszuschneiden”. Man kann daran sehr schön sehen, wie die Autoren die vermeintlich attraktivsten Elemente der Show identifizierten und sich darauf konzentrierten. So wurden alle Storylines jenseits des Beziehungsvieleck gekappt (auch nicht ganz so einfach, bei sowas von einer Folge auf die nächste die Reißleine zu ziehen, ohne Storyfäden in der Luft hängen zu lassen) und zumindest in den gezeigten zwei Episoden nur auf Relationships und Sex gesetzt. Dass das, was dabei hinten ‘raus kam, bestenfalls noch ein müder “Sex and the City”-Abklatsch war, sei mal dahingestellt. Dennoch aber ein nettes Experiment. Ich war im Grunde nur noch neugierig, was sie mit der “dark secret”-Storyline von Erika Christensen (“Mae”) angestellt hätten, die ja in der ersten Hälfte der Show sehr prominent war. Und natürlich ist die halb bekleidete Shiri Appleby auch immer ein Verlust für jeden Bildschirm ;-)

Was mich nun interessiert: Sind die Chancen für eine Verlängerung der anderen J.J.Abrams-Show “What about Brian” jetzt nicht prompt um 50% gestiegen? ;-) Und was will uns das sagen, wenn nach Sorkin, Haggis und Abrams nun schon der dritte Produzent/Autor mit vermeintlich großem Namen innerhalb weniger Monate scheitert?

Kaum sind die Sweeps vorbei…

Donnerstag, 30. November, 2006

mak hat in Bezug auf die hohen Quoten von “Veronica Mars” einen Kommentar gepostet, den ich mal hier zitiere:

Kann es nicht eher sein das da was an der Quotenmessung gedreht würde? Da die anderen CW-Serien ja auch plötzlich bessere Quoten zu haben scheinen…

Ich glaube es war die zweite Woche ohne die Dienstags-Ausgabe von “Dancing With the Stars”, daher die “Umverteilung”. Und das CW scheint diese Woche allgemein von dem bereits einsetzenden “Winterschlaf” der anderen Networks zu profitieren — was mich zum Thema dieses Blogeintrags bringt: ABC hat mit “Show Me the Money” und “Day Break” sowie CBS mit “3lbs” ein paar hübsche Mega-Flops. Das CW scheint die Winterpause hingegen bei einigen Shows hinauszögern zu wollen — zumindest die “Gilmore Girls” werden in dieser “Winterseason” soviele Episoden gezeigt haben wie noch nie vor dem Jahreswechsel: Satte zwölf Folgen (wenn die Daten bei EPguides.com stimmen) und alle “in-a-row”.

CBS hat bei “3lbs” ja jetzt sogar schon nach nur drei Wochen den Stecker gezogen… wie bei “Smith” zu Beginn der Season. Wenn ich also mal kürzlich von der wiederentdeckten Geduld der Networks geschrieben habe, dann muss man CBS wohl ausklammern. Nicht dass ich ‘was dagegen habe, “3lbs” war mau. Man könnte ja denken, dass CBS sich sowas leisten kann, aber haben die überhaupt noch etwas in der Midseason-Pipeline?

Aber warum ABCs “Day Break” so extrem floppt (gerade mal 4+ Millionen Zuschauer), ist mir unerklärlich. Ich habe zwar Episode 4 noch nicht gesehen, aber bisher fand ich die Show eigentlich recht interessant.

Und schließlich noch ein Wort zum neuen NBC-Programmplan. Allmählich wird wohl deutlich, dass Sorkin in seinem “Studio 60“-Vertrag wohl auch eine Klausel stehen haben muss, die ein Verschieben von “Studio 60″ auf einen anderen Sendeplatz ausschließt. NBC wirft zwar das halbe Programm durcheinander (u.a. “Friday Night Lights” nun mittwochs), aber “Studio 60″ bleibt in seinem Timeslot hinter “Heroes” — zumindest bis Ende Februar 2007.

“It’s reached a level (in the ratings) that’s acceptable”

Naja, wenn NBCs “scheduling chef” das sagt, wird’s wohl stimmen…

Weitaus logischer ist da der ebenfalls nun offiziell angekündigte Ersatz für “Studio 60″ ab März 2007: “The Black Donnellys” soll von den sehr guten Quoten von “Heroes” hoffentlich besser profitieren und den 22Uhr-Slot übernehmen. In dem Zusammenhang macht es dann auch mehr Sinn, dass “Medium” nicht wie von einigen gewünscht hinter “Heroes” landet.

Die Comedies “The Singles Table” und “Andy Barker, P.I.” werden nicht im neuen Plan erwähnt und müssen wohl noch länger auf die Ausstrahlung warten müssen — auf der anderen Seite: Gute Comedies hat NBC ja derzeit auch genug, wenn auch alle an einem Abend ;-)

Oh, und schließlich auch noch ‘was zu ABCs neuer vermeintlicher “Comedy” “Big Day“: Was’n Schrott. Das wird ein harter Winter für ABC…

“Back Nine” für “Men in Trees”

Donnerstag, 9. November, 2006

Nur als Follow-Up für den vorangegangenen Eintrag: Die Gerüchte haben sich bestätigt, “Men in Trees” bekam eine volle Season-Order über 22 Episoden und wird ab 30. November den 22-Uhr-Sendeplatz hinter “Grey’s Anatomy” erhalten. “Six Degrees” hat Sendepause bis mindestens Januar 2007.

Die Verlängerung für “Studio 60” wiederum wird zwar für die nächsten Tage erwartet, ist aber noch nicht offiziell.

Studio 60: Nevada Day I

Dienstag, 7. November, 2006

Grandiose Episode. Man hatte zwar ständig Sorkin-Déjà-Vus, weil der ganze Aufbau der Episode wirklich sehr Sorkin-typisch war und auch viele Storyelemente irgendwie bekannt vorkamen, aber dennoch ändert das nichts daran, dass es einfach exzellent umgesetzt war. Das erinnerte schon sehr an die Strickweise der “We’ve got a urgent problem”-Episoden aus “West Wing”-Zeiten. Das geht bis in die Details der Erzählweise: Man wusste zwar schon gleich zu Beginn, dass da ein Flashback kommen würde, aber es wurde sehr geschickt möglichst lange damit gewartet. Ich habe ja allmählich eine Abneigung gegen Episoden mit Rückblenden, weil man sie mittlerweile ja fast überall als Storytelling-Methode sieht — aber in dieser Folge gefiel mir die Art und Weise, wie die Flashbacks eingebaut wurden, sehr gut.

Zum ersten Mal ist mir in der Serie diesmal auch ein größeres Instrumental-Stück von Show-Komponist W.G. “Snuffy” Walden aufgefallen — der typische Gitarrensound war unverkennbar, fast schon zu ähnlich zu seinen früheren Scores.

Und selbst der Gag um Jesus als Chef der Hüter der Standards-Commission des Networks war gelungen — aber irgendwie kam der mir bekannt vor. Egal, ich hab’ mich königlich unterhalten gefühlt und das zählt in erster Linie ;-) .

Die Quoten waren wohl diese Woche fast identisch zur Vorwoche, jedenfalls was die absoluten Zahlen anbetrifft (7,7 Mio). Also scheint der Keller wirklich und endgültig erreicht zu sein. Und wenn die Show nun weiterhin so hervorragende Episoden produziert, kommen vielleicht auch wieder ein paar Zuschauer zurück (wishful thinking).

Zeichen und Wunder

Mittwoch, 25. Oktober, 2006

“Studio 60″ hat zum ersten Mal in den Overnight-Quoten im Vergleich zur Vorwoche zugelegt. Aber nur gaaanz leicht — die Zuschauerzahlen sind immer noch bei 7,7 Millionen und der Verlust der jungen “Heroes”-Zuschauer ist immer noch jenseits von Gut und Böse. Aber da ist Licht am Ende des Tunnels.

Und der entgegenkommende Zug heisst “Friday Night Lights” ;-) .

Allerdings fand ich gerade die Episode dieser Woche eher mau. Jemand, der nicht die ganze “Sports Night”- und “West Wing”-Kollektion auf DVD daheim stehen hat, dürfte von den Storyverläufen wohl noch einigermassen überrrascht gewesen sein. Aber wie Alan Sepinwall schon ausführte, konnte man einen Großteil der Episode zu offensichtlich vorhersehen. Doch diesmal stammte nur das Screenplay von Sorkin, die Story-Idee kam laut Opening Credits von zwei (oder drei?) Autoren. Und die Sorkinschen Dialoge waren ja wie üblich recht sehenshörenswert. Etwas cheesy, aber der Moment, in dem der Stand-Up Comedian für Studio 60 verpflichtet wird, war klasse. Ebenso Jordans Versuche, Freunde zu finden.

Aber zum ersten Mal glimmte irgendwo ganz leise der Gedanke auf, dass ich “Brothers & Sisters” bei einer eventuellen Absetzung mehr vermissen würde als “Studio 60″. Ich habe diesen Gedanken dann natürlich schnell unterdrückt, aber ich fürchte, der wird wiederkommen… ;-)

NBC stark am Montag dank “Heroes”

Dienstag, 17. Oktober, 2006

Die Gameshow “Deal or No Deal” gemeinsam mit dem SciFi-Drama “Heroes” haben diesen Montag NBC zum Gewinn der begehrten Zielgruppe der 18-49jährigen geführt. “Heroes” schaffte es dabei sogar in dieser Zielgruppe den Konkurrenten “CSI:Miami” erstmals knapp zu überholen. Zwar war “Heroes” bei allen Zuschauern ingesamt nur auf dem fünften Platz der Beliebtheitsliste, aber bei der jungen Zielgruppe kann die Show erwartungsgemäß sehr gut punkten und holte sich die Quotenkrone des Abends.

Wirklich nicht mehr schön sind allerdings die Quoten von Sorgenkind “Studio 60″: Trotz der exzellenten Vorgaben durch das Lead-In “Heroes” stürzte “Studio 60″ im Vergleich zur Vorwoche nochmals ab (von 5.8/9 auf 5.3/9) und war auf der Quotenrangliste des Tages nur Nummer 11 von 17 (letzte Woche 8 von 17) ausgestrahlten Prime-Time-Sendungen. Ist “Heroes” noch Nummer 1 bei den 18-49jährigen, kommt das Sorkin-Drama nur auf Platz 10. In der letzten Woche gab es ja mehrere Erklärungsversuche für diese schwachen Quoten (die gut gebildeten Zuschauer programmieren in zu großen Zahlen für “Studio 60″ ihren TiVo oder ziehen sich’s legal oder illegal aus dem Netz), aber lange kann man diese Zahlen nicht mehr schönreden. Der Abwärtstrend muss unbedingt gestoppt werden, sonst wird auch die zuletzt noch recht optimistisch gestimmte Werbebranche ihre Geduld verlieren. Und mit “The Black Donnellys” hätte man ja einen idealen Ersatz in der Hinterhand, der auch gut zu “Heroes” passen würde.

Und allmählich verliere ich auch meinen Optimismus… naja, vielleicht gibt’s dann im Sommer 2007 wenigstens ein nettes 13-Episoden-DVD-Boxset ;-) .

Studio 60: Die Luft wird dünn

Dienstag, 3. Oktober, 2006

Auch diesen Montag ging es für “Studio 60 on the Sunset Strip” bei NBC wieder rapide bergab, nun sind wir schon bei 8,73 Millionen Zuschauern (in der zweiten halben Stunde) gelandet. Damit fiel die Show auf Platz drei in dem 22 Uhr-Timeslot. Auch die Zahlen der bisher recht stabilen Zielgruppe der 18-49jährigen brach stark ein (nur noch 3.5/9). Damit wird es nun wirklich schwierig und bei NBC wird man nun sicherlich schon leicht unruhig werden. Ironischerweise werden sich wohl jetzt genau die Dialoge um Fokusgruppen und Zuschauerzahlen in der NBC-Universal-Zentrale abspielen, die Sorkin in der dieswöchigen Episode zum Thema machte.

Ich hätte nicht damit gerechnet, dass “Heroes” ein so deutlich größerer Hit als “Studio 60″ wird — die haben 3 Millionen Zuschauer mehr! Umso schlimmer, dass “Studio 60″ diese exzellenten Quoten seines Lead-In nicht halten kann.

Aber in dieser dritten Episode wurde eines wieder klar: Die Show “in der Show” bricht “Studio 60″ derzeit das Genick. Die Dialoge der restlichen Show sind tough, unterhaltsam und hochspannend (dazu eine fantastische Leistung von Amanda Peet diese Woche), aber sobald solche vermeintlichen Ausschnitte aus der fiktiven Show gezeigt wurden, lief alles aus dem Ruder. Gut, auch das Vorbild “Saturday Night Live” ist heutzutage kaum noch witzig, aber wenn man solche vermeintlichen “Comedy-Bits” so prominent darstellt, dann müssen die auch zünden.

Da haben Juristen-, Krimi-, SciFi- und Ärzteserien nunmal einen fundamentalen Vorteil: Wenn bei “ER” die Ärzte in wilden Terminologienbabbel ausbrechen, kann nur ein Bruchteil der Zuschauer beurteilen, ob das nun Sinn macht. Ähnlich war es bei den politischen Auseinandersetzungen in “The West Wing”. Aber ob ein Scherz in einer Comedyshow lustig ist, kann jeder Zuschauer beurteilen.

Und da ich schon “Heroes” erwähnte: Ich bin noch etwas zwiespältig hinsichtlich dieser Serie. Manche Szenen wirken holprig und wie aus einem schlechten 08/15-”Jericho”-Drehbuch (wenn bspw. unser japanischer Star-Trek-Fan in flagranti erwischt wird). Aber auf der anderen Seite sind da teilweise brilliante und vollkommen unvorhersehbare Storywendungen, bei denen die Kinnlade zwei Stockwerke tiefer fällt (“November 8th?”). Man könnte in den Skripts der ersten beiden Episoden praktisch alle fünf Minuten einen Act-Break platzieren. Aber es fehlt noch das “gewisse Etwas” und die Kontinuität — der 45-minütige “Lost”-Wow-Effekt ist (noch?) nicht da. Zweifellos jedoch das Potential für eine Show mit hohem Suchtfaktor (die man sich aber wohl wegen der Cliffhanger lieber in einem Rutsch Mitte 2007 auf DVD anschaut).

Studio 60 Quoten

Dienstag, 19. September, 2006

Naja, die Quoten für die am meisten gehypte Premiere dieses Jahres waren zwar gut, aber nicht überragend (8.7/15 bei allen Haushalten, 5.0 in der Zielgruppe). CSI:Miami dominiert den Timeslot auch weiterhin — und das auch recht klar: 11.3/18 bzw. 5.7. “Studio 60″ hat somit nur wenig mehr als “Medium” letztes Jahr und ich hätte ehrlichgesagt zumindest bei der Premiere deutlich mehr erwartet, vielleicht gar den Timeslot-Gewinn. Schließlich hatte das Lead-In “Deal or No Deal” ja sehr gute Quoten. Aber nun heisst es eh erst mal abwarten: Premiere-Quoten sagen so gut wie nichts aus.

Der erste offizielle Sendetag des CW startete übrigens mit einem 1.4/2 Share — das bedeutete ein weit abgeschlagener fünfter Platz. Es lief aber eh nur eine Wiederholung von “7th Heaven”.

Die kompletten Zahlen wie üblich beim Futoncritic.

Update: “Studio 60″ erreichte im Schnitt 13,7 Millionen Zuschauer (CSI:Miami: 17,6 Millionen), verlor aber in der zweiten halben Stunde fast 15% der Zuschauer.

The Aaron Sorkin Show

Montag, 11. September, 2006

Zwei Artikel über den Macher von “Studio 60″: New York Magazine und New York Times.

Wow, $3 Millionen US-Dollar pro regulärer Episode. Vor zehn Jahren haben bestenfalls Pilot-Episoden soviel gekostet…

Studio 60 on the Sunset Strip

Sonntag, 27. August, 2006

Inhalt in einem Satz: Eine “Saturday Night Live”-ähnliche Show bekommt nach Turbulenzen zwei neue Chefs. Drama, NBC.

studio60.jpg

Quick-Preview: Ich kannte zwar schon weite Teile des Scripts, aber das konnte nicht viel von der Freude über diese Pilot-Episode nehmen. Sorkin is back. Und er lieferte ein rundum solides Werk. Vielleicht schon fast zu solide — irgendwie kann man die Anspannung durch die hohen Erwartungen, die auf Cast & Crew lasten, in fast jeder Einstellung spüren. So richtig vom Sockel hauen kann die Show dann nicht unbedingt — die Eröffnungssequenz mit dem Ausraster des “Studio 60″-Chefs las sich auf Papier irgendwie besser.

Die Dialoge sind nicht ganz so flott wie im “West Wing” und ein paar Anspielungen auf die TV-Industrie verlangen zumindest etwas Hintergrundwissen über die Gepflogenheiten in diesem Gewerbe — was wohl nicht jeder Zuschauer mitbringt. Dennoch ist es eine spannende Show mit interessanten und sorgsam ausgearbeiteten Charakteren auf sehr hohem Niveau. Ich hatte schon beim Lesen des Scripts “angebissen” — insofern musste mich die Episode kaum noch überzeugen.

Matthew Perry gefällt mir deutlich besser, als ich von den ersten Ausschnitten erwartet hätte, während Amanda Peet noch etwas eindimensional wirkt. Sarah Paulson (“Jack & Jill”) unterstreicht wiedermal ihre “Geheimtipp”-Qualitäten.

Ansonsten fällt mir zu der Pilot-Episode nichts ein — es ist einfach ein sehr gutes Drama, auch wenn der (erhoffte?) “Wow”-Effekt ausblieb. Dazu waren die Erwartungen auch schon zu hoch. Und Sorkin spielt seine Stärken bekanntermassen ja vor allem in der konstant hohen Qualität seiner Episoden über den Verlauf einer Staffel aus.

Fazit: Must-See TV. Wenn es auch im Grunde nichts sensationell neues ist, sondern im Grunde nur eine solide Fortführung der erfolgreichen “Sports Night”/”West Wing”-Ära von Schlamme und Sorkin, so zeigt der Pilot auf jeden Fall, dass die beiden ihr Handwerk nicht verlernt haben. Ob es allerdings langfristig der große Zuschauerhit wird, ist meiner Ansicht nach noch recht offen: Die Pilot-Episode dürfte zwar dank des immensen Buzz im Vorfeld Top-Einschaltquoten für NBC einfahren. Aber ob sie sich auf diesem hohen Niveau halten kann, ist fraglich. Die Konkurrenz im Drama-Genre hat aufgeholt und daher wird viel davon abhängen, wie die ersten paar Episoden beim Durchschnitts-Amerikaner ankommen. Emmys wird es aber wohl so oder so regnen.

Top-Thema bei Bloggern: “Studio 60″

Mittwoch, 12. Juli, 2006

So will uns zumindest die neueste Studie der Marketing-Research Firma Brandimensions weiß machen. Das Unternehmen hat für die gerade veröffentlichte (und kostenpflichtige) Studie nach eigener Aussage die Nennungen von neuen TV-Serien in diversen Online-Communities (Blogs, Chats, Foren etc) ausgewertet.

Using proprietary Internet monitoring technology combined with a patent-pending content analysis methodology, Brandimensions detects, analyzes and generates intelligence on tens of thousands of relevant comments about television shows and other entertainment products on a daily basis. The company scans the entire scope of the Internet and analyzes the most pertinent content to measure for assigned sentiment scores and share of discussion, rating the physical and emotional value of the results (positive or negative) to produce the relevant categorization records of information in all its reports.

Für diese Auswertung wurden 2,3 Millionen Suchtreffer auf knapp 45.000 relevante Aussagen reduziert. Nicht berücksichtigt wurden bereits laufende Serien — es fehlen also auch etwas die Relationen. Auch ein Vorjahresvergleich wird nicht angeführt.

Auf dieses System würde ich aber ja gerne mal einen Blick werfen. Ein Crawler, der automatisch Kundenmeinungen im Web sucht und den Kontext analysiert — also nicht nur eine simple Häufigkeitsstatistik aufstellt, sondern auch noch herausfinden soll, ob der Kunde das Produkt in einem positiven oder einem negativen Zusammenhang erwähnt. Das dürfte in solch heterogenen Meinungsbasaren wie Foren nicht gerade einfach sein — da würde mich ja mal die Fehlerquote interessieren. Etwas ähnliches hatten wir ja vor einiger Zeit schon mal im Forum thematisiert — dort war es konkret das Tool PropheSEE, das wohl den gleichen Zweck wie das Werkzeug von Brandimensions erfüllt.

Laut dieser Studie ist jedenfalls die NBC Drama Serie “Studio 60 on the Sunset Strip” angeblich die am heissesten diskutierte Serie (22 Prozent), die wohl gleichzeitig auch von den Internet-Nutzern mit den größten Vorschusslorbeeren bedacht wird (Wertung 3,8 von 5) . In meinen Augen keine große Überraschung. Der Buzz um die Show existierte ja schon Jahre vor den diesjährigen Upfronts. Auf den Plätzen folgen (mit weitem Abstand) die neue NBC Mystery/SciFi-Serie “Heroes” — wohl vor allem weil SciFi Geeks natürlich die klassischen Internet-Nutzer sind. Was sich auch bei Platz drei bestätigt: Das Endzeitdrama “Jericho” (CBS) schafft es bei der Häufigkeitsauswertung knapp vor die NBC Sitcom “30 Rock“. Ähnlich sieht es auch bei den Vorschusslorbeeren aus: Hier liegt nach “Studio 60″ ebenfalls “Heroes” auf Platz zwei, gefolgt von “Six Degrees” (ABC).

Die Zahlen belegen auch etwas anderes: Dies könnte die Phönix-aus-der-Asche-Saison von NBC werden. 41 Prozent aller Online-Diskussionen beschäftigen sich mit NBC-Shows. CBS folgt erst mit 19 Prozent. Insbesondere solch viel diskutierten Shows, die dann auch noch teilweise sehr gute Bewertungen bekommen, dürften bei den ersten paar Ausstrahlungen mit guten Quoten rechnen können. Nur müssen die Shows dann natürlich auch den hohen Erwartungen gerecht werden. Aber wie auch immer, das ist eine einmalige Chance für NBC, wieder aus dem Quotenkeller herauszukommen und einen ähnlichen Coup zu landen wie ABC vor zwei Jahren. Die Reviews von TV-Kritikern für die neuen NBC-Serien wie Heroes, Studio 60 und 30 Rock fallen in die Kategorien “gut” bis “durchwachsen” — ein Blockbuster von “Desperate Housewives”/”Grey’s Anatomy”-Ausmaßen zeichnet sich momentan mal nicht ab. Insbesondere “Studio 60″ hat wohl im Vorfeld derart hohe Erwartungen generiert, dass eine Enttäuschung quasi vorprogrammiert ist. Aber auch bei mir stehen die oben genannten NBC-Shows ganz oben auf der “Da-bin-ich-gespannt-drauf”-Liste.

Wer sich für detaillierte Auszüge aus der Studie interessiert: Der zusammenfassende Artikel bei Mediaweek ist recht ausführlich. Da die Studie kostenpflichtig ist, wird man sie wohl nicht als Download im Web finden.

NBC Programmänderung absehbar

Montag, 22. Mai, 2006

USAToday spekuliert bereits über eine zeitnahe Änderung des in der Vorwoche angekündigten NBC Fall Schedule:

Lagging NBC can’t afford to take that chance. Studio 60, which goes behind the scenes at a Saturday Night Live-type show, stars Matthew Perry, Amanda Peet and West Wing’s Bradley Whitford, and marks the return of Wing creator Aaron Sorkin to television after a three-year absence.

The show will now move to another home — likely Monday, where NBC had scheduled Deal or No Deal, new drama Heroes and returning Medium. But any move requires other shifts. So NBC is expected to move three or four shows, affecting two or three nights. It could even give Scrubs an earlier start than planned; the show was benched till midseason.

Das erinnert etwas an die Lage vor zwei Jahren, als WB seinerzeit den Newcomer “The Mountain” kurzfristig aus der “Schussline” des überraschend verschobenen Hits “The O.C.” zog — was “The Mountain” aber auch nicht mehr half. Im Gegensatz zum damaligen WB ist die Lage für NBC heute etwas schwieriger: “Studio 60″ ist eine recht teure Show und ein Großteil von NBCs Hoffnung auf eine Rückkehr in goldenere Zeiten ruhen auf diesem Aaron Sorkin Projekt. Da muss also ein Sendeplatz her, wo die Show einerseits “zum Hit werden” kann und andererseits genügend Werbegelder einfährt (da ist der Donnerstag traditionell der profitabelste Tag). Und es scheint unwahrscheinlich, dass es mit einem einfachen Wechsel zwischen “Heroes” und “Studio 60″ getan ist — “Heroes” passt wirklich gar nicht in den 9pm Slot am Donnerstag und hat eine zu große Zielgruppenüberschneidung mit CSI. Vielmehr dürfte ein Umzug von “Studio 60″ einen gewissen Dominoeffekt auf den restlichen NBC-Programmplan haben. Ich denke mal, dass diese Woche noch eine entsprechende Ankündigung von NBC erfolgt — um die Werbekunden nicht zu verärgern und Planungssicherheit zu gewährleisten, muss das schnell passieren.

CW: Pickups für “Veronica” und “One Tree Hill”?

Mittwoch, 17. Mai, 2006

Ausiello berichtet, dass “Veronica Mars” wie erwartet für Staffel 3 verlängert wurde (allerdings mit einer Option, die Season bei schlechten Quoten auf 13 Episoden zu kürzen). Aber gleichzeitig soll “Everwood” ins Gras beissen, während “One Tree Hill” (und “7th Heaven”) verlängert werden. Das soll mal jemand verstehen. OTH hat wohl mehr Teenie-Fans, aber Everwood dürfte auch einige (für die Werbeindustrie interessanten) ältere Zuschauer anziehen. Ich hätte eher erwartet, dass man beide Shows absetzt, bevor man zu so einer Lösung greift. Naja, warten wir mal den Sendeplan ab — aber irgendwie würde es zum aktuellen CW Schlingerkurs passen, die “Gilmore Girls” oder “7th Heaven” in einer Kamikaze Trotz-Reaktion auf den Donnerstag 9pm Sendeplatz zu setzen (just kidding ;-) ). Bin mal gespannt, ob sie “Invasion” übernehmen…

CW gibt seine Upfront-Präsentation am Donnerstag.

P.S.: Noch ein Wort zu dem “Mega-Donnerstag“: Ich würde meinen Hintern verwetten, dass NBC “Studio 60″ noch aus diesem Donnerstag-Gemetzel rauszieht. Die hatten definitiv nicht mit ABCs “Anatomy”-Coup gerechnet und zwischen CSI und Anatomy hat “Studio 60″ null Chance. Das restliche ABC-Lineup mag ein wackeliges Kartenhaus sein, aber an “Anatomy” kommt eine Newcomer-Serie nächstes Jahr noch nicht vorbei — insbesondere sowas schwer verdauliches wie eine Sorkin-Serie, die meist gut bei Kritikern ankommt, aber einige Zeit braucht, um Zuschauer zu finden. Egal was NBC dahin setzt, es wird nur ganz maue Quoten ziehen. Aber wohin mit “Studio 60″? Montags vor oder nach “Medium”? Aber “Heroes” passt thematisch doch wirklich gut dazu.

Sorkins Studio 7 geht an NBC

Sonntag, 16. Oktober, 2005

Die neue Serie vom kreativen “West Wing” und “Sports Night” Team Aaron Sorkin und Thomas Schlamme wird voraussichtlich ab Herbst 2006 bei NBC zu sehen sein. Das Network gewann den Bietwettstreit um die von Warner Brothers Television produzierte Serie. Nachdem Sorkin und Schlamme am vergangegen Freitag ABC, NBC und CBS ihr Projekt vorgestellt (“gepitched”) hatten, waren alle drei Networks stark an einer Übernahme der Show interessiert. Laut Variety könnte NBC bereits 13 Episoden fest geordert haben.

In der Serie mit dem vorläufigen Titel “Studio 7 on the Sunset Strip” soll es um einen Blick hinter die Kulissen einer “Saturday Night Live”-ähnlichen Show gehen.