Archiv des Jahres 2008


best of 2008

Mittwoch, 31. Dezember, 2008

Wir haben den letzten Tag im Dezember und das bedeutet nichts anderes als höchste Zeit für die im Popkultur-Blogger-Codex wohl fest vorgeschriebenen Jahresendlisten. Hier ist meine. Bunt gemischt.

Beste TV-Serien
Da ich immer noch nicht Zeit für “The Shield” oder “The Wire” hatte, gibt’s hier keine großen Überraschungen:
Mad Men, Chuck, Battlestar Galactica, Friday Night Lights, Lost, The Middleman, Life

Eine Liste der “besten Episoden” spare ich mir — lest euch stattdessen den “Mad Men”-Episoden-Guide durch ;).

Bester Serien-Soundtrack
Life, Life on Mars, Chuck

Bester Original Score
“Blood Theme” von Daniel Licht (Dexter)

Beste neue Serie
Da ich mich mit “Fringe” immer noch nicht richtig anfreunden konnte, nenne ich hier “Life on Mars”. Aber es wäre auch nicht verkehrt, diese Rubrik 2008 leer zu lassen. “The Middleman” ist ja leider schon wieder zu Ende.

Beste deutsche Serien
Mord mit Aussicht, Switch Reloaded

Größte TV-Enttäuschung
Die komplette neue US-Fall-Season.

Beste TV-Serien-Randgruppe
Vampire, Cylons, Serienmörder (Ich warte aber noch auf die Serie, die alle drei in einer Show vereint.)

Beste Online-Events
- “Dr. Horrible”
- “The Guild” Season 1 (“The Guild Season 2″ ist nur über MSN abrufbar, das dann auch prompt nie richtig funktioniert. Wahrscheinlich weil ich einen “pöhsen” Browser verwende.)

Beste neue Alben
Dieses Jahr mal ganz durch und durch auf dem Indie-Trip:
- “Furr” von Blitzen Trapper (wie oft habe ich mir gedacht, dass der Titelsong “Furr” perfekt in einen TV-/Film-Soundtrack passen würde und dann läuft das Ding ausgerechnet in “Chuck” … marvelous)
- “Volume One” von She & Him (Wann kommt “Volume Two”?)
- “Oracular Spectacular” von MGMT (Auch über “Kids” und “Time to Pretend” hinaus ein klasse Album)
- “Acid Tongue” von Jenny Lewis (“The Next Messiah” ist ein großartiger, epischer 9-Minuten-Track)

Beste Musik-DVD
HAARP live von MUSE (der DTS-Sound raubt mir immer noch jedes Mal den Verstand ;-)

Beste Filme
Wall-E, Dark Knight, Juno

Populärstes Posting im sablog (nach Zugriffen)
10. März 2008: The Sarah Connor Chronicles
Die “Sarah Connor Chronicles” haben übrigens auch den ersten Platz in der diesjährigen “Huch, da wurde ja noch ‘was draus”-Kategorie ergattert. Nachdem große Teile der ersten und zweiten Staffel eher einer billigen 1980-Jahre Action-Serie Konkurrenz machten und die Serie schon so gut wie von meiner Watchlist verschwand, hat die Show in den letzten Wochen erstaunlich oft überzeugt. Meist stand dann aber auch ein gewisses weibliches Terminator-Modell im Mittelpunkt.

best of “great expectations” for 2009

- Die 13 Episoden (oder weniger) von “Dollhouse”
- Die “Dr. Horrible”-DVD in meinem Briefkasten
- Die “Dr. Horrible”-DVD in meinem DVD-Player ;-)
- Das “Battlestar Galactica”-Finale
- Der traurige Untergang von NBC ohne Pauken und Trompeten (aber mit Jay Leno)
- Die neue BBC-Serie “Being Human”
- Die neue FOX-Serie “Lie to Me”
- Der “Dead Like Me”-Spielfilm
- Mein neues Sofa :)

So, und mit diesem Posting beschließe ich auch das Jahr 2008 im sablog. Im diesem Sinne: Guten Rutsch allerseits!

The Daily Show with Harald Schmidt?

Samstag, 27. Dezember, 2008

Endlich ist das Ende des “Schmidt & Pocher”-Experiments beschlossene Sache: Laut Spiegel wird das Duo die gemeinsame ARD-Sendung ab April 2009 aufgeben. Schmidt scheint aber dennoch weitermachen zu wollen (was sich in den letzten Monaten auch schon anders angehört hatte). Über das neue Konzept der Schmidt-Show gibt es noch keine konkreten Angaben, aber Ko-Produzent Fred Kogel hat mal wieder das Vorbild Jon Stewart hervorgehoben:

Zu den Plänen für Schmidts Zukunft sagte Kogel gegenüber dem SPIEGEL: “Wir haben ganz klare Vorstellungen, wo wir hinwollen. In einem Wahljahr “will man Schmidt auf einem Level sehen, das sonst im deutschen Fernsehen niemand liefert”. Es gehe darum, “die Comedy-Latte wieder höher zu legen in Richtung Anspruch und Intellekt, vergleichbar mit dem US-Polit-Komiker Jon Stewart – aber eben Harald Schmidt.”

Immerhin hat man wohl bei Kogel&Schmidt erkannt, dass die aktuelle Show einfach nur noch über weite Strecken ein billiger Comedy-Müll ist, eine Verschwendung von Schmidts Möglichkeiten. Pocher konnte Schmidt nie aus der Reserve locken und die beiden produzieren mittlerweile eher eine unansehnliche Klamauk-Sendung, die zuweilen nicht mal an alte “Sat.1-Wochenshow”-Kalauer herankommt.

Und nun also wieder ein “Neustart”. Ob das noch irgendwann ‘was wird? Wie oft wurde nun schon das Vorbild “Jon Stewart” vor einem Relaunch der Schmidt-Show bemüht? Stattdessen hat man sich in den letzten Jahren eher von dem “Vorbild” weiter entfernt. Politische Comedy (oder politisches Kabarett) fand dort ja gar nicht mehr statt — wohl quasi unter dem Motto “Dazu gibt es ja den Scheibenwischer”.

Für eine 1:1-Kopie der “Daily Show” wäre Schmidt sicherlich auch der Falsche und die deutsche Polit- und TV-Landschaft ist deutlich anders als die amerikanische. Diese Art Show ist nicht Schmidts Stil, aber dennoch ist er wohl zur Zeit noch der Top-Kandidat für eine anspruchsvollere Comedy-Sendung im deutschen Fernsehen, die mal von den nervigen Oliver-Kahn- und Podolski-Sketchen wegkommt. Wahrscheinlich wird auch dieses Mal nix aus dieser Hoffnung und am Ende kommt steht wieder mal nur ein gelangweilter Schmidt vor den Kameras, der die Sprüche seines uninspirierten Autoren-Teams herunternudelt und dann in naher Zukunft in eine endgültige “Kreativpause” verschwindet.

Britisches Pfund im Tiefflug

Montag, 22. Dezember, 2008

Kleiner Hinweis am Rande: Es lohnt sich beim Online-DVD-Shopping zur Zeit auch einen Blick nach Großbritannien zu werfen. Seit ein paar Wochen hat die britische Währung gegenüber dem Euro stark an Wert verloren, ein Euro ist statt 80 Pence Anfang November heute schon 94 Pence wert. Ob das nur eine kurzfristige Auswirkung der Wirtschaftskrise(n) ist oder ein langfristiger Trend, weiß wohl keiner, aber für ein DVD-Schnäppchen innerhalb der EU könnte das eine gute Gelegenheit sein. Auch der Euro-/Dollarkurs hat sich wieder etwas “erholt”: Ein Euro ist derzeit 1,40 Dollar wert.

Lauren Graham kehrt zu ABC zurück (und sonstiger Kleinkram)

Freitag, 12. Dezember, 2008

Zugegeben, normalerweise würde ich zu Lauren Grahams neuem ABC-Projekt nicht unbedingt ein eigenes Posting verfassen, aber ich möchte mal das neue Admin-Interface von WordPress 2.7 ausprobieren (sehr hübsch übrigens).

Jedenfalls befindet sich derzeit laut Variety ein neues Comedy-Projekt mit dem ehemaligen “Gilmore Girl” bei ABC in Entwicklung. Die Inhaltsangabe liest sich wenig spektakulär:

[she will] play a self-help guru who teaches women how to live a stress-free life — but struggles to follow her own advice when her boyfriend dumps her.

Lauren Graham hatte ihren erste großen TV-Rolle seinerzeit ebenfalls in einem ABC-Projekt: Die kurzlebige Comedy “Townies” mit Molly Ringwald und Jenna Elfman war allerdings nur durchschnittliche Unterhaltung (soweit ich das noch in Erinnerung habe). Deutlicher in Erinnerung könnte da ihre Gastrolle in “NewsRadio” sein, unter anderem in der legendären Episode “Super Karate Monkey Death Car“, auf die auch Alan Sepinwall gerade hinwies. Und wie ich soeben merke: hulu hat endlich eine Buffer-Funktion! Einfach auf “Pause” drücken und dann speichert hulu bis zu fünf Minuten des Videos im Voraus. Sehr nützlich für bandbreiten-schwache Verbindungen.

Und um dieses Posting inhaltlich noch bunter zu gestalten: Die diesjährige “Black Listist veröffentlicht. Darin werden die Drehbücher aufgelistet, die zur Zeit am meisten “Buzz” in Hollywood generieren. Die Zusammenfassung der Top-Position klingt schon mal herrlich: “A depressed man finds hope in a beaver puppet that he wears on his hand.”

Achja und noch einen Knoten ins Taschentuch: Es lohnt sich wieder CSI zu schauen, Laurence Fishburne übernimmt zur Zeit die Hauptrolle.

Zu den “Golden Globes”-Nominierungen habe ich irgendwie gar nix zu sagen, außer: Keine großen Überraschungen.

Two Eggs.

NBC resigniert: Leno schon ab 22 Uhr

Dienstag, 9. Dezember, 2008

Das könnte eine fundamentale Programmentscheidung und Weichenstellung für die Zukunft des Broadcast-TV darstellen: NBC will den 22-Uhr-Sendeplatz ab der kommenden Season nicht mehr für Serien zur Verfügung stellen, sondern an deren Stelle fünf Tage in der Woche eine neue “alte” Talk-Show mit Jay Leno platzieren.

Leno, dessen Vertrag mit NBC eigentlich Ende 2009 ausgelaufen wäre und der Ende Mai 2009 seine “Tonight Show” an Nachfolger Conan O’Brien abgeben wird, bleibt damit dem Network erhalten und wechselt nicht wie im Vorfeld spekuliert zu ABC oder FOX. Im Grunde soll er wohl um 22 Uhr die gleiche Show machen wie derzeit um 23:35 Uhr.

Doch massive Auswirkungen hat diese Entscheidung (die erst im Laufe des Tages offiziell angekündigt werden soll) vor allem auf die weitere Serienentwicklung bei NBC Universal. Indem man gleich fünf Sendeplätze in der PrimeTime an eine Talkshow freigibt, benötigt man logischerweise auch deutlich weniger neues Serienmaterial für eben jene Zeitschiene. Allerdings hatte NBC in den letzten Jahren um 22 Uhr auch so gut wie keinen Serienhit mehr, “Law & Order” dümpelt so in den Quoten dahin, “ER” wird zum Seasonfinale eingestellt und das diesjährige “My Own Worst Enemy” mit Christian Slater floppte spektakulär. Für NBC deutet sich also im Prinzip ein Win-Win-Szenario an: Einerseits haben sie das Risiko abgewendet, dass Zuschauer-Liebling und NBC-Inventar Jay Leno zur Konkurrenz wechseln könnte. Andererseits ist eine Talkshow um mehrere Größenordnungen günstiger zu produzieren als fünf anspruchsvolle und erfolglose Dramaserien (Berichte gehen von Kosten von $3 Millionen vs. $15 Millionen pro Woche aus). Außerdem wird Leno an 46 Wochen pro Jahr neue Sendungen produzieren, also reduziert dies deutlich den Bedarf für quotenschwache Wiederholungen.

Variety rechnet vor, dass NBC in der nächsten Season nur noch knapp 10 Stunden pro Woche mit Serienmaterial füllen will — ein Großteil davon könnten wiederum Reality-Serien oder Quizshows sein. Schon vor einiger Zeit wurde angekündigt, im 20-Uhr-Sendeplatz nur noch Reality-Formate zu senden (was aber dann doch nicht konsequent eingehalten wurde). Zumindest auf NBC dürften also schwere Zeiten für “scripted shows” anbrechen. Im Gegenzug sieht man aber viele vermeintlich “kleine” Cable-Networks “aufrüsten”, die diese Angebots-Lücke bei den Broadcast-Networks schließen wollen. Dieser Schritt von NBC dürfte also wohl zugleich ein weiterer Indikator für das Ende des klassischen Broadcast-Zeitalters darstellen. Es bleibt vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis die anderen Networks mit ähnlichen Sendezeitverkürzungen nachziehen.

Aber spannend wird auch die Frage, wie der Zuschauer auf fast drei Stunden Talk pro Abend reagieren wird (Unterbrochen lediglich um 23 Uhr durch die Local News). Conan, der sich eigentlich als König auf dem “Tonight”-Thron fühlen durfte, ist nun quasi wieder auf der gleichen Position wie zuvor, nur besser bezahlt: Er spielt weiterhin zweite Geige hinter Leno. Noch düsterer sieht es dann aber eventuell für die neue dritte Geige aus: Wer schaut dann eigentlich noch spät in der Nacht “Late Night with Jimmy Fallon“?

“Dr. Horrible” auf DVD

Sonntag, 7. Dezember, 2008

“Dr. Horrible’s Sing-Along Blog” ist endlich auf amazon.com als Pre-Order bestellbar. Für aktuell $9.99 (plus ca $6 Versand nach Europa) soll die DVD mit Joss Whedons Web-Miniserie angeblich ab dem 19. Dezember verschickt werden (möglicherweise auch schon ein paar Tage früher, wird aber dennoch nicht mehr rechtzeitig zum Fest ankommen). Enthalten ist unter anderem ein Audio Commentary in Musical-Form und weiteres Bonus-Material. Auch der offizielle Soundtrack ist bereits vorbestellbar. Ohne Frage ein Pflichtkauf für Whedon-Fans.

Interessant ist übrigens das Herstellungsverfahren: “This product is manufactured on demand using DVD-R recordable media.” Macht auch Sinn, denn eine normale DVD-Großserienproduktion für solch eine kleine Independent-Produktion wäre nicht nur Overkill sondern auch ein finanzielles Risiko. Es sieht so aus, als würde amazon einen großen Teil der Distributionskette (inkl. DVD-Produktion?) in diesem Fall übernehmen und darf das Produkt im Gegenzug erstmal “exklusiv” vertreiben.

Und wenn wir schon bei Joss Whedon sind: Eines der bizarrsten und dennoch besten Interviews mit Whedon gibt es momentan ausgerechnet auf einer Website für Freunde des Strickens und Häkelns zu lesen (und zu hören): Joss Whedon on Crafts and Craftiness: Interview Transcript.

Making of “Drive”, “The Inside”, “Strange World”

Sonntag, 7. Dezember, 2008

Da es wohl niemals eine DVD-Veröffentlichung der beiden kurzlebigen Serien “Drive” und “The Inside” geben wird, hat Show-Runner/Produzent Tim Minear die Sache einfach in die eigene Hand genommen und umfangreiches “Bonus-Material” auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht. Darunter findet sich viel interessantes Material, unter anderem Ausschnitte aus den ursprünglichen Pilot-Folgen von “The Inside” und “Drive”, ein ausführliches “Making Of” der erstaunlichen CGI-Szenen in “Drive” und allerhand Promo-Materialien sowie Bloopers und deleted scenes.

Besonders bei “Drive” ärgert sich Minear darüber, dass er den Forderungen des Networks seinerzeit nachgegeben und die Pilotepisode derart umgestellt hätte, dass vor allem die ersten beiden Akte eigentlich gar nicht mehr richtig funktionieren würden. Gerade die ursprüngliche Pilot-Fassung mit deutlich längerem Intro finde auch tatsächlich besser als die ausgestrahlte Variante.

Auch zu der lang vergessenen FOX-Mystery-Serie “Strange World” findet man auf Minears Seite einiges an interessantem Material.

Um die Videos zu sehen, muss man wohl bei Facebook angemeldet sein (oder die Direktlinks bei den Buffistas suchen). Nach der Anmeldung bei Facebook am besten hier anfangen und dann mit dem “Zurück”-Button durchklicken (jau, “zurück” ist eigentlich “vor”…). Viel Zeit mitbringen. :)

P.S.: Wenn ich schon beim Thema “Making Of” bin, hier noch ein Link zu einem (Werbe-)Artikel auf Apple.com, in dem der rein digitale Produktionsprozess der neuen TNT-Serie “Leverage” beschrieben wird. Abgesehen von einem fetten Fileserver (34 Terabyte) und einer “Red One”-Profikamera wurden dort (angeblich) vor allem “Alltagsprodukte” wie Final Cut Pro und diverse Macs eingesetzt, wodurch der Produktionsaufwand und damit die Kosten reduziert werden konnten.

“Not having to shuttle our material between an editing house, a laboratory, a sound editing/mixing house, and a digital effects house, that alone saves us time and money,” he says. “And doing it all in house gives us great security, because we’re so nervous about things leaking out on the Internet or on floating DVDs.”

Dann lief aber wohl irgendwas fundamental schief: “Leverage” war einer der ersten “leaked” Pilot-Episoden im Frühsommer ;-)

Das Video zum Advent

Sonntag, 7. Dezember, 2008

“Please don’t bomb nobody this holiday” by The Dan Band.

Flashforward

Samstag, 6. Dezember, 2008

Seitdem ich die Prämisse der neuen SF-Serie “Flashforward” kenne, juckt es mir in den Fingern, die Buchvorlage anzuschaffen. Ausgangspunkt des Romans “Flashforward” des kanadischen Autors Robert J. Sawyer ist ein seltsames Ereignis, bei dem die gesamte Erdbevölkerung für zwei Minuten und 17 Sekunden einen “Black-Out” erleidet und in dieser Zeit von ihrer Zukunft im Jahre 2030 “träumt”. Eigentlich ist das eine ideale Vorlage für eine prozedurale Serie mit einem übergreifenden Arc: Das ausgelöste Chaos und die persönlichen Zukunfts-Visionen jedes einzelnen Erdenbürgers würden das “Topic of the week” bilden und die Suche nach dem größeren Gesamtzusammenhang der Visionen liefert Material für das “big mystery”.

ABC hat wohl gerade eine Pilot-Episode bestellt und will die Serie dann eventuell im Herbst 2009 im Lead-Out von “Lost” platzieren. Ursprünglich war dies angeblich mal ein HBO-Projekt. Verantwortlich für die TV-Fassung sind Brannon Braga (“Star Trek”) und David S. Goyer (“The Dark Knight”), die auch bereits den SciFi-Flop “Threshold” auf der Kappe haben.

Das klingt mal wieder nach einem SciFi-Konzept mit Potential, auch wenn es erneut eine “Zeitsprung”-Story ist, die in den letzten Jahren nicht recht beim Zuschauer ankamen (abgesehen von der ersten Staffel “Heroes”). Insbesondere die Beteiligung von Brannon Braga lässt mich nicht gerade in Freudensprünge ausbrechen (er war verantwortlich für weite Teile des “Enterprise”-Debakels). Aber vielleicht wird’s ja dennoch etwas.

Mal sehen, ob ich mir den Roman unter den Weihnachtsbaum lege. Aber es war ja schon ein großer Fehler, die “Sookie Stackhouse”-Romane vor der Ausstrahlung der “True Blood”-Serie zu lesen. Das wirkte wie ein gigantischer Spoiler (der dann zu allem Überfluss auch nur halbkorrekt war und dadurch zu noch mehr Irritationen führte).

Once (2006)

Samstag, 6. Dezember, 2008

Im letztjährigen Hype um “Juno” ging ein anderer Indie-Kritikerliebling fast etwas unter: Die Low-Budget-Produktion “once” aus Irland gewann immerhin einen Oscar (für die beste Filmmusik — mit einer emotionalen Dankesrede der 19jährigen Hauptdarstellerin Marketa Irglova).

“Once” erzählt die kurze Geschichte einer intensiven Freundschaft zwischen einem “guy” und einem “girl” (selbst im Abspann gibt’s keine Namen), die sich in einer Fußgängerzone kennenlernen. Er (Glen Hansard) ist Straßenmusiker und eigentlich auch noch Staubsauger-Mechaniker, sie (Marketa Irglova) kommt aus Tschechien und hält sich mit Gegenheitsjobs wie dem Verkauf von Rosen über Wasser. Aber sie ist auch eine begeisterte und begabte Klavierspielerin und über die Musik kommen sich die beiden innerhalb kürzester Zeit sehr nahe. Das Paar ist sich auf Anhieb sympathisch und gemeinsam beginnen sie, seine Eigenkompositionen zu spielen und wagen sich schließlich sogar an die kostspielige Aufnahme einer Demo-CD. Doch was sich vielleicht nach einer simplen romantischen Love-Story im Stil von “Music and Lyrics” anhört, entwickelt sich doch rasch zu einer etwas komplizierteren Angelegenheit und einer etwas ungewöhnlichen Liebesgeschichte.

Der Titel “Once” soll dabei eine Anspielung an viele Hobby-Musiker sein, die sich schon vielmals schworen, dass sie eines Tages aus ihrem Arbeitsalltag ausbrechen und dann all ihre Energie in ihren eigentlichen Lebenstraum, ihre Musikkarriere stecken wollen (“once I’ve done with this thing, I’ll get back to music”). Doch dann tun sie es doch nie. Und die Geschichte von “guy” und “girl” ist genau diese Geschichte eines Künstlers, der zumindest den ersten Schritt tut, dieses “once” endlich mal zu verwirklichen und eigentlich nur einen Anstoß brauchte, um diesen Prozess in Gang zu setzen.

Musik spielt in diesem Film nicht nur thematisch eine wichtige Rolle. Es wird viel gesungen in dieser Produktion und eigentlich ist “once” fast schon eine Art Musical. Die Songs und deren Lyrics (geschrieben und aufgeführt von den beiden Hauptdarstellern) sind ein wesentlicher Teil der Story und bedürfen beim Zuschauer einiges an Aufmerksamkeit, insbesondere natürlich wenn man kein “native Speaker” ist und den Film ohne Untertitel anschauen will.

Meine Meinung zu “once” ist immer noch etwas zwiespältig. Der Film hat ohne Zweifel einen besonderen Charme und die beiden Laien-Darsteller (die auch im “echten Leben” mittlerweile ein Paar sind) sind trotz des Altersunterschieds eine immens glaubhafte Besetzung für die Hauptfiguren. Doch ich hatte ein paar Probleme mich mit dem Soundtrack zu arrangieren, der nicht so recht meinen Geschmack treffen wollte und das beeinflusst natürlich automatisch die Wahrnehmung eines solchen Musik-Films als Ganzen. Dennoch sind viele Szenen trotz (oder gerade wegen des) minimalen Budgets außergewöhnlich persönlich und “echt” und vermitteln eine authentische Atmosphäre, von denen viele Multi-Millionen-Dollar-Produktionen Welten entfernt sind. “once” ist ein kleiner Film mit einem großen Herz, aber sicherlich nix für Leute mit einer Abneigung gegen romantische Musik-Filme. DVD gibt’s hier.

The Wrong Door

Samstag, 6. Dezember, 2008

Der Wortvogel hat mich auf die britische Sketch-Comedy-Serie “The Wrong Door” hingewiesen und diese Empfehlung will doch gleich mal weiterreichen: Diese sechsteilige BBC3-Produktion ist zuweilen herrlich schräg, infantil, surreal und politisch unkorrekt. Vor allem ist sie aber verblüffend aufwendig inszeniert: Der zentrale Gag eines Sketches baut meist auf intensiver Nutzung von (zumindest früher mal) teuren CGI-Tricks auf. Klar, es gibt auch ein paar weniger amüsante Segmente und “duds”, aber der überwiegende Teil trifft das Humor-Zentrum meist auf eine unvorhersehbare Weise. Die CGI-Tricks ermöglichen neue, unerwartete Punchlines, die man in dieser Form noch nicht x-Mal in anderen Sketch-Comedies gesehen hat.

The Girl Who Leapt Through Time (2006)

Freitag, 28. November, 2008

Was gibt es besseres an einem kalten, grauen November-Abend zu tun als vor den Fernseher zu flüchten und ein melancholisches Anime zu schauen? Gut, mir fallen einige bessere Dinge ein (mindestens 50), aber dennoch will ich auch mal wieder eine Lanze für das japanische Zeichentrick-Genre brechen.

The Girl Who Leapt Through Time” / “Toki o Kakeru Shōjo” basiert ursprünglich auf einer bereits 40 Jahre alten Erzählung, die seither schon mehrmals in Mangas, Anime oder “Real-Life”-Filmen umgesetzt wurde. Für viele Kinder (und Erwachsene) in Japan ist diese Geschichte aus den 1960er Jahren ein bekanntes Teen-Märchen und die Soundtracks (und deren Performer) der diversen Film-Inkarnationen der letzten Jahrzehnte sind mancherorts ein Teil der Popkultur. Die hier erwähnte Fassung stammt aus dem Jahr 2006 und ist eine Art Fortsetzung des Original-Romans, ohne aber die Kenntnis des Originals vorauszusetzen.

Der Film erzählt die Coming-of-Age-Geschichte der 17-jährigen Schülerin Makoto, die eines Tages bemerkt, dass sie Zeitsprünge machen kann. Zuerst nutzt sie ihre neue Fähigkeit für allerlei Dummheiten und Kleinigkeiten, doch wie es in Zeitreisen-Filmen nun mal so üblich ist, drohen bald üble Konsequenzen ihrer Taten und mit jeden Zeitsprung scheint ihre Umwelt und ihr Leben immer mehr aus den Fugen zu geraten. Zudem entdeckt sie ihre Zuneigung für einen ihrer Schulfreunde und kommt mit diesen Empfindungen zunächst gar nicht zurecht.

“The Girl Who Leapt Through Time” ist eine gelungene Anime-Produktion mit grandiosen Background-Zeichnungen und einer amüsanten, zuweilen aber auch nachdenklichen Story, verpackt in ein Märchen mit einem Touch SciFi. Aber in erster Linie ist der Film auch eine zuweilen dick auftragende Teenage-Love-Story. Das hat mich auch etwas auf dem falschen Fuß erwischt, der Film richtet sich eindeutig vor allem an ein jüngeres Publikum im Teenie-Alter. Ältere Generationen dürften sich bei dem Film zeitweise etwas fehlplatziert vorkommen. Aber trotz der leichten Zielgruppen-Dissonanz: “The Girl Who Leapt Through Time” ist ein bezaubernder und technisch hervorragender Anime, der vor allem die junggebliebenen Romantiker ansprechen dürfte.

Den Film gibt es bereits seit längerem in Deutschland in erstaunlichen drei Editionen und seit ein paar Tagen auch in den USA auf DVD.

Und wem diese Produktion noch nicht genug melancholisch-romantisch ist, dem sei bei dieser Gelegenheit auch noch der Anime “5 centimeters per second” ans Herz gelegt. Der Film ist in Europa etwas schwieriger zu beziehen, aber erfreut sich stattdessen zahlreicher Bootleg-Kopien auf Videoportalen wie Youtube. Der Film besteht aus drei Teilen mit insgesamt etwa 60 Minuten Laufzeit und erzählt die Geschichte von einem Mädchen und einem Jungen, die sich als Schulkinder kennenlernen. Im Lauf von knapp zwanzig Jahre leben sie sich dann aber allmählich auseinander. Dieser Anime hat ein etwas schwieriges Ende (zumindest für Nicht-Anime-gewohnte Leute wie mich) und bedient sich wirklich recht üppig aus dem Kitschig-Melancholie-Topf, aber dennoch kann man dem Streifen eine gewisse Schönheit und Faszination nicht absprechen. Ebenfalls beeindruckend ist die hohe technische Qualität dieser modernen Anime.

“Freaks & Geeks” Yearbook Edition: $68

Mittwoch, 26. November, 2008

Ich verliere bereits jetzt die Übersicht über all die Black Wednesday, Black Friday und “Even More Black Monday”-Sonderangebote, die allmählich eintrudeln.

Eines möchte ich aber schon mal herausheben: Amazon.com hat heute die (unveränderte) Neuauflage des Deluxe-”Freaks & Geeks”-DVD-Sets mit Yearbook und 2 Extra-Bonus-DVDs (also insgesamt 8 DVDs) für $67.99 im Angebot. In den letzten Tagen war der Preis noch dreistellig(!). Wer das einfache Set schon hat, muss aber wohl schon ein Hard-Core-Fan der Serie sein, um sich auch noch diese DVD-Packung zusätzlich anzuschaffen. Aber wer die Serie noch gar nicht im Regal stehen hat (du meine Güte, ihr lest diesen Blog und habt F&G noch nicht? ;-), der hat mit $68 ein sehr gutes Angebot. Das normale Set mit sechs DVDs kostet immerhin noch $56.

Aber für all die treuen Fans, die für die Yearbook-Edition bis zu $130 bezahlt haben, ist diese drastische Preissenkung wohl eine gewisse Enttäuschung. Bei der ursprünglichen Veröffentlichung der Yearbook-Edition vor einigen Jahren wurde ihnen mal versprochen, es handle sich um eine limitierte, exklusive Ausgabe. Dem war wohl nicht so.

Die Zukunft der US-TV-Networks

Montag, 24. November, 2008

Lesenswerter Artikel in Variety: Im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise tauchen auch mal wieder die Schwarzmaler auf, die alle paar Jahre das Ende der US-Networks prophezeien. Immer weniger (Live-)Zuschauer führen zu immer weniger Werbekunden und zu weniger Werbeeinnahmen und schließlich zu einer finanziellen Schieflage eines ganzen Networks. Michael Schneider führt in dem Artikel einige mögliche Lösungs-Szenarien für die betroffenen Networks auf: Rückgabe der 22Uhr-Sendeplätze an die Affiliates, Untervermietung von Sendezeit an Drittanbieter, Wandel eines Networks in einen Cable-Sender oder schließlich komplette Einstellung aller Aktivitäten.

“I’ve been doing this for 30 years now, and that same question has been asked for 30 years: At what point does the audience get so small that advertisers won’t show up?” says Fox Networks Group chairman Tony Vinciquerra. “It hasn’t gotten there yet.”

Man beachte das Wörtchen “yet”.

Auch wenn insbesondere die aggressiveren Modelle (bspw. Umwandlung in einen Cable-Sender) für die Big Four (ABC, CBS, FOX, NBC) trotz der aktuellen Krisen-Zeit noch nicht sonderlich wahrscheinlich erscheinen, wird aber auch deutlich, dass die “Schwarzmaler” in der letzten Dekade immer öfters mit ihren düsteren Prognosen auf offene Ohren stießen. Vielleicht ist es wirklich nur noch eine Frage der Zeit, bis ein großes Network wie NBC oder ABC seine Geschäftsstrategie fundamental umstellen muss.

Sollte es jetzt auch noch tatsächlich zu einem Schauspieler-Streik kommen, würde das die Situation möglicherweise erneut verschärfen und diesen Prozess beschleunigen. Ich glaube aber immer noch nicht, dass es zu einem Streik kommen wird, denn die Screen Actors Guild wird es bei dem gegenwärtigen Wirtschaftsklima sehr schwer haben, erneut einen Ausstand in der Filmindustrie zu rechtfertigen und sich so PR-technisch auf sehr dünnes Eis manövrieren (Automatisch wird die Öffentlichkeit vor allem die Multi-Millionäre wie Tom Cruise, Will Smith als die vermeintlich typischen Schauspieler identifizieren, was die “gute” Sache für die SAG sehr schwer macht). Sie hätten sich wohl wirklich besser im Frühjahr den Autoren anschließen sollen.

Es kam wie es kommen musste

Freitag, 21. November, 2008

Eine Überraschung ist es wohl nicht mehr, aber eine gewisse Enttäuschung lässt sich nicht verbergen. ABC wird keine weitere Episoden von “Dirty Sexy Money”, “Eli Stone” und “Pushing Daisies” bestellen — nach der Ausstrahlung der jeweils abgedrehten 13 Episoden ist somit für diese Serien Schluss. “Life on Mars”, von dem eigentlich auch erwartet wurde, dass es auf dieser “Opferliste” stehen würde, hat noch einen Gnadenaufschub bekommen und darf vier weitere Episoden produzieren.

“Dirty Sexy Money” war mir seit dem Ende der ersten Staffel eigentlich recht egal, aber “Eli Stone” und “Pushing Daisies” waren charmante Produktionen, die den Serienalltag etwas bunter machten. Ein dramatischer Verlust sind beide dennoch nicht in meinen Augen, denn so richtig konnten beide Serien ihre Potentiale auch nicht ausnutzen und waren dann doch auf Dauer etwas zu schräg oder zu “zuckersüß”. Dennoch ist es schade, dass solch ungewöhnliche Konzepte bei den TV-Zuschauern immer noch nicht richtig Fuß fassen können und oft nach einer kurzen Staffel scheitern. Bedauerlich ist ferner die Tatsache, dass die finale Episode von “Pushing Daisies” aus einem Cliffhanger besteht und somit mal wieder eine Serie ohne vernünftigen Abschluss aus dem Diesseits scheidet. Bryan Fuller hofft auf eine Fortsetzung als Comic, aber leider liegen Hoffnung und Realität bekanntermaßen oftmals weit auseinander.

Aber immerhin gibt es heute auch noch gute Nachrichten: “Scrubs” startet auf ABC am 6. Januar, ein “Arrested Development”-Film erscheint erneut eine winzige Nuance wahrscheinlicher und es gibt einen ersten (aber leider nicht sonderlich überzeugenden) “Cupid”-Trailer.

So ist das im “Serienland”: Shows werden abgesetzt, neue kommen nach.

The King of California (2007)

Montag, 17. November, 2008

Nach der jüngsten “Wiederentdeckung” von Evan Rachel Wood in “Across the Universe” bin ich bei einer IMDb-Suche noch an ein anderes Gem aus ihrer Filmographie erinnert worden: “The King of California”. Dabei handelt es sich um eine kleine Pseudo-Independent-Produktion mit einem grandiosen Michael Douglas und einer nicht minder exzellenten Evan Rachel Wood (die sich vor einigen Tagen wohl auch offiziell nach mehrjähriger Beziehung von Marilyn Manson getrennt hat. Man kann die “Free Evan!”-T-Shirts also wieder einpacken ;-)). Ich hatte zwar irgendwann mal den Kino-Trailer gesehen, aber bis zum (von mir unbemerkten) deutschen Kinostart dann doch wieder aus den Augen verloren. Das hatte auch ‘was positives, denn mittlerweile steht die DVD schon in den Läden. Im Stil von “Sideways” und “Little Miss Sunshine” ist auch dieser Film weit entfernt von Hollywoods Big-Budget-Action-Krachern und vielmehr eine gelungene Mischung aus vermeintlich oberflächlicher Komödie und im Kern ernsterem Familien-Drama, verpackt als charmantes Gegenwarts-Märchen.

“The King of California” erzählt eine kleine Vater-Tocher-Geschichte: Die 16jährige Miranda (Evan Rachel Wood) muss seit Jahren alleine zurecht kommen nachdem ihre Mutter die Familie verlassen hatte und ihr Vater in eine Psychiatrie eingewiesen wurde. Irgendwie hat Miranda es geschafft, sich an den Jugendämtern vorbeizumogeln, hat die Schule geschmissen und arbeitet in einer McDonalds-Filiale, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten. Sie hat ihr einsames Leben soweit im Griff, doch eines Tages steht ihr Vater Charlie (Michael Douglas mit “Catweazel”-Look) wieder vor der Tür: Entlassen aus der Anstalt, aber nicht unbedingt vollständig geheilt, versucht er sich wieder in das Leben seiner Tochter zu integrieren. Miranda ist davon alles andere als begeistert. Schon bald fällt Charlie scheinbar wieder in alte, anormale Verhaltensmuster zurück: Besessen von der Idee, dass in der Nähe ein 300 Jahre alter Goldschatz vergraben sei, macht sich Charlie mit Metalldetektor und schwerem Gerät auf Schatzsuche. Seiner Tochter Miranda bleibt trotz anfänglichen Widerstands nichts anderes übrig, als Babysitter für ihren Vater zu spielen. Während sich die beiden allmählich wieder besser kennen lernen und gar Gemeinsamkeiten entdecken, wird auch Miranda in den Bann der Schatzsuche gezogen, die schließlich ausgerechnet in/unter einem Supermarkt ihren Höhepunkt findet.

Michael Douglas ist brillant in seiner Rolle als liebenswürdiger, aber zerstreuter und der Realität entrückter Vater. Seit “Falling Down” habe ich ihn nicht mehr derart in einer Rolle aufgehen sehen. Auch über seine bizarre Gesichtsbehaarung hinaus sprüht er vor einer packenden Mischung aus Wahn und Vaterliebe. Seine wortlose Reaktion auf die eigentlich rhetorisch gemeinte Frage seiner Tochter “Are you nuts!?” ist einer der vielen kleinen Szenen-Highlights des Films. Charlie ahnt, dass er drauf und dran ist, seine Tochter für immer zu verlieren, doch gleichzeitig ist er komplett im Bann seines eigenen grenzenlosen Optimismus und Tatendrangs. Evan Rachel Wood spielt mit gewohnter Souveränität die emotional distanzierte und viel zu schnell erwachsen gewordene Tochter, die sich zwar einerseits von ihrem Vater abkoppeln möchte, aber ihn trotz allem immer noch zu sehr liebt.

Ich habe im Web zahlreiche harsche Kritiken gelesen, die teilweise sogar bis in de Kategorie “Worst Movie Ever!” reichten. Was mir im Grunde nur deutlich machte, dass man (ich) auf Online-Kritiken wirklich rein gar nix geben sollte (und ihr auch nicht, also ignoriert meine Lobhudelei für diesen Film! ;-)). Klar hat “King of California” hie und da ein paar kleinere Macken. Sonderlich realistisch mag er nicht unbedingt sein. Der Film fällt eher in die Rubrik “amüsantes Alltags-Märchen”, ohne allerdings eine platte Schenkelklopfer-Comedy zu sein (die viele wohl nach dem ersten Trailer erwartet hatten) und mit dementsprechend vorsichtigen Erwartungen sollte man wohl auch an den Film herangehen.

Zu den anderen “Macken” gehört vielleicht auch der etwas zu umfangreich eingesetzte Voice-Over im Film, der vor allem aus der Sicht von Miranda erzählt wird. Bei manchen Kritikern wurde gar polemisch spekuliert, dass nur deshalb Voice-Over verwendet wurden, um das Geld für einen weiteren Darsteller einzusparen. Ganz so kritisch sehe ich das allerdings nicht — der Fokus des Films soll auf der schwierigen Beziehung zwischen Vater und Tochter liegen, ein weiterer Charakter, dem Miranda dann brav all ihre Gefühle und Gedanken erzählt, hätte nur unnötig von diesem Schwerpunkt abgelenkt. Zwar mag nicht jeder Voice-Over so brillant eingesetzt sein wie der in “Juno” (im Sinne einer Kommunikation mit dem Zuschauer), aber ich bin ohnehin ein Freund von (moderat eingesetzten) Voice-Overs, insofern fand ich den Einsatz dieser Technik in “King of California” nicht sonderlich störend.

“King of California” ist in meinen Augen eine charmante, kleine Geschichte mit viel Herz, die ausgesprochen geschickt einen dünnen Pfad zwischen ernstem Drama und bizarrer Komödie beschreitet. Der Film bietet neben erstklassigen Schauspieler-Leistungen (insbesondere Michael Douglas in einer für ihn sehr ungewöhnlichen Rolle) viele kleine emotionale Momente zwischen Vater und Tochter, aber auch einige herrlich schräge und komische Momente (bspw. Miranda beim Swinger-BBQ). Auch das bezaubernde Ende, das nach Belieben interpretiert werden darf und bei weitem nicht so eindeutig ist, wie es auf den ersten Blick erscheint, trägt zum rundum guten Eindruck bei.

Sicherlich mag “King of California” nicht jedermanns Geschmack treffen. Man sollte wohl Gefallen an kleinen, ungewöhnlichen (wenn auch nicht ganz perfekten) Geschichten haben und sich auch an etwas weitschweifigen Voice-Overs nicht schon aus Prinzip stören. Der Trailer repräsentiert den Film etwas zu “upbeat” und legt einen Schwerpunkt vor allem auf die Comedy-Elemente, was ein falsches Bild vermitteln kann. Wer “Sideways” mochte, wird wohl auch an diesem Film Gefallen finden.

Mein persönliches Fazit zu “King of California” lautet aber einfach nur: Es könnte ruhig mehr solcher Filme geben :)

“King of California”-DVD bei amazon.de.

Volle Kanne, Hoschi!

Montag, 17. November, 2008

Eigentlich wollte ich nur meinen VDR neu aufsetzen und bin dann beim Test-Zappen bei “Bill & Ted’s Excellent Adventure” hängengeblieben. Erst durch einen Werbeblock konnte ich mich von dieser Reise in die Vergangenheit (im doppelten Sinne) wieder losreißen. Ein Blick in die IMDb bestätigt, dass der Film bereits satte zwanzig Jahre auf dem Buckel hat. *schluck*

Kaum ein Satz ging seinerzeit über die Lippen, in dem nicht “Hoschi” oder “Volle Kanne” vorkam. Good Times.

Und der Rest…

Sonntag, 16. November, 2008

Einige ausgewählte Serien(-Neustarts) habe ich in den letzten Tagen abgehandelt, nun gibt es in der Schnellzusammenfassung noch ein paar Worte zu anderen Produktionen:

The Office
Immer noch exzellente Comedy-Unterhaltung mit einem formidablen Ensemble. In der fünften Staffel! Wer hätte das beim Start der Serie gedacht? Immer weider gelingt es den Autoren, die Zuschauer auf die falsche Fährte zu locken, insbesondere bei den Jim&Pam-Storylines.

Sanctuary (neu)
Es gibt Show-Konzepte, die man einfach nicht anpacken sollte, wenn man nicht das nötige Kleingeld hat, um vernünftige und HD-taugliche CGI-Effekte zu produzieren. Insbesondere dann, wenn im Grunde die komplette Serie vor Greenscreens produziert wird. Ansonsten typische Monster-Jäger-Story mit Logik-Löchern.

Merlin (neu)
Die haben doch tatsächlich aus dem jahrhundertealtem “Merlin”-Material eine Teen-Soap gebastelt. Naja, die Briten lieben nun mal ihre Kostümdramen. Da wird alles genehmigt, was auch nur im Entferntesten Burgen, Schlösser, Könige sowie reiche Prinzessinnen in Gefahr beinhaltet.

Fringe (neu)
Bin immer noch nicht überzeugt. Ähnlich wie bei “Sarah Connor Chronicles” gibt es immer mal wieder Anzeichen, dass die Show doch noch durchstarten könnte, aber dann kommt doch wieder nur ein laues Lüftchen. Die “Fälle-der-Woche” sind zwar hübsch bizarr und out-of-this-world, aber das reicht einfach nicht. Auch der besondere Unterhaltungswert für deutsche Zuschauer (“Wissenschaft Prison”) kann nur kurzzeitig über die gestelzten Stories und uninteressanten Charaktere hinwegtäuschen. Noch habe ich aber die Hoffnung nicht aufgegeben, wenn “Fringe” im Frühjahr den Timeslot nach “American Idol” bekommt, dürfte die Serie eh noch mal einen kleinen “Reboot” hinlegen.

Friday Night Lights
Beste aktuelle Drama-Serie (“Mad Men” läuft ja nicht mehr) und vielleicht die beste Teen-/Parent-Serie seit “My So-Called Life”. Ich habe es noch selten erlebt, dass eine Drama-Serie nach einer recht verbockten zweiten Staffel dann in Season 3 wieder so vehement durchstartet und sogar neue Maßstäbe setzt — trotz geringem Budget und dadurch bedingtem Aderlass bei den Darstellern. In der jüngsten Episode ging alles etwas zu glatt, aber dennoch: Hoffentlich gibt es noch eine vierte Staffel. Die Teenie-Stories interessieren mich dabei noch nicht mal so besonders — was die Show so sehenswert macht, ist das authentisch wirkende Familienleben der Taylors. Kyle Chandler, Connie Britton und Aimee Teegarden sind eine Klasse für sich.

11th Hour (neu)
Erneut eine routiniert und ohne jegliche Inspiration umgesetzte 08/15-Serie, die irgendwie auf den Mystery-Zug aufspringen will. Ich habe echt genug von diesem Einerlei-Müll, daher schreibe ich auch nicht mehr dazu. Die Serien-Neustarts dieser Season sind bisher eine einzige große Enttäuschung.

How I Met Your Mother
Endlich keine Absetzungsgefahr mehr und die Show hat nun eindeutig ihren Ton gefunden, mit dem sie wohl noch viele weitere Jahre durchlaufen könnte. A future classic in the making.

Samantha Who
Eine kleine Show, die offenbar ungerechterweise zu oft übersehen wird. Wäre nicht schon “Chuck” die “best show you’re not watching”, dann käme wohl “Samantha Who” als Kandidatin für diesen Titel in Frage. Marc Berman hat Hauptdarstellerin Christina Applegate jüngst als beste Comedy-Darstellerin seit Mary Tyler Moore bezeichnet und IMHO liegt er damit gar nicht so verkehrt (Tina Fey wäre auch eine starke Kandidatin). Fast nicht zu glauben, dass das mal die kleine “Dumpfbacke” aus “Married With Children” war.

Californication
Ich komme des öfteren nicht umhin, in Hank Moody zeitweise einen überzeichneten Don Draper der Gegenwart zu sehen. Eigentlich meint man ja, dass beide Charaktere nicht unterschiedlicher sein könnten, aber beide Charaktere wollen eigentlich Ihrer Familie keinen Schaden zufügen, aber dennoch fallen sie immer wieder in alte Gewohnheiten. Und offensichtlich ist das die Show, in der sich alle früheren Teen-Show-Starlets mal richtig das Teenie-Image wegvögeln lassen: Von Carly Pope (“Popular”) über Meredith Monroe (“Dawson’s Creek”) zu Carla Gallo (“Undeclared”) darf jede mal ‘ran. Nicht, dass ich mich beschweren würde. Im Gegenteil: Nach einem sehr schwachen Start zu Beginn der ersten Staffel ist die Serie mittlerweile ein kleines, unanständiges Goldstückchen.

Das Video zum Sonntag

Sonntag, 16. November, 2008

She and Him: “Why Do You Let Me Stay Here?”

Ein unfassbar kitschig-schlechtes Musikvideo zu einem passablen Song. Aber wie bei einem Autounfall kann man den Blick einfach nicht abwenden.

“Artichekt”

Samstag, 15. November, 2008

Ich habe gerade gesehen, in Deutschland ist folgendes seit Ende Oktober auf DVD zu haben: Die erste Staffel von “Hey Dad..!”, eine australische Sitcom aus den Jahren 1987-1994.

Das war seinerzeit ein Pflichttermin in der ARD um 15:03 Uhr, wenn ich mich recht erinnere (lief das nicht auch im Zweikanalton?). Nebenbei konnte man herrlich die Hausaufgaben der Kategorie “besonders lästig” abarbeiten. Etwas verwirrend waren die zahlreichen Wechsel im Kreise der Hauptdarsteller, die schließlich auch dazu führten, dass die Serie immer uninteressanter wurde. Dennoch ein schönes Beispiel dafür, dass auch von “down under” sehenswerte TV-Produktionen kommen können. Und die deutsche Synchro habe ich ebenfalls recht positiv in Erinnerung. Ich setzte es mal auf meine sentimentale 90er-Jahre-Shopping-Liste, vielleicht lege ich sie mir tatsächlich mal in einem “schwachen Moment” zu ;-)

Auf YouTube gibt’s übrigens einen Mitschnitt aus einer “Where Are They Now”-Reunion-Sendung.

Hier aber stattdessen lieber mal die Anfangsminuten einer “Hey Dad..!”-Episode: