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Upfronts 2010: NBC

Sonntag, 16. Mai, 2010

NBC legte schon mal vor mit einer semi-offiziellen Bekanntgabe des Programmplans für die Season 2010/11. Interessant ist vor allem, dass “Parks & Recreation” (“introducing” Rob Lowe, hehe) erst zur Midseason zurückkehrt und gleichzeitig “30 Rock” aus dem bisher schützenden “Windschatten” von “The Office” genommen wird,. Durch die Full-Hour-Comedy “Love Bites” wird der Donnerstag endgültig (wieder) zum reinen Comedy-Tag bei NBC. “Chuck” bleibt konstant am Montag (vielleicht wäre da ein kleines Experiment gar nicht so verkehrt gewesen), gefolgt von zwei neuen Action-Shows. Die von Conan O’Brien produzierte Cop-Show “Outlaw” wirkt etwas verloren am späten Freitag Abend.

Die von mir auch noch mit Interesse erwartete SciFi-Mystery-Produktion “The Cape” mit Summer Glau startet erst zur Midseason, ebenso wie noch eine ganze Reihe weiterer neuer Produktionen (“Friends With Benefits”, “Perfect Couples”, “Harry’s Law”, “The Paul Reiser Show”).

*New programs in UPPER CASE; all times ET

MONDAY
8-9 p.m. – “Chuck”
9-10 p.m. – “THE EVENT”
10-11 p.m. – “CHASE”

TUESDAY
8-10 p.m. – “The Biggest Loser”
10-11 p.m. – “Parenthood”

WEDNESDAY
8-9 p.m. – “UNDERCOVERS”
9-10 p.m. – “Law & Order: Special Victims Unit”
10-11 p.m. – “LAW & ORDER: LOS ANGELES”

THURSDAY
8- 8:30 p.m. – “Community”
8:30-9 p.m. – “30 Rock”
9-9:30 p.m. – “The Office”
9:30-10 p.m. – “OUTSOURCED”
10-11 p.m. – “LOVE BITES”

FRIDAY
8-9 p.m. – “Who Do You Think You Are?”/”SCHOOL PRIDE”
9-10 p.m. – “Dateline NBC”
10-11 p.m. – “OUTLAW”

SATURDAY
Repeats

SUNDAY
7- 8:15 p.m. — “Football Night in America”
8:15-11:30 p.m. — “NBC Sunday Night Football”

SUNDAY (beginning March 2011)
7-8 p.m. – “Dateline NBC”
8-9 p.m. – “Minute to Win It”
9-11 p.m. – “The Celebrity Apprentice”

Parenthood (2010)

Samstag, 27. März, 2010

Nach vier Episoden ist es wohl mal an der Zeit, der neuen NBC-Dramaserie “Parenthood” ein paar Worte zu widmen. Ursprünglich bereits als NBC-Lebensretter für den vergangenen Herbst geplant, verzögerte sich der Start schließlich in die post-olympische Midseason 2010. Grund dafür war die Krebs-Erkrankung von Maura Tierney (“ER”), die dadurch auch leider aus der Produktion ausscheiden musste und durch die von mir nicht minder geschätzte Lauren Graham (“Gilmore Girls”) ersetzt wurde.

Neben dem erstklassigen Ensemble-Cast mit weiterer TV-Serien-Prominenz wie Peter Krause, Monica Potter, Craig T Nelson und Erika Christensen war es vor allem ein anderer Name, der diese Neuauflage eines 20 Jahre alten Konzeptes zu einem Must-See-Event machte: Jason Katims. Der Autor hatte sein Handwerkszeug bei “My So-Called Life” gelernt, bei “Roswell” und “Boston Public” verfeinert und schließlich mit dem leider kaum wahrgenommenen “Friday Night Lights” sein erstes Meisterstück abgeliefert.

Die Story schien auch besonders gut zu den Stärken Katims’ zu passen: Ein Drama um eine normale amerikanische Multi-Generationen-Familie, mit alltäglichen Geschichten rund um Beziehungen, das Erwachsensein (und -werden) und den Stress (und die Freuden) einer großen, bunten Familie. Als großer Verehrer von Katims’ einzigartig echt wirkenden Porträts der Taylor-Familie in “Friday Night Lights” erwartete ich wohl nicht weniger als das “thirtysomething” unserer Zeit.

Nach den ersten Folgen ist aber noch nicht klar abzusehen, ob die Serie meinen großen Erwartungen gerecht wird. Die Ähnlichkeiten liegen inhaltlich vor allem in der Nähe zu “Brothers & Sisters”, mit einem Touch von “Once & Again” und “Modern Family” — in allen Fällen aber auch keine schlechte Verwandtschaft im TV-Land.

In meinen Augen liefert “Parenthood” im Moment jedoch noch ein etwas uneinheitliches Bild. Viele Charaktere und Storyelemente der Serie sind großartig und erinnern an das authentische Bild von Coach Taylor und seiner FNL-Familie. An erster Stelle sei hier die Familie von Adam Braverman (Peter Krause) genannt, die gerade mit der dramatischen Asberger-Diagnose ihres Sohnes konfrontiert wurde. Die verzweifelt-überforderten Reaktionen des Elternpaars auf die sich allmählich bestätigende Diagnose sind fantastisches und niveauvolles Familiendrama, das auch langsam die Erinnerungen an “Nate Fisher” und “Casey McCall” beim Zuschauer verblassen lässt.

Für kleine Comedy-Auflockerungen darf in der Regel die arbeitslose Sarah Braverman (Lauren Graham) mit ihren beiden Teenager-Kindern Amber und Drew herhalten. Sie ist nach dem Scheitern ihrer Ehe gerade wieder bei ihren Eltern eingezogen und versucht nun wieder auf eigene finanzielle Beine zu kommen, ohne gleichzeitig von ihren pubertierenden Kiddies gelyncht zu werden. Sarah ist leider zur Zeit eigentlich nur “Lorelai Gilmore 2.0″ mit weniger strebsamen Nachwuchs und man erwischt sich recht oft bei der Vorstellung von Maura Tierney in dieser Rolle. Dennoch ist Lauren Graham sicherlich eine exzellente Alternativ-Besetzung für diese ehrgeizige, aber frustrierte Mutter und ich bin gespannt auf ihre weitere Entwicklung.

Auf der anderen Seite gibt es aber leider auch in jeder Folge noch einige “cringe-worthy” Momente, bei denen Katims & Co. wohl auch zu sehr Zugeständnisse an den “Durchschnittszuschauer” in die Serie einflechten mussten. Da fallen vor allem die Plots rund um Julia Braverman-Graham (Erika Christensen) und ihrem Mann Joel (Sam Jaeger) ein. Julia versucht verzweifelt (und für den eventuellen langsamen Zuschauer auch immer schön ausführlich in Dialoge gepackt), die gegensätzlichen Interessen Karrierefrau und Mutter unter einen Hut zu bringen, doch stolpert dabei von einem (u.a. aus “Brothers & Sisters”) vertrauten Soap-Klischee ins nächste.

Und dann ist da der ewige Möchtegern-Junggeselle Crosby (Dax Shepard), der sich immer noch gegen eine Verlobung mit seiner langjährigen Freundin sträubt, aber plötzlich entdeckt, dass er einen fünfjährigen Sohn aus einer früheren Beziehung hat. Es ist bezaubernd anzusehen, wie Crosby allmählich realisiert, dass er reif für eine solche ernste Vater-Rolle ist und auch eine neue Wertschätzung für seine eigenen Eltern aufbringt. Doch seine Weigerung, seiner aktuellen Beinahe-Verlobten von dem Kind zu erzählen, und die daraus folgenden Heimlichkeitsverrenkungen sind wieder altbekannte Seifenoper-Konstrukte.

Dass die Familie ferner zum Ende jeder Folge in trauter Einsamkeit entweder zum Familien-Essen, Ballspiel oder Schwimmen zusammenkommt, ist zwar jedes Mal ein großer emotionaler Moment, wirkt aber schon beim zweiten Mal angesichts der Größe der Familie und der vermutlich vollgepackten Terminpläne zu unrealistisch.

Es ist also noch nicht alles “rund” bei “Parenthood”. Die Show muss sich und ihren Ton erst noch finden und — ganz wichtig — den einzelnen Charakteren mehr Raum zum Atmen und Entwickeln geben. Fünf oder mehr Storyfäden in eine einzelne 42-Minuten-Episode zu packen ist einfach zu viel — aber zu Beginn einer neuen Show mit einem derart großen Ensemble auch ohne Alternative. Vielleicht muss sich die Show auch noch ein wenig mehr von der alten “Parenthood”-Vorlage emanzipieren. Gigantisches Potential liegt auf jeden Fall in jedem einzelnen Aspekt der Show und von meiner “Must-See”-Klassifizierung werde ich auch so schnell nicht abrücken. Ich bin mir sicher, früher oder später werden Episoden kommen, die über die komplette Länge und nicht nur in einzelnen Abschnitten in die “Mind Blowing”-Kategorie fallen.

Ob “Parenthood” zu einem TV-Erfolg und ein wichtiger und langfristiger Grundstein für zukünftige “Quality Programming” von NBC in der 22Uhr-Schiene wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Die Quoten sind mit 7 Millionen Zuschauern und einem 2.8-Rating recht solide, aber erst nächste Woche bekommt sie mit neuen Folgen von “V” und “The Good Wife” wieder ernsthaftere Konkurrenz.

Erster Eindruck IX: White Collar

Freitag, 30. Oktober, 2009

Auf dem kleinen USA Network lief in dieser Woche eine weitere Krimi-Serie an: “White Collar” mit Tim DeKay als engagierter FBI-Ermittler Peter Burke, der sich ausgerechnet den verurteilten “con artist” Neal Caffrey (Matthew Bomer, “Chuck”) als neuen Assistenten aussucht. Gemeinsam versuchen sie anderen “Edel-Gangstern” auf die Schliche zu kommen, die besonders elaborate Raubzüge planen. Es geht also weniger um Mord und Totschlag wie in anderen Krimis, sondern dies ist eher eine Show im Stil von “Hustle”, “Ocean’s Eleven” und “Leverage” — nur eben aus der Sicht der FBI-Agenten. Der “gute” Gangster Neal ist dabei ein überaus smarter und geschickter Typ, der andere Menschen schnell um den kleinen Finger wickeln kann und somit stehen ihm ganz andere Türen offen als dem in seinen Job investierten FBI-Ermittler Burke.

Dennoch konnte die Show in der Pilot-Episode mich nicht so recht überzeugen. Zwar recht nett und unterhaltsam inszeniert, wird es oftmals doch etwas mühselig mit der “suspension of disbelief”, vor allem wenn Neal innerhalb kürzester Zeit an Informationen kommt, die ihm der FBI-Agent mit nur minimalem Misstrauen glaubt und selbst wie ein dummer Schulbub aussieht. Viele Dinge laufen einfach zu glatt, Neal kann sich in kürzester Zeit ins Haus einer reichen Witwe hineinkomplimentieren — und dann sieht man seine Gastgeberin für den Rest der Episode nicht mehr. Das kleine bisschen Arc-Mystery um Neals verschwundene Freundin oder Burkes verzweifelte Suche nach einem Hochzeitstags-Geschenk für seine Ehefrau (Tiffani Thiessen) in der Pilotfolge sind auch nicht unbedingt sonderlich spannend.

Kurz: Ganz nett, aber etwas zu kitschig. Angesichts der niedrigen Produktionskosten aber erstaunlich gut im Vergleich zu den überproduzierten Hochglanzshows auf dem Mutter-Network NBC.

Allmählich drängt sich wohl wirklich die Frage auf, warum NBCUniversal nicht einfach mit der Programm-Kannibalisierung des kleinen Cable-Ablegers USA Network beginnt, um das Portfolio seines Sorgenkinds NBC aufzufrischen. Shows wie Monk, Psych und Burn Notice wären doch angesichts des optimalen Preis-/Leistungsverhältnis eine ideale Ergänzung zu der Low-Cost-Strategie à la “Jay Leno Show”. Und viel schlechter als die aufwändig (und teuer) produzierten Flops mit Namen wie “Trauma” oder “Mercy” würden die sicherlich auch nicht laufen.

Aber dazu wird es nicht kommen, zu groß ist das Risiko, dann am Ende auch noch mit einem ruinierten USA Network dazustehen. Und seit Ben Silverman bei NBC “gegangen wurde”, scheint man bei NBC zwar für diese Season erneut den vierten Platz in der Broadcast-Network-Hierarchie zu akzeptieren. Aber ich glaube, man wird nach dieser Season einen deutlichen Schlussstrich unter die Silverman-Ära ziehen. Die Affiliates sind schon arg mürrisch, weil ihre Einschaltquoten um 23 Uhr zum Teil um ein gutes Viertel zurückgegangen sind und das dürfte Mitte 2010 dann wohl auch das Ende für das Jay-Leno-Experiment bedeuten. “Southland” hat man ja schon in spektakulärer Weise vor dem Start der zweiten Staffel abgesetzt (TNT ist wohl interessiert), “Trauma” bekommt keine weitere Episoden-Order und wird nach 13 Folgen enden. Dafür darf vermutlich “Chuck” bereits im Januar wieder ‘ran und insgesamt 19 Episoden produzieren. Dennoch sind aber jegliche Hoffnungen für eine weitere Staffel von “Chuck” in 2011 deutlich verfrüht. Auch bei “Heroes” deutet vieles auf ein Ende nach dieser Staffel hin.

Anders gesagt: Im Herbst 2010 dürfte bei NBC ein radikaler Neuanfang anstehen. Vielleicht sollte man sich mal ein Beispiel an den Shows auf “USA Network” nehmen.

NBC Upfronts 2009

Dienstag, 19. Mai, 2009

Sagen wir es nochmal alle zusammen: “Chuck” bekommt eine weitere Staffel! Okay, zwar nur 13 Episoden und im schlimmsten Fall auch erst nach den Olympischen Spielen Ende Februar, aber immerhin. Neuer Hauptsponsor wird übrigens “Subway” … da scheint die Aktion der Fans wohl wirklich funktioniert zu haben.

Abgesetzt wurde währenddessen “My Name Is Earl”, aber möglicherweise nehmen sich FOX oder ABC dieser Serie an. Auch “Medium” scheint erstmal der Absetzungs-Schere bei NBC zum Opfer gefallen sein, aber hier zeigte sich CBS in den letzten Stunden bereits sehr interessiert. Man will “Medium” dann eventuell mit “Ghost Whisperer” kombinieren. Da dürfte es in den nächsten Stunden/Tagen weitere Informationen geben.

Neben “Chuck” und “30 Rock” werden auch die neuen Dramen “Day One” und “Mercy” erst im Frühjahr 2010 starten. “Friday Night Lights” gar erst im Sommer 2010 (da hat DirectTV wieder die Erstausstrahlungsrechte).

Ansonsten: Jay Leno, Jay Leno und Jay Leno. Bin mal gespannt, ob diese Rechnung wirklich aufgeht.

NBC FALL 2009 SCHEDULE

*New programs in UPPER CASE

MONDAY
8-9 p.m. “Heroes”
9-10 p.m. – “TRAUMA”
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

TUESDAY
8-10 p.m. “The Biggest Loser” (two-hour edition)
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

WEDNESDAY
8-9 p.m. “PARENTHOOD”
9-10 p.m. “Law & Order: Special Victims Unit”
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

THURSDAY
8- 8:30 p.m. “SNL WEEKEND UPDATE THURSDAY” (multi-episode run)
8:30-9 p.m. “Parks and Recreation”
9- 9:30 p.m. “The Office”
9:30-10 p.m. “COMMUNITY” (moves to Thursdays 8-8:30 p.m. after multi-episode run “30 Rock” returns)
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

FRIDAY
8-9 p.m. “Law & Order”
9-10 p.m. “Southland”
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

SATURDAY
8-9 p.m. “Dateline NBC”
9-10 p.m. “TRAUMA” (encore broadcast)
10-11 p.m. “Law & Order: Special Victims Unit” (encore broadcast)

SUNDAY
7- 8:20 p.m. “Football Night in America”
8:20-11 p.m. “NBC Sunday Night Football”

NBC MID-SEASON 2010 SCHEDULE

(2010 WINTER OLYMPICS preempt regularly scheduled programming from February 12-28)

*New programs in UPPER CASE

MONDAY
8-9 p.m. “Chuck” (season premiere)
9-10 p.m. – “DAY ONE”
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

TUESDAY
8-9:30 p.m. “The Biggest Loser” (90-minute edition) 9:30-10 p.m. “100 QUESTIONS”
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

WEDNESDAY
8-9 p.m. “MERCY”
9-10 p.m. “Law & Order: Special Victims Unit”
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

THURSDAY
8- 8:30 p.m. “COMMUNITY”
8:30-9 p.m. “Parks and Recreation”
9- 9:30 p.m. “The Office”
9:30-10 p.m. “30 Rock”
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

FRIDAY
8-9 p.m. “Law & Order”
9-10 p.m. “Southland”
10-11 p.m. “THE JAY LENO SHOW”

SATURDAY
8-9 p.m. “Dateline NBC”
9-10 p.m. “Southland” (encore broadcast)
10-11 p.m. “Law & Order: Special Victims Unit” (encore broadcast)

SUNDAY
7-8 p.m. “Dateline NBC”
8-9 p.m. THE MARRIAGE REF
9-11 p.m. “The Celebrity Apprentice” (season premiere; two-hour edition)

NBC resigniert: Leno schon ab 22 Uhr

Dienstag, 9. Dezember, 2008

Das könnte eine fundamentale Programmentscheidung und Weichenstellung für die Zukunft des Broadcast-TV darstellen: NBC will den 22-Uhr-Sendeplatz ab der kommenden Season nicht mehr für Serien zur Verfügung stellen, sondern an deren Stelle fünf Tage in der Woche eine neue “alte” Talk-Show mit Jay Leno platzieren.

Leno, dessen Vertrag mit NBC eigentlich Ende 2009 ausgelaufen wäre und der Ende Mai 2009 seine “Tonight Show” an Nachfolger Conan O’Brien abgeben wird, bleibt damit dem Network erhalten und wechselt nicht wie im Vorfeld spekuliert zu ABC oder FOX. Im Grunde soll er wohl um 22 Uhr die gleiche Show machen wie derzeit um 23:35 Uhr.

Doch massive Auswirkungen hat diese Entscheidung (die erst im Laufe des Tages offiziell angekündigt werden soll) vor allem auf die weitere Serienentwicklung bei NBC Universal. Indem man gleich fünf Sendeplätze in der PrimeTime an eine Talkshow freigibt, benötigt man logischerweise auch deutlich weniger neues Serienmaterial für eben jene Zeitschiene. Allerdings hatte NBC in den letzten Jahren um 22 Uhr auch so gut wie keinen Serienhit mehr, “Law & Order” dümpelt so in den Quoten dahin, “ER” wird zum Seasonfinale eingestellt und das diesjährige “My Own Worst Enemy” mit Christian Slater floppte spektakulär. Für NBC deutet sich also im Prinzip ein Win-Win-Szenario an: Einerseits haben sie das Risiko abgewendet, dass Zuschauer-Liebling und NBC-Inventar Jay Leno zur Konkurrenz wechseln könnte. Andererseits ist eine Talkshow um mehrere Größenordnungen günstiger zu produzieren als fünf anspruchsvolle und erfolglose Dramaserien (Berichte gehen von Kosten von $3 Millionen vs. $15 Millionen pro Woche aus). Außerdem wird Leno an 46 Wochen pro Jahr neue Sendungen produzieren, also reduziert dies deutlich den Bedarf für quotenschwache Wiederholungen.

Variety rechnet vor, dass NBC in der nächsten Season nur noch knapp 10 Stunden pro Woche mit Serienmaterial füllen will — ein Großteil davon könnten wiederum Reality-Serien oder Quizshows sein. Schon vor einiger Zeit wurde angekündigt, im 20-Uhr-Sendeplatz nur noch Reality-Formate zu senden (was aber dann doch nicht konsequent eingehalten wurde). Zumindest auf NBC dürften also schwere Zeiten für “scripted shows” anbrechen. Im Gegenzug sieht man aber viele vermeintlich “kleine” Cable-Networks “aufrüsten”, die diese Angebots-Lücke bei den Broadcast-Networks schließen wollen. Dieser Schritt von NBC dürfte also wohl zugleich ein weiterer Indikator für das Ende des klassischen Broadcast-Zeitalters darstellen. Es bleibt vielleicht nur eine Frage der Zeit, bis die anderen Networks mit ähnlichen Sendezeitverkürzungen nachziehen.

Aber spannend wird auch die Frage, wie der Zuschauer auf fast drei Stunden Talk pro Abend reagieren wird (Unterbrochen lediglich um 23 Uhr durch die Local News). Conan, der sich eigentlich als König auf dem “Tonight”-Thron fühlen durfte, ist nun quasi wieder auf der gleichen Position wie zuvor, nur besser bezahlt: Er spielt weiterhin zweite Geige hinter Leno. Noch düsterer sieht es dann aber eventuell für die neue dritte Geige aus: Wer schaut dann eigentlich noch spät in der Nacht “Late Night with Jimmy Fallon“?

NBC Starttermine Herbst 2008

Freitag, 23. Mai, 2008

Montag, 22. September

21:00-23:00 “Heroes” (2-hour season premiere)

Dienstag, 23. September

22:00-23:00 “Law & Order: SVU”

Mittwoch, 24. September

20:00-21:00 “Knight Rider”
22:00-23:00 “Lipstick Jungle”

Donnerstag, 25. September

20:00-21:00 “My Name is Earl” (1-hour season premiere)
21:00-22:00 “The Office” (1-hour season premiere)
22:00-23:00 “ER”

Montag, 29. September

20:00-21:00 “Chuck”
22:00-23:00 “My Own Worst Enemy”

Freitag, 3. Oktober

22:00-23:00 “Life”

Donnerstag, 9. Oktober

21:30-22:00 “Kath & Kim”

Freitag, 17. Oktober

20:00-21:00 “Crusoe”

Donnerstag, 30. Oktober

20:30-21:00 “30 Rock”

Upfronts 2008: NBC kündigt “Office”-Spin-Off an; FNL offiziell verlängert

Mittwoch, 2. April, 2008

Heute präsentierte NBC sein neues Programmschema für die nächsten 52 65(!!) Wochen (dürfte also in realistischen TV-Business-Maßstäben gerechnet etwa 8 Wochen gültig sein).

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Offiziell bestätigt wurde heute die Rückkehr/Verlängerung von “ER”, “Heroes”, “Friday Night Lights”, “The Office”, “My Name is Earl”, “30 Rock”, “Law & Order”, “Law & Order: Special Victims Unit”, “Medium”, “Chuck”, “Life” sowie “Lipstick Jungle”.

Ja, da fehlt “Scrubs” … hallo ABC :-)

Friday Night Lights” wurde zunächst für lediglich 13 Episoden verlängert, die werden aber  erst auf DirectTV ab 1. Oktober 2008 und dann etwa Anfang 2009 auf NBC ausgestrahlt.

Neue geplante Serien sind unter anderem ein Projekt mit Christian Slater mit dem Titel “My Own Worst Enemy” (seine erste TV-Serie) sowie erwartungsgemäß das Remake von “Knight Rider“, dessen Pilotfilm vor einigen Monaten recht erfolgreich war (bezogen auf die Quoten, nicht den Anspruch). Bin mal gespannt wie lange letztere durchhält. “The Philanthropist” (hurra for spellchecking) ist eine neue Show von Tom Fontana (“Oz”) und Barry Levinson um einen Mann, der seine Reichtümer nutzt, um Gutes zu tun. Außerdem plant NBC eine Serie namens “Crusoe” (genau, Robinson ist sein Vorname und Freitag sein Sendeplatz, harhar) sowie die Comedy “Kath & Kim” von Paul Feig (“Freaks and Geeks”) mit Molly Shannon und Selma Blair als eine Art Anti-”Gilmore Girls” (basierend auf einer Australischen TV-Serie).

Ferner plane man zwei Serien für History-Fans: Eine spielt im Mittelalter (“Merlin“, mit Anthony Stewart Head)  und eine zweite namens “Kings” (mit Ian McShane) soll grob auf dem Leben von König David basieren.

Die größte (und einzige, somit also relativ) Überraschung kommt jedoch von der US-Kopie einer britischen TV-Serie: “The Office” bekommt ein kleines Geschwisterchen — oder neudeutsch: Spin-Off.  Worum es in der Show gehen wird und ob jemand von dem Original-Cast in die neue Show wechselt, ist zumindest im Moment noch unklar. Offenbar hat auch NBC derzeit noch keine Details parat. NBC ist dieses … ehm, nächstes Jahr (2009) turnusgemäß an der Reihe mit der Ausstrahlung des Superbowls und will den kostbarsten Platz im amerikanischen Programmplan (den Post-Superbowl-Sendeplatz) zum Start der “Office”-Spin-Off-Serie nutzen. Das bedeutet aber nicht, dass das Mutterschiff “The Office” kürzer treten muss: Für den September sind erneut Episoden mit doppelter Laufzeit geplant.

Auch “Saturday Night Live” bekommt eine Spin-Off-Show, allerdings zunächst nur drei “Specials” im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen, jeweils donnerstags im Comedy-Lineup (“ER” bleibt das einzige Drama an diesem Tag).

Erstaunlich ist, wieviel Hoffnung NBC noch in “Heroes” setzt:  Sowohl “My Own Worst Enemy” als auch “The Philanthropist” sollen in dem Lead-Out-Timeslot hinter “Heroes” gestartet werden.

Auch online wird neues Material geliefert:  “Heroes”, “Chuck”, “The Office” sowie “30 Rock” werden im Herbst neue exklusive “Webisodes” produzieren.

Hier die neuen Sendepläne aus der Pressemitteilung (Neue Serien in Großbuchstaben):

HERBST 2008 – 09

MONDAY

8 – 9 p.m.: “Chuck”
9 – 10 p.m.: “Heroes”
10 – 11 p.m.: “MY OWN WORST ENEMY”

TUESDAY

8 – 9:30 p.m. “The Biggest Loser: Families”
9:30 – 10 p.m. “KATH & KIM”
10 – 11 p.m.: “Law & Order: Special Victims Unit”

WEDNESDAY

8 – 9 p.m.: “KNIGHT RIDER”
9 – 10 p.m.: “Deal or No Deal”
10 – 11 p.m.: “Lipstick Jungle”

THURSDAY

8 – 8:30 p.m. “My Name Is Earl”
8:30 – 9 p.m. “30 Rock”
9 – 9:30 p.m. “The Office”
9:30 – 10 p.m. “The Office”/ “SNL THURSDAY NIGHT LIVE”
10 – 11 p.m.: “ER”

FRIDAY

8 – 9 p.m.: “CRUSOE”
9 – 10 p.m.: “Deal or No Deal”
10 – 11 p.m.: “Life”

SATURDAY

8 – 9 p.m.: “Dateline NBC”
9 – 10 p.m.: “KNIGHT RIDER” (Encores)
10 – 11 p.m.: “Law & Order: Special Victims Unit” (Encores)

SUNDAY

7 – 8:20 p.m.: “Football Night in America”
8:20 – 11 p.m.: “NBC Sunday Night Football”

WINTER 2009 (also wohl The Season Formerly Known As Midseason)

MONDAY

8 – 9 p.m . “Chuck”
9 – 10 p.m.: “Heroes”
10 – 11 p.m.: “THE PHILANTHROPIST”

TUESDAY

8 – 9:30 p.m. “The Biggest Loser: Couples”
9:30 – 10 p.m. “KATH & KIM”
10 – 11 p.m.: “Law & Order: Special Victims Unit”

WEDNESDAY

8 – 9 p.m.: “KNIGHT RIDER”
9 – 10 p.m.: “Deal or No Deal”
10 – 11 p.m.: “Law & Order”

THURSDAY

8 – 8:30 p.m. “My Name Is Earl”
8:30 – 9 p.m. “30 Rock”
9 – 9:30 p.m. “The Office”
9:30 – 10 p.m. “THE OFFICE SPINOFF”
10 – 11 p.m.: “ER”/”The Celebrity Apprentice”

FRIDAY

8 – 9 p.m.: “Deal or No Deal”
9 – 10 p.m.: “Friday Night Lights”
10 – 11 p.m.: “Life”

SATURDAY

8 – 9 p.m.: “Dateline NBC”
9 – 10 p.m.: “Law & Order: Special Victims Unit” (Encores)
10 – 11 p.m.: “Law & Order” (Encores)
SUNDAY

7 – 8 p.m. Specials/”Dateline NBC”
8 – 9 p.m.: Specials/”MERLIN”
9 – 10 p.m.: Specials/”Medium”
10 – 11 p.m.: Specials/”KINGS”

SOMMER 2009

MONDAY (January)  <– fragt mich nicht, wo das herkommt…

8 – 9 p.m.: “American Gladiators”
9 – 10 p.m.: “AMERICA’S TOUGHEST JOBS”
10 – 11 p.m.: “Dateline NBC”

TUESDAY

8 – 9 p.m.: Most Outrageous Moments
9 – 10 p.m.: “America’s Got Talent”
10 – 11 p.m.: “Law & Order: Special Victims Unit” (Encores)

WEDNESDAY

8 – 9 p.m.: “SHARK TAGGERS”
9 – 10 p.m.: “America’s Got Talent” (Results Show)
10 – 11 p.m.: “Law & Order” (Encores)

THURSDAY

8 – 8:30 p.m. “The Office”
8:30 – 9 p.m. “THE OFFICE SPINOFF”
9 – 10 p.m.: “Last Comic Standing”
10 – 11 p.m.: “THE LISTENER”

FRIDAY

8 – 9 p.m.: “CHOPPING BLOCK”
9 – 11 p.m.: “Dateline NBC”

SATURDAY

8 – 9 p.m.: Drama Encores
9 – 10 p.m.: Drama Encores
10 – 11 p.m.: Drama Encores

SUNDAY

7 – 8 p.m.: “Dateline NBC”
8 – 9 p.m.: “Monk”
9 – 10 p.m.: “Nashville Star”
10 – 11 p.m.: “KINGS” (Encores)

Der Vollständigkeit halber: “The Chopping Block” ist eine Kochshow,  “The Listener” eine Drama-Serie aus Kanada und “Shark Taggers” eine Reality-Show.

Upfronts 2008: NBC hat’s eilig

Dienstag, 25. März, 2008

Bereits nächste Woche will das “fourth place network” NBC den Programmplan für die Season 2008/09 bekanntgeben und gleichzeitig den Startschuss für das “neue” 52-Wochen-Programm geben.

Dass NBC dieses Jahr keine übliche Upfronts-Präsentation veranstalten würde, war ja bereits länger bekannt, aber nun will das Network dem jahrzehntealten und gewohnten TV-Vermarktungsrythmus wohl den endgültigen Todesstoß versetzen (naja, möchte es zumindest — die anderen Networks werden da auch noch ein gewichtiges Wörtchen mitreden wollen). Lediglich eine Pressekonferenz wird den Rahmen für die Veröffentlichung des NBC 2008/09-Sendeplans bilden — und das bereits sechs Wochen vor den Upfronts-Veranstaltungen der Konkurrenz. Dann dürfte endlich auch offiziell die Verlängerung von “Friday Night Lights” bekanntgegeben werden — auf dem Paley-Festival letzte Woche hatte Showrunner Jason Katims bereits angedeutet, dass innerhalb von 14 Tagen eine entsprechende Ankündigung erfolgen würde.

Ebenfalls dürfte somit bereits nächste Woche geklärt werden, ob “Scrubs” nächstes Jahr bei NBC oder ABC zu sehen sein wird. Auch “Medium” und “Lipstick Jungle” warten wohl noch auf ein Verdikt. “Heroes”, “Chuck”, “ER” und “Life” wurden ja bereits verlängert — das Ende von “Journeyman”, “Bionic Woman” und “Las Vegas” steht hingegen schon fest.

Kevin Reilly bei NBC gefeuert?

Montag, 28. Mai, 2007

Schon seit Freitag gab es heftige Gerüchte um einen baldigen Abschied von NBC Entertainment Chef Kevin Reilly, doch die wurden über das Wochenende von NBC Universal heftig dementiert. Nun scheint die Sache doch so gut wie sicher zu sein, Reilly muss laut Deadline Hollywood endgültig seinen Hut nehmen — man fand wohl inzwischen eine Möglichkeit, den neuen Vertrag, den er erst vor wenigen Monaten erhalten hatte, aufzulösen. An seine Stelle tritt Ben Silverman, der bisherige Chef des erfolgreichen Produktionsstudios Reveille, das unter anderem für “The Office” und “Ugly Betty” verantwortlich ist. Silverman wird aber vermutlich nach aktuellem Gerüchte-Stand nicht die gleiche Position im Unternehmen wie Reilly einnehmen, sondern soll deutlich größeren Einfluß auf das Network ausüben können.

Die Entscheidung von NBC-Universal-Chef Zucker gegen Reilly war wohl am Ende unausweichlich, auch wenn er bis vor kurzem in Interviews die Position Reillys immer wieder ausdrücklich stärkte und ihm auch zusätzlichen finanziellen Spielraum einräumte. Doch Mega-Flops wie “Studio 60″ und “The Black Donnellys” sowie die Tatsache, dass NBC erneut nur den vierten Platz in der Quotenrangliste der Season 06/07 einfuhr, sprachen gegen Reilly.

Serienfans haben zumindest leisen Grund zur Beunruhigung. War es doch Reilly, der zu “Friday Night Lights” hielt, “30 Rock” und “Scrubs” verlängerte und “The Office” auf den Bildschirm brachte. Er schaute also nicht nur auf die Quoten, sondern bewertete die Rolle des “critical acclaim” höher als manch andere Manager in seiner Position. Sogar CBS schaute teilweise schon etwas “neidisch” herüber, CBS hat zwar all die Quoten, aber keinen “Buzz” (was man mit dem diesjährigen Line-Up wohl eindeutig ändern will). Nun bleibt abzuwarten, wie Silverman mit diesen “Altlasten” seines Vorgängers umgeht. Die Upfronts sind bereits gelaufen, die Serien geordert und das Herbstprogramm festgelegt — allzu große Veränderung kann Silverman da nun nicht mehr durchführen, um die Werbekunden nicht zu verunsichern. In wenigen Wochen beginnt wieder der endlose Pilot-Zyklus für die TV-Season 2008/09, erst da kann er dem Network endgültig seinen Stempel aufdrücken.

Upfronts 2007: NBC

Montag, 14. Mai, 2007

Tja, im Grunde gab es dann gegenüber den zuvor durchgesickerten Gerüchten keine großen Überraschungen mehr. Heroes bleibt auf Montag, “Bionic Woman” kommt nicht erst zur Midseason, sondern bereits im Herbst und “Medium” wandert auf den Sonntag. “Friday Night Lights” wechselt wie erwartet auf den Freitag-Abend.

Interessant ist auch, dass zum ersten Mal seit Jahren bei NBC im Herbst keine einzige neue Comedy-Serie startet, “The I.T. Crowd” kommt wohl erst zur Midseason (“Scrubs”-Sendeplatz?).

Details gibt es im Wiki.

Die Pressemeldung von NBC in ihrer ganzen Schönheit…

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NBC: Alle drei “Law & Order”-Serien werden fortgeführt

Sonntag, 13. Mai, 2007

“Special Victims Unit” wurde ja bereits vor einiger Zeit verlängert, nun folgten trotz vorheriger Gerüchte um mögliche Absetzungen auch die Pickups für “Criminal Intent” und das “Mutterschiff” “Law & Order”. Alle drei Serien bekamen jeweils grünes Licht für eine volle weitere Staffel von 22 Episoden und alle drei Serien werden bei NBC zu sehen sein.

Eine Besonderheit gibt es allerdings doch: Die Erstausstrahlung neuer Episoden von “Law & Order: Criminal Intent” wird nicht mehr bei NBC stattfinden, sondern bei der NBC-Universal-Konzernschwester “USA Network”. Jenes Cable-Network strahlte bisher schon regelmäßig die Wiederholungen von “Criminal Intent” aus — nun wird der Deal quasi “umgedreht”: USA zeigt die Erstausstrahlung und NBC erhält Wiederholungen. Das ist durchaus ungewöhnlich, insbesondere falls die Episoden von “Criminal Intent” weiterhin in der PrimeTime von NBC zu sehen sein werden.

Aber NBC Universal-Chef Jeff Zucker verfolgt damit noch einen anderen Plan: Er will mittelfristig “USA Network” zu einem “richtigen” Broadcast-Network ausbauen.

“It propels USA into a new stratosphere above where they already were, and into the big leagues with ABC, NBC, CBS and Fox. It starts to make USA the fifth major network.”

Gemerkt? TheCW wird schon gar nicht mehr als ernstzunehmender Gegner erwähnt ;-)

Die Diskussionen um eine “Abschiebung” von “Law & Order” an den Cable-Konkurrenten TNT hat sich damit auch erledigt und die Show wird somit in der Season 2007/08 in ihre 18. Staffel gehen. Ob sich NBC allerdings damit einen Gefallen tut, für das Dreigestirn weiterhin Sendeplätze vorzuhalten, bleibt fraglich. Die Quoten hätten sicherlich auch eine andere Entscheidung zugelassen. Immerhin dürfte das Network die Preise für die Show erneut gedrückt haben und Dick Wolf muss die Krimiserie nun noch billiger produzieren. Für ihn dürfte sich der Deal aber sicherlich lohnen. Seit September 1990 ist “Law & Order” bereits auf Sendung und mit knapp  400 Episoden ein wertvolles Syndication-Schwergewicht.

18 weitere Episoden für “Scrubs”? Und mehr Upfront-Quickies

Freitag, 11. Mai, 2007

Und der Pre-Upfronts-Stress geht weiter:

- NBC hat semi-offiziell “Lipstick Jungle” für die neue Season bestellt.

- Außerdem hat NBC laut Ausiello nun wohl doch etwas Geld für eine weitere Staffel von “Scrubs” aufgetrieben, wenn auch nur 18 Episoden. Damit muss die Show nun doch nicht zu ABC wechseln.

- Laut der New York Times wird “Studio 60″, “The Black Donnellys” (beides keine Überraschung) sowie “Crossing Jordan” abgesetzt. Allerdings behauptet der Artikel auch noch, dass “Scrubs” zu ABC wechseln würde.

- “The Office” soll laut Kristin nächstes Jahr 24 Episoden lang sein, davon werden vier Episoden eine Nettolaufzeit von 40 Minuten (brutto also einstündig) haben.

- Nach den erneut desaströsen Quoten vom Dienstag (auch bedingt durch die Sonderberichterstattung zu den Bränden in Los Angeles) scheint “Veronica Mars” (auch in der FBI-Version) wieder so gut wie abgesetzt zu sein. Das ändert sich aber momentan wohl stündlich.

- CBS wird wohl “Rules of Engagement” und “Old Christine” verlängern. Noch kein Wort zu HIMYM.

- Und “Battlestar Galactica” wird wohl wirklich nach der vierten Staffel enden. Ebenfalls keine große Überraschung.

- Ferner ist ein erstes vages Gerücht aufgetaucht, wonach CW-Chefin Dawn Ostroff durch CBS-Paramount-TV-Chef David Stapf abgelöst werden soll.

- Und noch ein Link zum interessanten “Buzz-Index” vom futoncritic, der die Stimmung in der Gerüchteküche recht übersichtlich zusammenfasst.

“The Office” zukünftig einstündig?

Freitag, 4. Mai, 2007

Das war jedenfalls zu lesen im letzten Absatz eines Fortune-Artikels über NBC Universal Chef Jeff Zucker (via tvtattle). Der Artikel wäre übrigens auch ohne den Bezug zu den Upfronts recht lesenswert, er gibt einen interessanten Einblick in den persönlichen (Leidens-)Weg von Zucker über die letzten Dekaden. Der Mann hat nicht nur eine bemerkenswerte Karriere vorzuweisen, sondern auch bereits eine umfangreiche Krankheitsgeschichte. Umso eindrucksvoller ist sein Durchhaltewille und die Tatsache, dass er es immer noch schafft, Karriere und Familie unter einen Hut zu bringen.

Aber zurück zu den NBC-Upfronts. Zucker wurde auch zu Kevin Reilly befragt, der momentan Chef der NBC Entertainment Gruppe ist und somit verantwortlich für das aktuelle (und zukünftige) Programm des Networks — und muss somit auch für die kostspieligen Flops “Donnellys”, “Kidnapped” und “Studio 60″ den Kopf hinhalten. Doch Zucker stärkt (noch?) den Rücken des Entertainment Chefs und räumt ein, dass er Reilly diesen finanziellen Spielraum zugestanden habe, um die Situation von NBC zu verbessern. Bisher halt ohne Effekt.

Am 14. Mai wird NBC den Reigen der Upfront-Präsentationen der “großen” Networks eröffnen und zumindest Zucker geht davon aus, dass Reilly fünf neue Shows vorstellt: drei Dramen, eine Comedy und eine Reality-Serie. Gegenwärtig erwäge man unter anderem das originale “Law & Order” abzusetzen und “The Office” auf eine volle Stunde zu strecken.

Der Teil mit der möglichen Absetzung von “Law & Order” geistert ja schon länger durch die Gerüchteküche, aber die “Verlängerung” von “The Office” ist ein neuer Ansatz. Als Zucker selbst noch Entertainment Chef war, hatte er ja die Idee zu den “Supersized”-Episoden von Comedy-Serien, die zu Sweeps-Zeiten ausnahmsweise 10 Minuten länger laufen (gerade diese Woche wieder geschehen). Wer die “Office”-DVDs hat, kennt die Menge an zusätzlichen Materialen, die für jede Episode gedreht werden, aber dann vor allem aus Zeitgründen nicht den Weg in die Folgen finden. In der Regel sind das so um die 10 Minuten extra. Die Nettolaufzeit von Half-Hour-Serien beträgt derzeit knapp 21 Minuten, Full-Hour-Shows kommen auf ca. 41 Minuten.

Aber ich habe so meine Zweifel, ob eine doppelt so lange “Office”-Comedy auf Dauer funktionieren würde. Zumindest sehe ich dieses Vorhaben skeptisch. Ich habe mir zwar schon öfters gewünscht, dass eine “Office” oder “30 Rock”-Episode etwas länger laufen würde, aber jedesmal? Hm. Man hätte das vielleicht schon gleich zu Beginn der zweiten oder dritten Staffel machen müssen … aber erst bei Staffel vier, wo im Allgemeinen das Material schon langsam dünn wird? Gab es das überhaupt schon mal, eine reguläre Full-Hour-Comedy? Die Grenzen zu den so genannten “Dramedies” sind ja fließend, aber “The Office” gehört doch noch recht deutlich in die “Comedy”-Schublade — bestenfalls mit leisen Drama-Tönen (Jim/Pam und wenn Michaels Aktionen eher seine Unbeholfenheit und mangelnden sozialen Kompetenzen offenbaren).

Warten wir also mal ab, die finale Entscheidung dürfte noch nicht gefallen sein. Es zeigt aber, dass NBC konsequent nach neuen Wegen sucht. Und will jemand spekulieren, welches diese eine neue Comedy ist, die im Herbst starten wird? (Nur eine? Bleibt es also beim einzigen Comedy-Abend am Donnerstag?)

Das ist das Ende von NBC!!!!111!

Mittwoch, 18. April, 2007

Okay, ich habe vielleicht etwas viel heise-Ticker in den letzten Jahren gelesen, daher diese überspitzte Schlagzeile. Aber NBC, das Network, das noch vor knapp einem Jahrzehnt mit Serien wie “Frasier”, “Friends”, “West Wing” und “ER” den anderen Networks das Fürchten lehrte, ist anno 2007 nur noch ein Schatten seines früheren Selbst. Nicht erst seit dieser Season, das zeichnet sich schon länger ab. Doch in den letzten Tagen wurde es besonders offensichtlich: NBC fuhr gleich mehrmals in verschiedenen Kategorien seine schlechtesten Quoten seit Beginn der modernen Quotenmessung in den späten 80ern ein.

So war der letzte Donnerstag der zuschauerschwächste Donnerstag des Senders – My Name is Earl, The Office, 30 Rock, Scrubs und ER fuhren gerade mal im Schnitt 7,1 Millionen Zuschauer ein. Das ist Universen von den legendären “Must See”-Donnerstagen entfernt, die unter anderem dank Legenden wie “Friends“, “Seinfeld”, “Cheers” und “The Cosby Show” oftmals die 20-Millionen-Zuschauer-Grenze überschritten.

Und in Konsequenz fiel dann auch die Statistik für die komplette vergangene Woche für NBC rekordverdächtig schlecht aus: Im Schnitt kam das Network nur auf 6,8 Millionen Zuschauer. Seit Beginn der Quotenmessung hatte NBC noch nie einen so schlechten Zuschauerschnitt im Verlaufe einer Woche.

Die Gründe sind bekannt: Das Comedy-LineUp kommt zwar bei TV-Kritikern gut an, aber es fehlt der große Massenerfolg wie zu “Cosby”-Zeiten. Dienstags und Mittwochs leidet NBC wie die anderen Networks auch unter der Last des alles erdrückenden “American Idol”-Monsters, das FOX auch dieses Jahr wieder an die Spitze der Quotenhitliste spülen wird. Das “Law & Order”-Franchise bröckelt seit Jahren und es zeichnet sich ab, dass bei den diesjährigen Upfronts eine der L&O-Shows gehen muss. Auch Oldtimer “ER” rangiert nur noch unter “Ferner Liefen”. Und die  Drama-Newcomer-Season war trotz großer Hoffnungen bei den Upfronts 2006 ein klares Debakel. “Studio 60″, “The Black Donnellys” und “Friday Night Lights” waren bestenfalls bei den TV-Kritikern erfolgreich, aber nicht bei der breiten Zuschauermasse. Die Comedy “The Singles Table” kam erst gar nicht mehr zum Start, lediglich das SciFi-Drama “Heroes” hat sich  zu einem formidablen Hit entwickelt.

So darf man um so mehr gespannt sein, was NBC bei den diesjährigen Upfronts präsentieren wird. “The Bionic Woman”, “Fort Pit” (wohl ein Drama um Cops in NY), “Winters” (Krimi-Drama um zwei ungleiche Cops mit Famke Janssen) und “Lipstick Jungle” (basierend auf einer Literaturvorlage um Power-Frauen in New York, mit Brooke Shields) könnten mit dabei sein. Ich bin ferner mal gespannt, ob sie mit “The IT-Crowd” wirklich nochmal ein britisches Comedy-Format importieren wollen.

Kaum sind die Sweeps vorbei…

Donnerstag, 30. November, 2006

mak hat in Bezug auf die hohen Quoten von “Veronica Mars” einen Kommentar gepostet, den ich mal hier zitiere:

Kann es nicht eher sein das da was an der Quotenmessung gedreht würde? Da die anderen CW-Serien ja auch plötzlich bessere Quoten zu haben scheinen…

Ich glaube es war die zweite Woche ohne die Dienstags-Ausgabe von “Dancing With the Stars”, daher die “Umverteilung”. Und das CW scheint diese Woche allgemein von dem bereits einsetzenden “Winterschlaf” der anderen Networks zu profitieren — was mich zum Thema dieses Blogeintrags bringt: ABC hat mit “Show Me the Money” und “Day Break” sowie CBS mit “3lbs” ein paar hübsche Mega-Flops. Das CW scheint die Winterpause hingegen bei einigen Shows hinauszögern zu wollen — zumindest die “Gilmore Girls” werden in dieser “Winterseason” soviele Episoden gezeigt haben wie noch nie vor dem Jahreswechsel: Satte zwölf Folgen (wenn die Daten bei EPguides.com stimmen) und alle “in-a-row”.

CBS hat bei “3lbs” ja jetzt sogar schon nach nur drei Wochen den Stecker gezogen… wie bei “Smith” zu Beginn der Season. Wenn ich also mal kürzlich von der wiederentdeckten Geduld der Networks geschrieben habe, dann muss man CBS wohl ausklammern. Nicht dass ich ‘was dagegen habe, “3lbs” war mau. Man könnte ja denken, dass CBS sich sowas leisten kann, aber haben die überhaupt noch etwas in der Midseason-Pipeline?

Aber warum ABCs “Day Break” so extrem floppt (gerade mal 4+ Millionen Zuschauer), ist mir unerklärlich. Ich habe zwar Episode 4 noch nicht gesehen, aber bisher fand ich die Show eigentlich recht interessant.

Und schließlich noch ein Wort zum neuen NBC-Programmplan. Allmählich wird wohl deutlich, dass Sorkin in seinem “Studio 60“-Vertrag wohl auch eine Klausel stehen haben muss, die ein Verschieben von “Studio 60″ auf einen anderen Sendeplatz ausschließt. NBC wirft zwar das halbe Programm durcheinander (u.a. “Friday Night Lights” nun mittwochs), aber “Studio 60″ bleibt in seinem Timeslot hinter “Heroes” — zumindest bis Ende Februar 2007.

“It’s reached a level (in the ratings) that’s acceptable”

Naja, wenn NBCs “scheduling chef” das sagt, wird’s wohl stimmen…

Weitaus logischer ist da der ebenfalls nun offiziell angekündigte Ersatz für “Studio 60″ ab März 2007: “The Black Donnellys” soll von den sehr guten Quoten von “Heroes” hoffentlich besser profitieren und den 22Uhr-Slot übernehmen. In dem Zusammenhang macht es dann auch mehr Sinn, dass “Medium” nicht wie von einigen gewünscht hinter “Heroes” landet.

Die Comedies “The Singles Table” und “Andy Barker, P.I.” werden nicht im neuen Plan erwähnt und müssen wohl noch länger auf die Ausstrahlung warten müssen — auf der anderen Seite: Gute Comedies hat NBC ja derzeit auch genug, wenn auch alle an einem Abend ;-)

Oh, und schließlich auch noch ‘was zu ABCs neuer vermeintlicher “Comedy” “Big Day“: Was’n Schrott. Das wird ein harter Winter für ABC…

Die Rückkehr der 7-Millionen-Dollar-Frau

Dienstag, 10. Oktober, 2006

Zuerst mag man ja lachen, wenn man hört, dass NBC für die kommende Season 2007/08 das “Bionic Woman“-Konzept aus den 70er Jahren wiederbeleben will. Ich hatte mich jedenfalls erstmal amüsiert und gleich wieder den typischen Special-Effect-Sound im Ohr (Oder gab’s den nur beim “Six Million Dollar Man”?). Aber dann las ich, wer der Verantwortliche für das neue Projekt sein soll: David Eick. Das ist der Mann, der gemeinsam mit Ronald D. Moore das ehemals kitschige “Battlestar Galactica”-Konzept zu einem der größten Dramahits wiederbelebte/neu erfand.

Genauso soll es nun auch mit der “Bionic Woman” ablaufen:

the new series will be “a complete reconceptualization of the title. We’re using the title as a starting point, and that’s all.”

Da bin ich ja mal gespannt. Nachdem “Heroes” sich langsam zu einem der (wenigen) Newcomer-Hits der Season mausert, zeigt sich, dass die Ära der Science-Fiction-Serien auch nach dem letztjährigen Threshold-Surface-Invasion-Overkill-Flop keineswegs vorbei ist.

Studio 60 Quoten

Dienstag, 19. September, 2006

Naja, die Quoten für die am meisten gehypte Premiere dieses Jahres waren zwar gut, aber nicht überragend (8.7/15 bei allen Haushalten, 5.0 in der Zielgruppe). CSI:Miami dominiert den Timeslot auch weiterhin — und das auch recht klar: 11.3/18 bzw. 5.7. “Studio 60″ hat somit nur wenig mehr als “Medium” letztes Jahr und ich hätte ehrlichgesagt zumindest bei der Premiere deutlich mehr erwartet, vielleicht gar den Timeslot-Gewinn. Schließlich hatte das Lead-In “Deal or No Deal” ja sehr gute Quoten. Aber nun heisst es eh erst mal abwarten: Premiere-Quoten sagen so gut wie nichts aus.

Der erste offizielle Sendetag des CW startete übrigens mit einem 1.4/2 Share — das bedeutete ein weit abgeschlagener fünfter Platz. Es lief aber eh nur eine Wiederholung von “7th Heaven”.

Die kompletten Zahlen wie üblich beim Futoncritic.

Update: “Studio 60″ erreichte im Schnitt 13,7 Millionen Zuschauer (CSI:Miami: 17,6 Millionen), verlor aber in der zweiten halben Stunde fast 15% der Zuschauer.

Kidnapped

Mittwoch, 9. August, 2006

Inhalt in einem Satz: Der Sohn einer vermögenden Familie wurde auf dem Schulweg trotz intensiver Bodyguard-Bewachung entführt und nun versuchen FBI und ein privater Ermittler den Kidnappern auf die Spur zu kommen. Drama, NBC.

kidnappedQuick-Preview: Ein solides Krimi-Drama mit Season-Arc. Ich habe echt nix zu meckern. Das sollte man wohl rot im Kalender anstreichen.

“Kidnapped” ist sicherlich keine Jahrhundertshow, die das Genre revolutionieren wird. Aber sie weiß, was ihre “Aufgabe” ist und macht ihren Job gut: Sie liefert spannende Unterhaltung mit interessanten Charakteren. Man sollte allerdings ein Freund solcher Season-Arcs sein und die möglichen Risiken (sprich: vorzeitige Absetzung) abwägen. Sofern die folgenden Episoden aber nicht dramatisch in der Spannung nachlassen, sollte die Show eine komplette Staffel wohl schaffen. Wenn nicht ausgerechnet “Kidnapped” diejenige Show ist, die beim Zuschauer den lange erwarteten Krimi-Übersättigungseffekt auslöst.

Alleine schon Jeremy Sisto (“Six Feet Under”) als grantiger Einzelgänger und Privat-Ermittler macht die Serie interessant, auch wenn eigentlich Oscar-Gewinner Timothy Hutton (“Ordinary People”) das Zugpferd der Show ist. Delroy Lindo (“The Core”) gibt den klassischen TV-Serien-FBI-Ermittler, der ein alter Fuchs seines Metiers ist und alle Kniffe kennt, die sein Greenhorn-Vorgesetzer erst noch lernen muss.

Hinter der Kamera steht übrigens unter anderem “Angel”-Alumni David Greenwalt.

Man ahnt aber schon, dass im Laufe der Staffel(n) so ziemlich alle Charaktere wohl das ein oder andere “düstere Geheimnis”(TM) hervorbringen werden — da wird in manchen Szenen schon überdeutlich auf Ungereimtheiten in der Vergangenheit der Charaktere hingewiesen.

Fazit: Vor allem exzellente Darsteller und ein routiniertes Script garniert mit wohl dosierten Portionen Action, Spannung und Drama machen zumindest die Pilot-Episode von “Kidnapped” zu einem Must-See nicht nur für “24″-Fans. Danach stellt sich aber die Frage, ob die Scripte im Serien-Alltag die Spannung halten können.

The Singles Table

Montag, 31. Juli, 2006

Inhalt in einem Satz: Am Rande einer Hochzeitsfeier lernen sich fünf Singles kennen. NBC Half-Hour Comedy, Midseason.

singlestable.jpg

Quick-Preview: Ich versuche ja immer, möglich unvoreingenommen an eine neue Show heranzugehen. Das gelingt nicht immer — so auch bei “The Singles Table”. Ich hatte noch die grobe Tagline im Kopf: Irgendwas mit jungen Leuten, die sich während einer Hochzeit kennenlernen. Das klang — milde gesagt — nicht sonderlich berauschend.

Aber ich muß zugeben: Ich wurde eines besseren belehrt. 22 Minuten beste Unterhaltung, einfach ein wunderbarer und lockerer Zeitvertreib. Und zum Schluß war ich einzig darüber enttäuscht, dass die Serie erst 2007 starten wird.

Die Begündung für den hohen Unterhaltungswert dieser Comedy lässt sich mit zwei Worten zusammenfassen: John Cho. Der Mann ist schlichtweg der helle Wahnsinn — he just rocks the show. Er hat eine einnehmende physische Onscreen-Präsenz, alleine schon seine hyperaktive Mimik und Gestik reichen für den ein oder anderen Lacher — ohne jedoch allzu tief in primitive Slapstick-Comedy abtauchen zu müssen. Er macht im Grunde da weiter, wo er mit “Harold & Kumar go to White Castle” und “Kitchen Confidential” aufhörte. Dazu kommt die herrlich bissige Rhea Seehorn, die auch der einzige Grund war, warum ich seinerzeit über die Absetzung von “I’m With Her” so sauer war. Die anderen drei Darsteller sind im Vergleich dazu etwas blass, aber sie sollen auch eher ruhige Elemente in die Show bringen und bilden somit den Gegenpol zu den gnadenlos überdrehten Rhea und John. Auch wenn ich “überdreht” schreibe, so sind sie immer noch ein gutes Stückchen von “sinnlos behämmert” entfernt — die Mischung stimmt einfach.

Natürlich profitieren alle auch von dem erstklassigen Script, das aus den fähigen Händen stammt, die auch schon für “Scrubs”, “Ed”, “Grounded for Life” und “3rd rock from the sun” den Stift schwangen. Genau in dieser etwas unkonventionellen Tradition steht auch “The Singles Table”. Diese Show schreit geradezu danach, das für den typischen NBC-Zuschauer etwas “zugänglichere” Lead-In für “Scrubs” zu werden. Zwar ist “The Singles Table” nicht so schräg wie “Scrubs”, aber die beiden Shows würden sich in ihrer Anti-Sitcom Strategie einfach herrlich ergänzen.

Fazit: “The Singles Table” ist sicherlich kein tiefschürfendes Drama, welches das Leben eines Zuschauers nachhaltig ändern wird — aber es ist genau das, was es sein soll: Eine unterhaltsame Comedy. Frech, frisch und unkonventionell mit einem brillianten John Cho. Eine sympathische und moderne thirtysomething-Comedy, die von der ersten Minute an begeistert — und das ohne Laughtrack. “The Class” sollte hier mal nachsitzen: Das ist eine Lektion wie man im Jahre 2006 Comedy macht. Jetzt hoffe ich nur noch, dass die nachfolgenden Episoden da auch mithalten können und sich der Cho/Seehorn-Faktor nicht zu schnell abnutzt oder nervig wird. Wie “How I Met Your Mother”, “Kitchen Confidential” und “Scrubs” allerdings leider zeigen, kann der durchschnittliche US-Zuschauer nicht viel mit solchen Comedies ohne Laughtrack anfangen. Von den Quoten sollte man also nicht zuviel erwarten und auf den “The Office”-Effekt hoffen.

Friday Night Lights

Freitag, 28. Juli, 2006

Inhalt in einem Satz: Das Wichtigste im Leben der Bürger einer texanischen Kleinstadt ist das lokale Highschol-Football Team, das samt neuem Trainer unter extremen Erfolgsdruck steht. NBC.

Leichte Spoiler voraus.

fridaynightlights.jpg

Quick-Preview: Sportfilme bzw. Dramen, welche die Spannung und Atmosphäre eines Sportereignisses auf die Leinwand bringen wollen, sind oftmals nur von eingefleischten Sportfans zu geniessen. In vielen Fällen arten vor allem amerikanische Produktionen in seichte und heroische Happy-End Filmchen mit vorhersehbarem Spannungsbogen, theatralischen Slow-Motions und überdrehtem Soundtrack aus. Das 2004 erfolgreich im Kino gelaufene Sportlerdrama “Friday Night Lights” war da eine sehenswerte Ausnahme. Intelligent, ehrlich, emotional und spannungsreich (wenn auch nicht ohne eine Portion Pathos) setzte der von Regisseur Peter Berg auf die Leinwand gebannte Streifen neue Akzente in seinem Genre und konnte auch außerhalb von Football-Fanatikern Zuspruch ernten. Der Film handelt von einem Highschool-Football Team, das die Texas State Championship gewinnen soll. Man muss sich dabei allerdings vor Augen führen, dass in den USA Highschool- und vor allem College-Football in manchen Regionen noch populärer sind als die professionelle Football-Liga NFL. Da spielen diese gerade mal 17jährigen Schüler also auch mal vor zigtausenden Zuschauern in großen Stadien.

Knapp zwei Jahre nach dem erfolgreichen Spielfilm wagt NBC ein Experiment, das schon oft gescheitert ist: Sie lassen einen Film als TV-Serie adaptieren. Um auf den erfolgreichen Stil des Films aufzubauen, verpflichtete man für die Pilotepisode einen Großteil des kreativen Teams der Vorlage: Peter Berg schreibt das Drehbuch und führt Regie, John Cameron sowie Brian Grazer produzieren. Dazu holt man sich noch altbekannte Teen-Soap Profis wie Jason Katims ins Boot. An dem Konzept selbst wurden nur minimale Änderungen vorgenommen. Baute der Spielfilm noch auf einer Buchvorlage auf (die wiederum auf echten Ereignissen basierte) und spielte in 1988, wurde die Serie in die Gegenwart verlegt. Einige Charaktere wurden etwas ausgebaut (bspw. die Tochter des Coach) und diverse Handlungsstränge verändert und auf ein Multi-Episoden-kompatibles Erzählformat zurechtgetrimmt.

Die Charaktere wiederum sind nicht einfach nur oberflächlich gezeichnete Abziehbildchen, sondern zeigen durchaus Tiefgang. Die Show ist eben nicht nur eine Football-Serie, sondern will auch jenseits des Spielfeldes überzeugen. Denn das muss sie auch: Actionreiche Sportszenen in Stadien sind teuer und aufwändig. Lediglich die besondere Betonung der religiösen Traditionen im Herzen des “Bible Belt” nervten etwas — die waren im Film auch subtiler.

Die cinematographische Umsetzung kann sich durchaus über weite Strecken mit der Filmvorlage messen lassen. Manche Einstellungen wurden fast 1:1 übernommen — was auch vollkommen korrekt ist, denn der Spielfilm war in dieser Hinsicht genau auf den Punkt gebracht. Das Editing ist so schnell und aufreibend wie im Original, die Sportszenen sind spannend und hautnah auf Film gebannt. Peter Berg weiss was er tut. Nur der “wackelige Kamera”-Dokustil ist in der TV-Fassung zu aufdringlich.

Der Cast macht seine Sache gut, Kyle Chandler als umstrittener Coach muss allerdings gesondert hervorgehoben werden: Eine perfekte Besetzung, auch wenn er dem Coach eine vollkommen anderen Touch gibt als der eher “rustikale” Billy Bob Thornton.

Fazit: Hurra, nach all den “Big Secret”/Mystery/Conspiracy Shows endlich mal wieder ein komplett anderes Thema: Sportlerdrama. Gut, an einigen Stellen blinzeln auch schon wieder diverse Teen-Soap Subplots um die Ecke, aber insgesamt macht alleine schon das Thema die Serie für Sportfans sehenswert. Sporthasser werden die Show wohl ohnehin ignorieren, obwohl eigentlich auch sie eventuell über die Charaktere einen Zugang gewinnen könnten. Aber wer sich auf das Thema einlässt, den dürfte die Pilotepisode sehr zufriedenstellen. Die Pilotepisode ist ein imposantes Beispiel dafür, dass TV in Sachen Qualität in den letzten Jahren mächtig aufgeholt hat und ist eine der besten mir bekannten TV-Adaptionen eines Spielfilms.

Doch eine wesentliche Bewährungsprobe hat die Show: An einer Pilotepisode dreht man bis zu zwei Monate. Da hat man quasi ewig Zeit, um den beeindruckenden Stil der Filmvorlage nachzuahmen und so großes Kino in die kleine Flimmerkiste zu zwängen. Aber wie sieht das wohl im Serienalltag aus, wenn eine Episode in gerademal ein bis zwei Wochen abgedreht sein muss und für’s Editing auch nicht viel Zeit bleibt?